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Beitrag vom 21.12.2018

Herodes der GroßeEin König mit schlechtem Ruf

Von Brigitte Jünger Beitrag hören
Außensicht auf den Hügel, worin das Grab des Herodes vermutet wird (dpa/Hebrew University of Jerusalem)
In diesem Hügel vermuten Forscher heute das Grab von Herodes. (dpa/Hebrew University of Jerusalem)

In der Bibel lesen wir jedes Jahr zu Weihnachten wieder davon, dass König Herodes in Bethlehem alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten ließ, als er hörte, dass ein neuer jüdischer König geboren sein sollte: Jesus. Doch gibt es dafür Belege?

Herodes stammte aus einer vornehmen, wohlhabenden und einflussreichen Familie. Sein Vater Antipatros setzte ihn im Jahr 47 vor Christus Geburt als Statthalter von Galiläa ein, später wurde er zum König von Jerusalem ernannt. Ob Herodes der Große in seiner Regierungszeit wirklich Jesus hinrichten ließ, dafür gibt es außerhalb der Bibel keine Belege. Ebensowenig, ob er wirklich, nachdem eer von Jesus Geburt erfahren hatte, befahl sämtlich männliche Kleinkinder in Bethlehem zu töten.

Was wir jedoch wissen, ist, dass dieser König mehrere seiner Söhne, Schwäger und eine seiner Frauen töten ließ. Das hört sich schrecklich an, war aber vor etwa 2.000 Jahren ein Machtmittel aller Könige, um ihre Herrschaft zu sichern. Daneben hat Herodes dem damaligen Palästina während seiner 37 Jahre dauernden Regentschaft vor allem Stabilität und Frieden verschafft. Weil es seinem Land wirtschaftlich sehr gut ging, senkte er die Steuern. Er ließ den Tempel der Juden ausbauen, bedeutende Paläste errichten und ganz neue Städte anlegen.

Herodes wurde aufgrund der Erzählungen in der Bibel traditionell zu einer Art Verkörperung des Bösen. Doch ob dem wirklich so war, dass lässt sich nicht belegen.