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Beitrag vom 16.03.2021

Gewaltfreie KommunikationKann man auch leise streiten?

mit Fabian und Merle Beitrag hören
Zwei Legofiguren mit Schutzvisier fechten miteinander. (unsplash.com/Stillness InMotion)
Es braucht nicht immer Degen und Säbel: Auch Worte können ganz schön verletzend sein. (unsplash.com/Stillness InMotion)

Bis einer heult! Gerade unter Geschwistern ist das das typische Ende eines Streits. Geht das nicht auch irgendwie anders? Mit weniger Drama und mehr Liebhaben? Das geht! In dieser Folge erfahrt ihr wie. Mama und Papa hören am besten auch gleich mit.

"Du bist blöd!" – "Selber blöd!"

So oder so ähnlich kann man das zusammenfassen, wenn zwei sich zanken. Ob Geschwister, beste Freundinnen oder in der großen Politik. Keine Seite fühlt sich von der anderen verstanden, und am Ende haben alle schlechte Laune. Streit ist voll ätzend, oder? Gleichzeitig kann ja auch nicht alles immer rosarot und fluffig sein. Wir brauchen Streit, um weiterzukommen. Auch das ist in der Politik nicht anders als in der Familie. Was also tun?

Einer, der sich viele Gedanken darüber gemacht hat, wie wir besser streiten können, ist der Psychologe und Therapeut Marshall Rosenberg. Den stellen wir euch in dieser Episode vor. Er lebte von 1934 bis 2015 in den USA. Rosenberg hat festgestellt, dass wir uns auch mit Worten ganz schön weh tun können – nicht nur mit Schlägen oder Tritten. Die Sprache von Menschen, die z.B. sehr laut und aggressiv sprechen, hat er Wolfssprache genannt. Und wenn einer vom anderen denkt: "Der ist aber blöd, der macht so komische Sachen", dann ist ziemlich sicher der Wolf in uns am Werk, der das Gegenüber verurteilt und es nicht schafft, sich in den anderen hineinzuversetzen.

So wie wir sind, sind wir gut

Rosenberg ging davon aus, dass jeder Mensch eben so ist, wie er ist. Und dass das gut so ist! Wenn wir alle wissen, was wir brauchen und wie wir für uns sorgen können, sind wir zufrieden und können viel besser verstehen, was andere Menschen brauchen. Weil Marshall Rosenberg so wichtig war, dass wir uns weder mit Taten noch mit Worten gegenseitig verletzen, nannte er seine Methode: Gewaltfreie Kommunikation. Streit muss nämlich gar nicht immer so lange gehen, bis einer heult.

Doch dafür müssen wir von der Wolfssprache in die Giraffensprache übersetzen. Wie das geht, das erfährst du in dieser Folge!