Player: wähle einen Beitrag
 
 
Beitrag vom 11.04.2019

Besser leben ohne PlastikPlastic - it´s not fantastic

Mit Ryke Beitrag hören
Plastikmüll im Pazifik in der Hanauma-Bucht vor Hawaii. (AP / NOAA)
Plastikmüll im Pazifik in der Hanauma-Bucht vor Hawaii. (AP / NOAA)

Gestrandete Wale mit 20 kg Plastik im Magen. Was können wir tun, um solchen Auswüchsen zu begegnen? Heute will Ryke mit Euch darüber sprechen, was wir tun können, um diesen Plastikberg nicht weiter ansteigen zu lassen, ja ihn möglichst zu verringern. Ruft an unter: 0800 2254 2254!

Eben mal eine Packung Gummibärchen kaufen, aufreißen, auffuttern, wegwerfen – Verpackungen landen schnell im Müll, vor allem in Deutschland. Wir können mit unserem Verhalten aber etwas daran ändern und Verpackungsmüll sparen.

Deutschland ist Meister im Wegwerfen von Verpackungsmüll. 2016 fielen in Deutschland insgesamt rund 18 Millionen Tonnen Verpackungsabfall an. Unser Müllberg wiegt also ungefähr so viel wie 32 Flugzeuge des Modells Airbus 360A. Das sind pro Person ungefähr 220 Kilogramm Verpackungsabfall. So viel wiegen ungefähr 1000 Packungen Gummibärchen. Der Europäische Durchschnitt liegt bei rund 167 Kilogramm Verpackungsmüll pro Person. In Deutschland produziert eine Person also rund 50 Kilogramm mehr Verpackungsmüll als im Rest Europas.  

Weltweit sind insbesondere die Meere und ihre Bewohner durch Plastikmüll bedroht. Zwar wird Plastik erst seit etwa 80 Jahren industriell hergestellt, dennoch finden sich schon etwa 142 Millionen Tonnen Müll in den Meeren – und jedes Jahr kommen 10 Millionen Tonnen dazu.

Hier fünf Tipps, wie Ihr Verpackungsmüll einsparen könnt:

1. Die Plastiktüte: Wusstet Ihr, dass die beliebten Plastiktüten im Supermarkt, in die wir unser Obst und Gemüse packen, ungefähr 10 bis 20 Jahre brauchen, bis sie verrotten? Dabei können wir unser Obst auch ohne Tüte auf das Kassenband legen. Wollt Ihr dennoch nicht darauf verzichten, könnt Ihr euch einfach einen leichten Gemüsebeutel kaufen. Den könnt ihr immer wieder verwenden.

2. Wasserflaschen: Das Trinkwasser aus dem Wasserhahn gehört zu den Lebensmitteln, die in Deutschland am besten kontrolliert werden. Deutschland ist nämlich verpflichtet, alle drei Jahre einen Bericht über die Trinkwasserqualität zu prüfen. Wir können also fast ausnahmslos Wasser aus der Leitung trinken und brauchen es gar nicht in der Plastikflasche zu kaufen.

Ihr könnt euch eine schöne Trinkflasche aus Metall kaufen und die immer wieder nachfüllen. Außerdem ist Trinkwasser im Vergleich zu anderen Getränken sehr günstig. Für nur einen Cent bekommt Ihr etwa 2 Liter Trinkwasser aus der Leitung!

Bitte beachten: Trinkwasser, das länger als vier Stunden in der Leitung gestanden ist, sollte nicht mehr getrunken werden. Wenn Ihr morgens eure Flasche auffüllen wollt, solltet Ihr das Leitungswasser etwas laufen lassen, bevor Ihr es trinkt. Solltet Ihr zu Hause noch Bleileitungen haben, dürft Ihr das Wasser nicht trinken. Solche Leitungen gibt es aber kaum noch und nur in alten Gebäuden.

3. Flüssigseife im Plastikspender: Die ist völlig unnötig! Unsere Hände werden auch mit einer festen Handseife richtig sauber. Die gibt es in jedem Drogeriemarkt oder im Bioladen zu kaufen.

4. Waschmittel: Im Herbst sind Kastanien nicht nur super zum Basteln. Ihr könnt auch Waschmittel daraus machen! Wascht 8 bis 10 Kastanien und hackt sie mit einem Messer klein. Holt euch von einem Erwachsenen Hilfe, wenn nötig. Legt die Kastanienstücke am besten über Nacht in ein Glas Wasser. Die Flüssigkeit sieht dann milchig aus. Durch das Einweichen lösen sich die Saponine. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Seife. Gießt nach dem Einweichen die milchige Flüssigkeit mit einem Sieb ab und fertig! Ihr könnt es wie gewohnt in das Spülfach eurer Waschmaschine geben. Lasst das Waschmittel aber nicht länger als zwei Tage stehen, weil es sonst unangenehm riechen könnte. 

5. Zahnbürste: Die Zahnbürste spielt vielleicht nicht die größte Rolle bei der Plastikverschmutzung. Wenn wir aber alle drei Monate unsere Zahnbürste auswechseln, ist das am Ende des Jahres dann doch ganz viel – vor allem wenn wir die vielen Zahnbürsten unserer Mitschülerinnen und Mitschüler dazu rechnen! Ihr könnt eure Plastikzahnbürste einfach durch eine Bambuszahnbüste austauschen. Bambus wächst auch schnell nach. Ihr könnt sie nach ausreichender Benutzung auf den Kompost werfen oder im Garten verbuddeln. (Anastasija Roon)