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Beitrag vom 10.12.2018

Die Verkehrsampel wird 150 Jahre alt.Bei Rot bleib ich stehen

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Berlin: Der Nachbau der ersten Lichtsignalanlage, die von 1925 bis 1936 auf dem Potsdamer Platz den Straßenverkehr regelte, steht vor dem Eingang zum Bahnhof Potsdamer Platz. Die Stahlkonstruktion ist 8,5 Meter hoch und 5,5 Tonnen schwer. (picture-alliance / ZB / Kalaene Jens)
Der Nachbau der ersten Ampel in Deutschland steht da, wo sie im Jahr 1925 auch erstmals aufgebaut wurde. Mitten in Berlin am Potsdamer Platz, seinerzeit der verkehrsreichste Platz Europas. (picture-alliance / ZB / Kalaene Jens)

Bei ROT bleibe stehen, bei GRÜN kannst du gehen! Bei ROT musst du warten, bei GRÜN musst du starten, das merke dir gut und sei auf der Hut! Die Ampel und wie man sie liest, weiß heute jedes Kind. Doch das mussten die Menschen erst lernen und wusstet Ihr, dass die erste Verkehrsampel der Welt explodiert ist?

Jeder kennt sie, und jeder hat schon mal ungeduldig an ihr gewartet. Durchschnittlich verbringt in Deutschland jeder Verkehrsteilnehmer zwei Wochen seines Lebens mit dem Warten an einer roten Ampel. Auch wenn sich jeder mal über Rot ärgert, den Sinn einer Verkehrsampel wird kaum jemand in Frage stellen.

Vor 150 Jahren wurde die erste Ampel der Welt in London in Betrieb genommen, damit die Leute vor den Regierungsgebäuden heil über die Straße kommen konnten.

Ausgedacht hatte sich die Ampel ein Mann mit Namen John Knight, der Chef der South Eastern Eisenbahngesellschaft. Er entwarf einen Signalmast mit den Farben Rot und Grün. Die stammten aus der Schifffahrt, wo sie Backbord und Steuerbord kennzeichneten, hatten sich aber auch bereits im Schienenverkehr als Signalfarben bestens bewährt. Knights Idee überzeugte, und so wurde an einer Straßenkreuzung unweit des Parlaments eine acht Meter hohe Säule errichtet. Oben auf der Säule befand sich eine drehbare Gaslaterne mit roten und grünen Lichtern für den Nachtbetrieb. Tagsüber gaben zwei große, mechanische Arme wie ein riesiger Schutzmann die Signale.

Ein Polizist bediente am Fuß der Säule einen Hebel und signalisierte so dem Verkehr: Rot bedeutet "Stopp" und Grün "Vorsicht". Knapp 10.000 Flugblättern ließ der Polizeipräsident an die Londoner Bevölkerung verteilen, um sie über diese neue Konstruktion zu informieren, die am 10. Dezember im Jahr 1868 ihren Betreib aufnahm.

Leider explodierte diese Gaslaterne mehrfach und verletzte einen Polizisten schwer, worauf in London die erste Verkehrsampel der Welt erst einmal wieder abgebaut wurde.

Zwar war die Idee einer Ampel nun in der Welt, doch es dauerte bis ins Jahr 1914, dass es einen neuen Versuch gab, so den Verkehr zu lenken. Im amerikanischen Cleveland sollten nun acht rote und grüne Lampen an der Ampel für die Verkehrssicherheit sorgen. Diesmal allerdings wurde die Lichter mit elektrischem Strom betrieben, das war sicherer als mit Gas.

Zehn Jahre später bekam auch Deutschland seine erste Ampel. Sie wurde auf dem Potsdamer Platz in Berlin errichtet, damals Europas verkehrsreichster Platz. Erst versuchte man es mit einem Hochstand, auf dem ein Polizist mit Trompete den Verkehr steuerte, dann wurde der Beamte (auch als Posaunenengel bezeichnet) von einem drei Meter hohen, quadratischen Ampelturm abgelöst. Heute erinnert ein Nachbau dieses Ampelturms an den ersten "Leuchtturm vom Potsdamer Platz". 

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