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Beitrag vom 10.08.2018

Ein Vogel, der unsere Nähe suchtGestatten - mein Name ist Spatz!

Von Kristine Kretschmer Beitrag hören
Ein Haussperling, mit wissenschaftlichem Namen passer domesticus. (picture alliance / dpa /  Hinrich Bäsemann)
Der Spatz, ein echter Lieblingsvogel. (picture alliance / dpa / Hinrich Bäsemann)

Obwohl Spatzen stets in der Nähe von Menschen leben, sind sie echte Wildtiere und lassen sich nicht zähmen. Spatzen sind perfekt darin, sich unterschiedlichsten Lebensbedingungen anzupassen - und klauen fast überall auf der Welt die Krümel vom Teller.

Der Spatz heißt eigentlich Haussperling und ist wohl der uns vertrauteste Singvogel. Fast überall auf der Welt ist er den Menschen in die Dörfer und Städte gefolgt. Dort lebt er gerne in großen Spatzengruppen in unserer Umgebung.  Sein typisches Tschilpen kennt wohl jeder.

Obwohl der Spatz zu den Singvögeln gehört, ist er dennoch kein großartiger Sangeskünstler. Der Gesang des Männchens während der Balzzeit besteht aus monotonen, rhythmischen "Tschilp"-Lauten. Droht Gefahr  warnt er andere Vögel mit einem getrillerten "drüüüü" oder "terrettett" oder "kew kew". Der Spatz lernt sogar "Fremdsprachen" und ahmt Stare und Amseln nach.

"In einem leeren Haselstrauch ..."

Der Spatz ist ein kleiner Vogel. Nicht wirklich groß, mit einer gedrungenen Gestalt auf kurzen Beinen. Er hat ein braun-rötliches Gefieder mit schwarzen Längsstreifen auf dem Rücken.

Spatzen sind tagaktiv und sehr gesellige Tiere. Zur Nahrungsaufnahme finden sie sich in kleinen Trupps zusammen und auch die Nacht verbringen sie meist gemeinsam mit Artgenossen in Hecken oder Hausbegrünungen.

Spatzen sind selten scheu, sie suchen eher die Nähe zum Menschen. Einst lebten sie im Mittelmeer-Raum und in den Steppengebieten Vorder-Asiens, doch als sogenannte Kulturfolger haben sie ihren Lebensraum an den des Menschen angepasst.

Sie lieben alte Häuser und Bauernhöfe

Wo Menschen leben, leben auch Spatzen. Besonders lieben sie alte Häuser oder Bauernhöfe mit passenden Nistplätzen. Gerne bewohnen sie auch Hecken oder dichte Bäume. Und wo sie sicher sein können, dass ein paar Brotkrumen für sie abfallen könnten, finden sie sie auch. Sei es auf dem Schulhof, an der Imbissbude oder im Biergarten.

Haussperlinge beim Paarungsversuch im Volkspark Schöneberg. (Deutschlandradio/Maurice Wojach)Haussperlinge (Spatzen) beim Paarungsversuch im Volkspark Schöneberg. (Deutschlandradio/Maurice Wojach)

Weltweit gibt es 36 verschiedenen Spatzen beziehungsweise Sperlingsarten. Leider ist der Spatz jedoch inzwischen gefährdet, da besonders in den Städten und Dörfern immer mehr Nistmöglichkeiten für den kleinen Vogel fehlen. Neue und sanierte Gebäude mit glatter Fassade geben ihm keine Möglichkeiten zum Nisten.

Es gibt immer weniger Futter

Weitaus schlimmer ist jedoch, dass es immer weniger Insekten gibt, und somit immer weniger Futter besonders für die jungen Vögel. Artenarmes Einheitsgrün und exotische Pflanzen, die immer häufiger in Parks und Grünanlagen gepflanzt werden, helfen Spatzen nicht bei ihrer Futtersuche. Denn diese Pflanzen bieten einheimischen Insekten keine Heimat und somit dem Spatz kein Futter.

Dichte Hecken aus einheimischen Sträuchern würden dem Spatz helfen. Hier kann er sich verstecken und findet das ganze Jahr über Futter, sei es Insekten, Sämereien und Früchten.