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Beitrag vom 17.04.2019

Der Beruf GeigenbauerZuletzt werden die Saiten aufgezogen

Von Gudrun Holtz Beitrag hören
Blick auf die Werkbank eines Geigenbaumeisters (picture alliance / dpa / Jan Woitas)
Hier entstehen Geigen. (picture alliance / dpa / Jan Woitas)

Das Atelier von Geigenbauer Frank Lemke in Köln befindet sich mitten in der Stadt und durch die großen Fenster können die Passanten ihm bei der Arbeit zusehen. Er ist Geigenbauer und liebt seine Arbeit.

Jede Geige, die die Werkstatt von Frank Lemke verlässt ist ein Unikat. Denn jede seiner Geigen ist einzigartig, unterscheidet sich in der Maserung des Holzes bei Zagen, Boden, Decke, Hals und Schnecke von jeder anderen Geige.

Wenn man den Geigenbauer in seiner Werkstatt besucht, so fühlt man sich dort sofort wohl. Es riecht angenehm nach Holz und Lack und an der rechten Wand seines Ateliers hängen Geigen. Die Fenster des Ateliers von Geigenbauer Frank Lemke sind groß. Das Atelier wird vom Licht und Sonne durchflutet. Alle Fußgänger, die am Atelier vorbeigehen, können Frank Lemke beim Arbeiten zuschauen.  Aber nicht deswegen hat er die großen Fenster. Zum Geigenbauen braucht er einfach gutes Licht. Daher hat er auch eine gut verstellbare Lampe an seiner Werkbank. Nur bei gutem Licht kann er beim Neubau einer Geige die kleine Schatten und Unebenheiten an der Holzoberfläche sehen. Auch für das Setzen des Stimmstocks, der den Klang beeinflusst, benötigt der Geigenbauer eine gute Beleuchtung, um in das Innere eines Instruments sehen zu können.

Für eine Geige braucht ein Geigenbauer mindestens zwei verschiedene Holzsorten: Ahornholz und Fichtenholz .

"Die Decke besteht aus Fichte, wo man von vorne darauf schaut, wo die F-Löcher drin sind. Ein weiches Holz relativ weiches Holz, und der komplette Rest, Zagen, Boden, Hals und Schnecke bestehen aus Ahorn. Es ist ein Hartholz. Es muss ja auch eine Stabilität und eine Haltbarkeit haben. Das ist einfach wesentlich robuster", erklärt Geigenbauer Lemke.

Geigenbauer arbeitet mit Holz an der sogenannten Schnecke (imago / Mint images)Ein Geigenbauer fertigt die Schnecke, den Abschluss des Wirbelkastens eines Streichinstruments (imago / Mint images)

Sind Zargenkranz, Decke und Boden miteinander verleimt, ist der Korpus, also der Körper der Geige, fertig. Nach der Fertigstellung des Korpus wird die sogenannte Schnecke gestochen und der Wirbelkasten fertiggestellt. Anschließend wird das Griffbrett auf den Hals gepasst.

Das Holz wird lackiert, jedoch, ist es mit einer Lack-Schicht aber nicht getan: Die Oberfläche des Holzes muss immer wieder abgeschliffen und neu lackiert werden, bis alle Unebenheiten beseitigt sind.
Zum Schluss müssen nur noch die Saiten aufgezogen, der Kinnhalter montiert, das Instrument gestimmt werden und dann ist die Geige spielbereit.

Außerdem zu hören:

"Hühnermusiken", von Stephan Holzapfel.

"Schritt für Schritt", über Eurythmie berichtet Isabelle Auerbach.