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Beitrag vom 27.07.2018

Die 4 Elemente - WindWenn Winde wehen

Von Julia Schölzel Beitrag hören
Blick vom Meer auf die italienische Vulkaninsel Stromboli, die zu den Liparischen Inseln gehört. (Undatierte, neuere Aufnahme). Foto: Hinrich Bäsemann +++(c) dpa - Report+++ | Verwendung weltweit (dpa)
Die Vulkaninsel Stromboli gehört zu den äolischen Inseln, Heimat von Gott Äolus, dem Hüter der Winde. (dpa)

Äolus, der Hüter der Winde. Er war mit Eos verheiratet, der Göttin der Morgenröte. Äolus wurde von Zeus als der Herrscher über die verschiedenen Winde eingesetzt. Den griechischen Sagen nach hielt er die vier Winde auf einer Insel in Schläuchen gefangen und ließ sie nur nach seinem oder den Willen der höheren Götter frei. Ihre Namen waren: Boreas, der beißende, scharfe Nordwind, Euros, der heiße Ostwind, Notos, der feuchtwarme Südwind und Zephyros, der milde Westwind.

Äolus bewohnte den griechischen Sagen nach mit seiner Frau Eos und seinen sechs Söhnen und sechs Töchtern die schwimmende Insel Aiolia, die in der Inselgruppe der äolischen Inseln, nördlich von Sizilien im Mittelmeer herumtrieb. Man verortete in der Antike vermutlich Äolus dort, da zu dieser Inselgruppe auch die Insel Stromboli gehört, ein damals und auch heute noch aktiver Vulkan, über dem sich immer wieder Wolken bildeten und der das Wetter in der Gegend beinflusste. Und für die Fischer damals war das Wetter, ob es windet, regnet oder stürmt lebenswichtig. Da sie jedoch noch nicht das Wetterwissen hatten, was wir heute haben, vermuteten sie göttliche Taten und Absichten hinter jedem Wetterwechsel. 

Nach der griechischen Mythologie hatte Äolus die Aufgabe, die Winde zu überwachen. Die mächtigsten dieser Wínde waren vier Brüder: 
Boreas, der beißende, scharfe Nordwind,
Euros, der heiße Ostwind,
Notos, der feuchtwarme Südwind und
Zephyros, der milde Westwind.

In der Kunst wurden diese vier Winde oft in Form von Köpfen mit wirrem Haar und aufgeblasenen Backen dargestellt oder als geflügelte Männer, die in Hörner oder große Muscheln blasen.

Wind aus Schläuchen

Äolus und seine Winde tauchen auch in der Odyssee auf. Einer antiken Erzählung des Dichters Homer, in der dieser die Irrfahrten des Helden Odysseeus beschreibt, wie er nach der Schlacht um Troja knapp zehn Jahre durch das Mittelmeer irrte, bevor er endlich den Weg zu seiner Heimatinsel Ithaka  fand.

Ein Mosaik am Flughafen der tunesischen Insel Djerba mit einer Darstellung der Irrfahrt des Odysseus (imago / UIG)Die Irrfahrt des Odysseus dargestellt auf einem Mosaik (imago / UIG)

In dem Epos schildert der berühmte Dichter, dass Äolus Odysseus und seine Gefährten gastfreundlich aufnahm und sie einen Monat bewirtete. Vor der Heimfahrt gab er Odysseus einen Schlauch aus Rindsleder mit ungünstigen Winden, der verschlossen bleiben sollte. Gleichzeitig ließ er für Odysseus Heimfahrt günstige Westwinde wehen. Der Schlauch wurde jedoch von den Gefährten des Odysseus kurz vor Erreichen Ithakas geöffnet. Alle Winde entwichen und die Schiffe wurde zu der Äolus-Insel zurückgetrieben. Als Odysseus Äolus erneut um günstige Winde bat, wurde er abgewiesen.
(thomas fuchs)