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Beitrag vom 23.02.2018

EntdeckertagDie Geschwister Scholl

Von Annette Bäßler Beitrag hören
Hans Scholl, Sophie Scholl und Christoph Probst (v.l.n.r.) von der Münchner Widerstandsbewegung "Weiße Rose" (AP Archiv)
Hans und Sophie Scholl und Christoph Probst von der Münchner Widerstandsgruppe "Weiße Rose" (AP Archiv)

Die Geschichte der "Weißen Rose".

Am Anfang war die "Weiße Rose" eine Gruppe von jungen Studenten und Schülern, die zusammenkamen, um sich über Bücher, Kunst und Musik zu unterhalten.

Doch dann begann Deutschland den zweiten Weltkrieg, überfiel seine Nachbarn, marschierten deutsche Soldaten in Polen ein und auch Hans Scholl wurde zum Militärdienst an die Ostfront einberufen.

Was Hans dort sah und erlebte, erzählte er seiner Schwester Sophie und seinen Freunden. Er berichtet, wie dort die Juden ermordet wurden, was mit den Polen und mit den Kriegegfangenen geschah. Als sie hörten, wie dieser Krieg geführt wurde, entschieden sie, dass diese verbrecherische Regierung beseitigt werden müsse. Und so wandelte sich die "Weiße Rose" in eine Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus.

Sie verfassten Flugblätter über das, was sie wussten und verschickten sie per Post an Personen aus ihrem Bekanntenkreis. Sie informierten in den Texten über bestialische Morde der Nationalsozialisten und  dem Massenmord an den Juden.

Da es nicht möglich war, ins Postamt zu gehen und einfach so große Mengen an Briefmarken zu kaufen, begannen die Mitglieder der "Weißen Rose" ihre Flugblätter nicht nur zu verschicken, sondern auch zu verteilen, sie heimlich an öffentlichen Orten auszulegen. Sie hofften mit ihren eindringlichen Berichten und den Appellen die deutsche Bevölkerung aufzurütteln. Und es blieb nicht bei Flugblättern.

"Nieder mit Hitler! Hitler Massenmörder! Freiheit!" malten sie nachts mit Teerfarbe an Münchner Hauswände.

Doch zu Ihrer Enttäuschung erhoben sich die Deutschen nicht gegen Adolf Hitler und das NS-Regime, sondern jubelten weiterhin ihrem "Führer" zu.

Zum Verhängnis wurde den Mitgliedern der "Weißen Rose" dann eine Aktion am 18. Februar 1943. Hans und Sophie Scholl waren dabei, in der Münchner Universität ihre Flugblätter auszulegen, als Sophie auf die Idee kam, vom zweiten Stock aus, den Rest der mitgeführten Flugblätter direkt ins Treppnhaus zu werfen. Dabei wurden sie von einem Hausmeister beobachtet, der sämtliche Türen der Universität verriegelte, die beiden mit anderen zusammen festnahm und sie der Gestapo übergab.

Blick in den Lichthof der Münchner Universität (undatiert). Hier liessen Hans und Sophie Scholl am 18.02.1943 Flugblätter gegen das Nazi-Regime flattern. Der Hausmeister alarmierte die Gestapo und am 22.02.1943 wurden die Geschwister, Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose, nach einem Schuldspruch durch den gefürchteten Volksgerichtshof in München-Stadelheim hingerichtet. Die Orgel (rechts) erklang erstmalig zum 20. Todestag der Geschwister Scholl und ist allen Widerstandskämpfern gewidmet. (dpa / Klaus Heirler) Hier ließen Hans und Sophie Scholl am 18.02.1943 Flugblätter gegen das Nazi-Regime flattern. (dpa / Klaus Heirler)

Hans und Sophie Scholl und dem ebenfalls verhafteten Christoph Probst wurde der Prozess gemacht. Alle drei wurden am 22. Februar 1943, am Tag ihrer Urteilsverkündung, hingerichtet.

"Ihr sollt nicht umsonst gestorben sein, sollt nicht vergessen sein" so sprach der deutsche Schriftsteller Thomas Mann unmittelbar nach dem Tod der jungen Menschen in einer Rundfunkanspreche der BBC.

Und so kam es auch - Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs und dem Untergang der NS-Regierung wurde die "Weiße Rose" zu einer der bekanntesten Widerstandsgruppen des Dritten Reiches und zum Sinnbild eines anderen, besseren Deutschlands.

Der Platz vor dem Universitätsgebäude in München, wo man Hans und Sophie Scholl verhaftete, heißt heute Geschister-Scholl-Platz. Und aufmerksame Besucher können am Eingang zur Universität auf dem Kopfsteinpflaster Nachbildungen des letzte Flugblatts der Bewegung entdecken, die hier in Stein eingelassen wurden.
(Thomas Fuchs)