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Beitrag vom 24.09.2018

Der NeandertalerSehr alte Verwandte des Menschen

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Neandertaler-Schädel während der Gastausstellung - Wege zum Menschen - im Museum für Naturkunde in Berlin anlässlich des 200. Geburtstages von Charles Darwin. (imago / Steven Lambert)
Der Schädel des Neandertalers. Gefunden vor 150 Jahren. (imago / Steven Lambert)

Vor 150 Jahren machten Arbeiter im Neandertal einen Zufallsfund. Sie stießen in einer Höhle auf Knochen. Wissenschaftler erkannten, dass es weder Tier- noch Menschenknochen waren. Sondern Knochen von einem Verwandten des Menschen.

In der Nähe von Düsseldorf liegt das Neandertal. Hier wurden vor 150 Jahren in einem Steinbruch in einer Höhle Knochen gefunden.

Achtlos warfen sie sie weg, bis der Besitzer des Steinbruchs stutzig wurde. Er befahl ihnen die Knochen aufzusammeln, legte sie in eine Kiste und zeigte sie seinem Freund, einem Gymnasiallehrer dem er mit Bärenknochen – dafür hielt er die Knochen - einen Gefallen tun wollte. Doch der Lehrer wurde stutzig, denn er erkannte, dass es besondere Knochen waren, denn sie sahen denen von Menschen ähnlich. Durch einen Zeitungsartikel machte der Fund schnell die Runde. Naturwissenschaftler der Universität Bonn schauten sich die Knochen an, irgendwann wurde Wissenschaftlern klar: Das sind weder Tier noch Menschenknochen. Sondern Knochen von einem Verwandten des Menschen.

250.000 Jahre lang haben die Neandertaler auf der Erde gelebt. Knochen von ihnen wurden an 80 Stellen in Europa gefunden. 

Der Neandertaler, nicht groß, aber stämmig

Die Neandertaler wogen zwischen 60 und 80 Kilo bei einer Körpergröße von etwa 160 Zentimerten. Ein Grund könnten die kräftigen Muskeln sein. Die brauchte er für die Jagd. Dafür war es auch gut, dass er besonders gut hören und sehen konnte. Die Neandertaler hatten kein Zuhause, sie zogen großen Tierherden hinterher um Nahrung zu haben, sie waren ständig in Bewegung.

Die Neandertaler benutzten Werkzeuge, die sie selbst geschickt herstellten. Beispielsweise machten machten sie kleine Äxte aus Feuerstein, dass wie Glas brach, aber sehr scharf sein konnte.

Mit dem Feuerstein entfernten sie übrigens auch Karies oder schlechte Zähne, denn das war damals lebensgefährlich, weil es kein Mittel gegen Entzündungen gab. Allerdings entdeckte man später bei den Neandertalern, dass sie Penicillin kannten. Schimmel von einem Pilz, der heute als Antibiotikum eingesetzt wird. Die Neandertaler waren also ganz schön fortschrittlich für ihre damaligen Verhältnisse. Sie lebten zusammen in einer Gemeinschaft und begruben auch ihre Toten.

Vor 30.000 Jahren ist diese Menschenart aber ausgestorben. Was bis heute blieb sind wir – unsere Menschenart.

Außerdem zu hören:

"Kampfsportart Ai-Ki-Do", von Peter Kaiser

"Exilkinder" von Dana Sindermann