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Beitrag vom 24.11.2020

Von wegen böse#153 Warum haben wir Angst vor Wölfen?

mit Ryke und Maryam Beitrag hören
Ein Wolf schaut hinter Bäumen hervor. (picture alliance / Klaus-Dietmar Gabbert)
Der Wolf - für die einen ein Schrecken, für die anderen ein Schisser (picture alliance / Klaus-Dietmar Gabbert)

Erst das Rotkäppchen, dann die Großmutter - und zum Nachtisch eine Herde Schafe: Wenn man Märchen und so mancher Nachrichtenüberschrift Glauben schenken will, dann sollten wir unbedingt Angst vor Wölfen haben. Aber was ist dran an der Legende vom bösen Wolf?

Imke Heyter kennt sich mit Wölfen hervorragend aus. Immerhin hat die "Wolfsmama" die Tiere im Wildpark Schorfheide mit der Flasche aufgezogen. Sie sagt, Wölfe seien eigentlich Schisser. Sollte man einem in freier Wildbahn begegnen, einfach die Arme hoch reißen, vielleicht noch einen Stock zur Hilfe nehmen und laut rufen. Der Wolf nimmt spätestens dann reißaus. 

Die Chancen, tatsächlich einem Wolf zu begegnen, seien aber äußerst gering, sagt Marie Neuwald vom NABU. Neueste Zählungen gehen von 128 Wolfsrudeln im ganzen Bundesgebiet aus. Und die gehen Menschen lieber aus dem Weg. Weidetiere allerdings müssten gut vor den Fleischfressern geschützt werden, mit Herdenschutzhunden oder Elektrozäunen. Zwar schmecken dem Wolf die Schafe nicht besser als andere Tiere, aber im Gegensatz zu den flinken Rehen im Wald sind sie leichte Beute.

#153 Warum haben wir Angst vor Wölfen?

Moderation: Ryke Jährling und Maryam

Recherche und Reportagen: Tina Hüttl

Technik: Philipp Adelmann

Redaktion: Julia Eikmann

Deutschlandfunk Kultur, 2020