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Beitrag vom 27.04.2016

MusiktagZum 100. Geburtstag von Yehudi Menuhin

Von Ulrike Timm Beitrag hören
Der Geigenvirtuose Yehudi Menuhin (1916 - 1999) bei einem Auftritt im März 1979 (picture-alliance / dpa / AFP)
Der Geigenvirtuose Yehudi Menuhin (1916 - 1999) bei einem Auftritt (picture-alliance / dpa / AFP)

Die Geige war ihm ein Spielzeug, wie eine Verlängerung seines Arms oder seiner Stimme - ein Körperteil. Er nahm sie in die Hand und konnte spielen. Es hat wohl niemanden gegeben, der so blitzschnell und so leicht Geige spielen lernte. Mit 7 Jahren spielte Yehudi Menuhin ein großes Konzert vor dem Orchester.

Später fragte er sich plötzlich: "Wie mache ich das? Wie geht das überhaupt?" Und da konnte er ein paar Jahre fast nicht spielen (stellt euch vor, ihr überlegt euch beim Schwimmen ganz genau, was euer linker großer Zeh dabei macht oder euer Mundwinkel oder euer rechter Oberschenkel - dann kann man nicht mehr schwimmen!).

Diese Krisenjahre haben einen sehr freundlichen, nachdenklichen Menschen aus Yehudi Menuhin gemacht, der sich immer um andere Menschen gekümmert hat. Am liebsten hätte er auf der ganzen Welt mit seiner Geige Frieden gestiftet. Das hat nicht geklappt. Aber an seinem 100. Geburtstag erinnern wir uns eben nicht nur an den tollen Musiker, sondern auch an den Yehudi Menuhin, der sich für andere Leute einsetzte und immer an das Gute im Menschen glaubte.