Dienstag, 25. September 2018
 
 
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Beitrag vom 25.06.2018

Der Bauer und seine RegelnKein Siebenschläfer, sondern sieben Schläfer

Mit Ryke Beitrag hören
Ein Siebenschläfer sitzt auf einem alten Fensterrahmen aus Holz. (imago/Nature Picture Library)
Ein Tier mit einem eigenen Tag - Der Siebenschläfer (imago/Nature Picture Library)

"Das Wetter am Siebenschläfertag, noch sieben Wochen bleiben mag", so sagt eine alte Bauernregel. Doch stimmt diese so? Laut Deutschen Wetterdienst ist die Eintrittswahrscheinlichkeit der Siebenschläferregel bei 60 Prozent. Wieso ist das so und was hat das Ganze mit dem kleinen süßen mausähnlichen, nachaktiven Nagetier aus der Familie der Bilche zu tun?

"Ìst der Siebenschläfer nass, regnets ohne Unterlass."  So oder so ähnlich lauten die Bauenrregeln für den Siebenschläfertag. Alle sagen einheitlich, dass die Wetterlage, die am 27. Juni, dem Siebenschläfertag vorliegt, dem Witterrungscharakter der folgenen Wochen vorgibt. Dass also das Wetter, das wir an diesem Tag haben, in der nächsten Zeit so bleiben wird.

Laut Beobachtungen des Deutschen Wetterdienst (DWD) liegt die Eintrittswahrscheinlichkeit der Sienebschläferregel bei etwa 60 Prozent, stellt sich meist um den Siebenschläfertag eine Großwetterlage ein, die für die nächsten Wochen so bleibt.

Die Meterologen, die Wetterfachleute,  sagen, das liegt am Jetstream. Um den 27. Juni herum gibt es einen Windstrom, etwa 15 Kilometer über uns in der Luft, der in diesem Zeitraum ganz stabil bläst und so ein konstantes Klima formt.

Also stimmt diese Bauenrregel im Allgemeinen.

Doch woher kommmt der Name Siebenschläfer? Was hat ein Wetterphänomen mit einem kleinen Nagetier zu tun?

Der Siebenschläfertag verdankt seinen Namen einer alten Legende.

Unter Kaiser Decius (249-251) wurden Christen verfolgt. Damals, so sagt die Legende, suchten sieben junge Christen in einer Berghöhle in Ephesus Zuflucht. Doch sie wurden entdeckt und lebendig eingemauert. Aber die sieben jungen Christen starben dadurch nicht, sondern, so berichtet die Legende, sie schliefen hinter der Mauer. Und das nicht nur ein par Tage, sondern mehrere hundert Jahre lang. An einem 27. Juni wachten sie auf, verkündeten ihren Glauben an die Auferstehung der Toten und starben wenig später.

Seitdem wird am 27. Juni diese sieben Schläfer gedacht. Und dieser Tag heißt folgerichtig der Sieben-Schlafer-Tag.

Mit dem kleinen, pussierlichen Nager, das so aussieht wie eine Mischung zwischen Eichhörnchen und Grauhörnchen, hat dieser Tag also leider gar nichts zu tun.

Aber vielleicht ist es ein kleiner Trost für alle Siebenschläferfans, dass der Siebenschläfer im Jahrt 2004 zum Tier des Jahres gekürt wurde.
(thomas fuchs)

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- "Ladendiebstahl" Von Kristine Kretschmer