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Beitrag vom 11.12.2017

InfotagHappy Birthday lieber Paul Maar

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Der mit dem Kinderoscar ausgezeichnete Kinder- und Jugendbuchautor Paul Maar ("Das Sams") steht am 06.09.2015 zur Preisverleihung auf der Bühne im Bürgerpark von Bremen. Ein Junge trägt symbolträchtig die orange Sams-Perücke der Romanfigur.  (dpa picture-alliance / Ingo Wagner)
Kakadu gratuliert dem Papa vom Sams zum 80. Geburtstag (dpa picture-alliance / Ingo Wagner)

Kakadu gratuliert Paul Maar zum 80. Geburtstag Weitere Themen an diesem Montag: "Hauskatze oder Wildkatze" von Ursula Böhm "Weihnachtsfragen: Warum brennen Kerzen" von Monika Hahnewinkel

Den Kinderbuchautor Paul Maar kennt vermutlich jeder. Oder selbst wer ihn nicht kennt, kennt das Sams. Das großartige, freche, Wünsche erfüllende Sams, das eines Tages in das geruhsame Leben von Herrn Taschenbier einbricht.

Paul Maar wurde 1937 in Schweinfurt geboren, studierte Malerei und Kunstgeschichte und war einige Jahre als Lehrer tätig, bevor er Autor und Illustrator wurde.

»Als Kind«, sagt Paul Maar, »konnte ich nie begreifen, wie die Erwachsenen es aushalten, ihr ganzes Leben lang ein und denselben Beruf auszuüben. Ich stellte es mir entsetzlich langweilig vor, Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr das gleiche zu tun, und nahm mir vor, mindestens alle sieben Jahre den Beruf zu wechseln, wenn ich erst mal erwachsen wäre. Zunächst schien es so, als würde ich meinen kindlichen Lebensplan tatsächlich einhalten. Ich begann als Bühnenbildner, wurde dann Kunsterzieher und unterrichtete an einem Gymnasium. Noch als Lehrer fing ich an zu schreiben (zunächst Hörspiele und Funkerzählungen für Erwachsene), kündigte dann, gab meine Stelle an einen arbeitslosen Lehrer weiter und war nun freier Autor. Wäre alles folgerichtig weitergegangen, hätte ich schon längst den Schriftstellerberuf an den Nagel hängen und etwas Neues beginnen müssen. Aber ich arbeite nun schon so viele Jahre als Autor und stelle fest: Es langweilt mich immer noch nicht. Ich hatte als Kind zwei Dinge übersehen. Besser gesagt, ich hatte sie noch nicht wissen können. Erstens: Wenn man erst mal den r i c h t i g e n, den idealen Beruf gefunden hat, bleibt man auch gerne dabei. Zweitens: Ich kann innerhalb meines Berufes herrlich abwechseln, wenn ich nur all seine Möglichkeiten ausschöpfe. Hätte ich den Auftrag, hintereinander drei Kinderbücher für dieselbe Altersgruppe zu schreiben, würde ich mich tatsächlich dabei langweilen. Aber so ist es ja nicht. Eines ergibt sich ganz organisch aus dem anderen: Ich schreibe ein erzählendes Buch für die Acht- bis Zehnjährigen. Das Fernsehen interessiert sich dafür und möchte es verfilmen. Also schreibe ich ein Drehbuch. Dabei stelle ich fest, dass es Spaß macht, einmal alles Beschreibende weglassen zu können und sich ganz auf den Dialog zu konzentrieren. Also schreibe ich als nächstes nur Dialoge, nämlich ein Theaterstück für Kinder. Dann sitze ich wochenlang im abgedunkelten Theaterraum, schau den Schauspielern zu, von der ersten Probe bis zur Premiere, und denke, dass es Spaß machen müsste, auf der Bühne zu stehen und für Kinder zu spielen. Also schreibe ich vielleicht ein Zweipersonenstück, in dem ich eine der beiden Rollen spiele. Das Bühnenbild für das Stück entwerfe ich natürlich selbst. Dabei bekomme ich unbändige Lust, mal wieder zu malen. Also male ich als nächstes Bilder für ein Bilderbuch. Während der wochenlangen Arbeit an den farbigen Blättern überlege ich, dass es eigentlich an der Zeit wäre, selbst einmal wieder eine Geschichte zu schreiben. Beim Malen kann man gut nachdenken, das nütze ich aus. Kaum sind die Bilder fürs Bilderbuch abgeliefert, schreibe ich einen Kinderroman für die Zehn- bis Zwölfjährigen und sammle - parallel dazu - Material für ein Jugendsachbuch. Inzwischen hat man mein Theaterstück ins Englische übersetzt. Zusammen mit meiner Frau schaue ich mir eine Aufführung in den Vereinigten Staaten an. Bei dieser Gelegenheit entdecken wir ein gerade erschienenes amerikanisches Kinderbuch, das uns beiden ausnehmend gut gefällt. Wir kaufen es und machen uns, kaum sind wir zurück, gemeinsam an die Übersetzung…" (Auszug aus: www.oetinger.de)

Gemeinsam mit seiner Frau Nele hat Paul Maar den Weihnachts-Klassiker "Hilfe, die Herdmanns kommen" von Barbara Robinson übersetzt, den Ihr am  24.12. im Kakadu Heiligabendprogramm als Kinderhörspiel hören könnt.


Weitere Themen an diesem Montag:
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