Sonntag, 24. Februar 2019
 
 
Player: wähle einen Beitrag
 
 
Beitrag vom 21.01.2019

Die Heilpflanze des Jahres 2019Das Johanniskraut

Von Regina Voss
Blick auf ein Feld mit Johanniskraut am 15.07.2010 nahe dem thüringischen Ort Löbichau. (picture alliance / dpa / Andreas Hummel)
Im thüringischen Ort Löbichau wird Johanniskraut auf großen Feldern angebaut. (picture alliance / dpa / Andreas Hummel)

Herrgottskraut, so nennt der Volksmund die Heilpflanze des Jahres. Kräuterfachleute sagen, dass Johanniskraut in keiner Hausapotheke fehlen solle und Paracelsus, der bekannteste Arzt des Mittelalters, sah in ihr eine "Universalmedizin für den ganzen Menschen."

Das Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist die Heilpflanze des Jahres 2019.

"Sie ist vielseitig anwendbar und ein wahrer Segen als Heilmittel bei den heute so weit verbreiteten Depressionen", verkündete Konrad Jungnickel aus der Jury, die über Titel "Heilpflanze des Jahres" entscheidet. Johanniskraut wird innerlich unter anderem angewendet im Bereich psychischer Erkrankungen und bei Verdauungsbeschwerden, äußerlich zur Wundheilung und Hautpflege gereizter, empfindlicher Haut.

Johanniskraut kann bis zu einem Meter hoch werden und bildet gegenständige, eiförmige bis linealische Blätter, die zahlreiche Punkte (Drüsen) auf ihrer Blattoberfläche tragen. Die kleinen, goldgelben Blüten sind ebenfalls mit dunklen Drüsen gepunktet und besitzen auffallend lange Staubblätter. Pflücken wir eine dieser Blüten und zerreiben diese zwischen den Fingern, tritt ein blutroter Saft aus.

Der Name" Johanniskraut" geht zurück auf einen Feiertag zu Ehren Johannes des Täufers  am 24. Juni.

Seit Menschengedenken fasziniert Heilkundige das Johanniskraut. Und die zahlreichen Namen, die die Pflanze hat, lassen  durchaus Rückschlüsse auf ihren Gebrauch zu. "Mannskraut" oder "Hexenkraut", wie die Pflanze im Mittelalter genannt wurde, erinnert an magische Rituale. Zur Sommersonnenwende wurden Johanniskraut-Zweige zum Schutz vor bösen Geistern gepflückt. Im christianisierten Europa erhielt das Heilkraut aufgrund ihres blutroten Pflanzensaftes schließlich bedeutsame Namen wie "Herrgottsblut" oder "Christusblut", ohne dass die heidnisch-magischen Rituale aufgegeben wurden.

Zahlreiche Studien beschäftigten sich inzwischen mit dem Johanneskraut – mit unterschiedlichen Ergebnissen. Und auch, wenn die Wissenschaft noch nicht genau sagen kann, welche Stoffe in der Pflanze wie und warum heilend sind, so möchte die Jury dennoch mit der Wahl des Johanniskraut zur Heilpflanze des Jahres 2019 das Vertrauen der Menschen in diese altbewährte Heilpflanze stärken.

Außerdem an diesem Montag zu hören:

"Unterwegs mit Lawinenhunden" von Kristina Hafer

"100 Jahre Pariser Friedensvertrag", ein Kalenderblatt von Jessica Zeller