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Beitrag vom 29.06.2018

Das Müller´sche Volksbad in MünchenEin Bad, schön wie ein Märchenschloss

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Blick von oben auf das Müllersche Volksbad in München (dpa / picture alliance / Marc Müller)
Eine Schwimmhalle für das Volk. (dpa / picture alliance / Marc Müller)

München steht das 1901 erbaute prächtige Müller´sche Volksbad. Damals war es das modernste und teuerste Hallenbad auf der Welt. Wie funktioniert so ein Schwimmbad eigentlich? Woher kommt das viele Wasser und wie hält man es sauber? Langweilt sich ein Badmeister, wenn er stundenlang auf das Becken schaut? Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen, treffen junge Synchronschwimmer und die älteste Isarnixe Münchens, die mit 87 Jahren immer noch regelmäßig trainiert und eine echte Wasserratte ist.

Als seinerzeit das Müller´sche Volksbad eröffnete war die Welt noch so anders als heute. Frauen und Männer waren im Bad getrennt und auch die Bademode war früher ganz anders.

Auch hatte damals nicht jeder eine Badewanne oder Dusche zu Hause, ja meist hatten die Wohnungen noch nicht einmal ein Badezimmer. Doch wer keine Dusche hatte, konnte sich im Müller’schen Volksbad eine Badewanne für einige Stunden mieten.

Zu verdanken haben die Münchner das Müllersche Volksbad und die mächtigen Steinlöwen am Beckenrand Karl Müller, einem wohlhabenden Mann. Er hatte die Idee dazu und vor allem auch viel Geld und vererbte dies der Stadt München, damit die damit für die Bevölkerung ein Hallenbad bauten.

Baden war damals, anders als heute, aber weniger Vergnügen, sondern eher eine Frage der Hygiene. 

Heute ist das für uns normal ... sich duschen, Deo zu nutzen, die Zähne zu putzen usw. Doch damals war der Gedanke der Körperreinigung neu. Der Berliner Arzt Oskar Lasser überraschte zu dieser Zeit beispielsweise die Öffentlichkeit mit seinnem Vorschlag 1 x pro Woche zu duschen. Umd das der Bevölkerung nahezubringen, ließ Oskar Lasser im Jahr 1883 in einer Hygiene Ausstellung eine Baracke mit 10 Duschzellen aufstellen. Für 10 Pfennige konnten Frauen und Männer das Duschen ausprobieren. Die Menschen waren begeistert! Tausende standen Schlange und stellten fest: Gewaschen fühlt man sich einfach besser.

Derartige Brausebäder gab es 1901 dann auch im Müllerschen Volksbad.

Heute sind die Wannenbäder im Müller´schen Volksbad nur noch an drei Tagen die Woche geöffnet.

Doch Baden, Planschen, sich an dem klaren Wasser und der tollen hohen Schimmhalle erfreuen kann man jeden Tag die Woche.