Donnerstag, 21. März 2019
 
 
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Beitrag vom 22.02.2019

Alles über MumienMegaknackig und schief gewickelt

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Die einzige Nachbildung des Ötzi außerhalb Bozens (Italien) wird am 22.06.2017 in Wittenburg (Mecklenburg-Vorpommern) im MehlWelten-Museum ausgestellt. Der «Mann aus dem Eis» gilt als erster Mensch, von dem bekannt ist, dass er Getreide gegessen hat. In den Resten von Ötzis Fellmantel seien zwei Körner des damals kultivierten Einkorns gefunden worden. (dpa / Jens Büttner)
Die einzige Nachbildung des Ötzi außerhalb Bozens (Italien) wird am 22.06.2017 in Wittenburg (Mecklenburg-Vorpommern) im MehlWelten-Museum ausgestellt. Der «Mann aus dem Eis» gilt als erster Mensch, von dem bekannt ist, dass er Getreide gegessen hat. In d (dpa / Jens Büttner)

Ötzi gehört dazu, ägyptische Pharaonen ebenso. Mumien - Körper, die konserviert sind für die Ewigkeit. Auf natürliche Art oder durch Eingriff von Menschenhand. Wann wird ein Leichnam eine Mumie und warum? Geschichten um die Mumifizierung.

Wenn man das Wort Mumie hört, dann denken die meisten Menschen an besonders präparierte Leichen aus Ägypten und  Südamerika.  Aber auch Moorleichen oder Gletschermumien wie "Ötzi" sind Mumien. Sie unterscheiden sich von den normalen Mumien dadurch, dass der Prozess der Mumifizierung hier ein natürlicher ist.

Aber woher kommt das Wort Mumie oder der Begriff Mumifizierung eigentlich?

Das Wort Mumie stammt vom arabischen Wort Mumia. So nannte man das schwarzes Erdpech, mit dem viele Krankheiten geheilt wurden. Und da die meisten der konservierten Leichen, die man in ägyptischen Gräbern fand, durch die Mumifizierung mit Ölen und Salben so schwarz wie das Erdpech geworden waren, nannte man die so konservierten toten Körper Mumien.

Die alten Ägypter waren wahre Künstler beim Herstellen von Mumien, so dass sich nicht nur die Knochen, sondern auch zum Beispiel die Haut bis heute erhalten haben. Dazu wurden dem Toten zuerst die Organe entfernt, die in Krügen aufbewahrt werden, sogenannte Kanopenkrügen.  Danach wurde der Körper mit Salz bedeckt und so etwa 40 Tage liegen gelassen, so dass das ganze Wasser aus dem Körper gezogen wurde. Dann wurde der Körper mit Binden umwickelt in einen Sarg gelegt. Dieses Verfahren konnten sich jedoch nur der Pharao und die reichen Ägypter leisten. Die Armen legten ihre Verstorbenen einfach in ein Sandloch in der Wüste, wodurch eine ähnliche Wirkung auf natürliche Weise erzielt wird.

Diese natürliche Mumifizierung findet man an vielen Orten der Erde. Sehr gut funktioniert sie in sehr kalten Regionen wie im Gebirge oder an einem luftdichten Ort, wie zum Beispiel in einem Moor. Es gibt Moorleichen, deren Haut sich ebenso erhalten haben wie etwa bei "Ötzi": Das ist eine 5000 Jahre alte Gletschermumie, die an der Grenze von Tirol und Südtirol in den Alpen gefunden worden ist.