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Beitrag vom 16.02.2018

EntdeckertagAllerlei in Dosen

Von Gitty Czirr Beitrag hören
Drei Konservendosen hängen an Fleischerhaken.  (imago )
Hmm, irgendwas stimmt mit diesen Dosen aber nicht ... (imago )

Von Dosensuppen, Blechbüchsenarmeen und Dosenöffner Ein Kakadu-Feature rund um die Dose.

Die Dose,

jeder kennt sie, jeder nutzt sie, doch umweltmäßig ist sie inzwischen eher ein Problem.

Ursprünglich verstand man unter dem Wort Dose lediglich einen kleinen, meist eckigen oder runden Behälter mit Deckel. Liebevoll verziert, mit Schmuck oder Porträt. Dosen waren früher wertvolle   Geschenke und wurden meist zur zur Aufbewahrung besonderer Dinge benutzt. Zum Beispiel als Zuckerdose, Konfektdose, Schmuckdose, Tabakdose oder auch als Spardose.

Das Wort Dose stammt übergingens aus dem Mittelniederländischen und steht für Koffer oder Behälter zum Tragen.

Die Dose, wie wir sie kennen und nutzen, gibt es erst seit etwas mehr als 200 Jahren.

Alles begann damit, dass im Jahr 1795 der französischen General Napoleon Bonaparte einen Preis von 12.000 Goldfranc für ein Verfahren aussetzte, mit dem man Nahrungsmittel haltbar machen und die Soldaten unterwegs ernähren konnte.

Das brachte den Pariser Konditor und Zuckerbäcker Nicols Appert auf die Idee, Nahrungsmittel in luftdicht verschlossenen Glasflaschen zu erhitzen und dadurch zu konservieren. So wie wir es heute noch mit Rotkraut oder Marmelade machen. Mit dieser Methode gewann Appert und bekam das Preisgeld 1810 ausbezahlt.

Dieser Erfolg brachte den britischen Kaufmann Peter Durand im Jahr 1810 auf die Idee, die Methode von Appert mit Blechkanistern umzusetzen und diese zuzulöten. Denn die Behälter aus Weißblech waren stabiler und weniger zerbrechlich als Glasbehälter. Die so erfundene Konservendose wurde noch im selben Jahr patentiert, zwei weitere Briten eröffneten wenig später die erste Konservenfabrik und begannen die britische Armee mit ihren neuen Konserven, also besonders haltbaren Lebensmitteln in Dosen zu beliefern. So begann der Siegeszug der Dose rund um die Welt.

Als besondere Arten von Konservendosen entstanden in den USA Anfang des letzten Jahrhunderts  dann die inzwischen so verbreiteten Getränkedosen, hauptsächlich verwendet für Bier und Softdrinks.

Inzwischen stehen jedoch besonders diese Getränkedosen stark in der Kritik. Denn sie bestehen aus Weißblech und Aluminium. Zur Gewinnung beider Rohstoffen wird oft der Regenwald abgeholzt. Denn das nötige Eisenerz und Bauxit wird im Tagebau abgebaut und dazu müssen die darüber gewachsenen Bäume gefällt werden.

Um nicht immer neue Rohstoffe zu Dosen zu verarbeiten, setzt man daher inzwischen auf Recycling, also der Wiederverwertung.  

2003 verordnete die damalige Bundesregierung daher aus Umweltschutzgründen den Getränkedosen 25 Cent Pfand.

Zunächst mit Erfolg. Die Käufer wechselten auf Pfandflaschen um.

Doch seit ein paar Jahren finden sich in den Regalen der Discounter wieder mehr Getränkedosen. Denn verückterweise verdienen diese Märkte daran trotz Dosenpfand. Insbesondere gerade dann, wenn die Dosen nicht zurückgebracht werden. Denn das eingenommene Pfandgeld dürfen sie behalten. Je mehr Dosen also im Mülleimer oder auf der Straße landen, desto mehr verdient der Supermarkt, und ncoh mehr dann, wenn er auch noch selbst die Dosen als Abfüller selbst hergestellt hat.

Mehr zu diesem Thema auf:

Regenwald.org

Und wer sich ausgiebig über Konservendosen informieren will, der sollte  in die norwegische Stadt Stvanger reisen. Dort befindet sich das einzige Konservendosenmuseum der Welt.

"Allerlei in Dosen - Von Dosensuppen, Blechbüchsenarmeen und Dosenöffner"
Ein Kakadu-Feature von Gitty Czirr