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Beitrag vom 19.02.2017

WochenvorschauZugstau! Zugunruhe! Warum die Zugvögel dieses Jahr erst später kommen!

Von Thomas Fuchs
Kraniche ziehen am Himmel an einem Halbmond vorbei (imago/photo2000)
Nun fliegen sie wieder oder: Die Rückkehr der Kraniche (imago/photo2000)

Liebe Fans, Ich weiß nicht, ob Ihr es in den Nachrichten gehört habt, aber dieses Jahr herrscht bei den Zugvögeln echt das totale Durcheinander. Denn viele Vögel, die sich bereits auf den Weg gemacht hatten, waren ja wieder umgekehrt, da es ihnen hierzulande dann doch zu kalt war. Oder sie mussten eine Zwangspause einlegen. Letzte Woche steckten wegen der Kälte einige hundert Goldregenpfeifer in Nordhessen fest. Doch nun, seit es wärmer wird, machen sie sich alle auf den Weg.

2017 hat der große Vogelzug ja ungewöhnlich früh begonnen. Die meisten großen Schwärme hatten sich bereits im Januar wieder auf den Weg in den Norden gemacht. Denn bei den Vögeln gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Die Tiere sind bestrebt, möglichst früh in den Brutgebieten in Nordeuropa zu sein, damit sie sich die besten Plätze aussuchen können. Und dann, plötzlich wieder alles ganz anders,  wurde es kalt, nun doch Schnee, nix zu futtern und die armen Vögel mussten umkehren. Und was war die Folge davon? Auf den Zugrouten gab es "Zugstau", denn die einzelnen Schwärme kamen sich ins Gefieder.

Bei dem Klima in Europa überlegen ja generell schon immer mehr Zugvögel, komplett auf die winterlichen Flüge zu verzichten. Klimawandel und Verstädterung sind da die Stichworte in den Vogeltalkrunden hoch oben auf den Hochspannungsleitungen oder Bäumen.

Oder wenn sie doch unbedingt den Zug als Hype brauchen, dann brauchen sie zumindest nicht mehr ganz so weit zu fliegen. Es muss nicht immer Nordafrika sein, in der Toskana ist es auch schön, oder in Andalusien, auf den Brionischen Inseln in Kroatien, um nur einige nette Winterreviere anzuführen.

Die Tendenz zu verkürzten Winteraufenthalten oder näher liegenden Reisezielen belegen inzwischen auch die neusten Forschungen. Durchschnittlich 6,8 Tage früher kehren die Vögel in ihre Brutgebiete im Norden zurück. Die Mönchsgrasmücke, ein kleiner Singvogel, hat es sogar auf 17 Tage gebracht.

Ein Waldrapp aus der Unterfamilie der Ibisse (Geronticus eremita) fliegt über der Toskana in Italien. Zugvögel können beim Flug in V-Formation in ungeahnter Perfektion Energie sparen. Das habe die Analyse des Fluges von 14 Waldrappen ergeben. (picture alliance / dpa / Markus Unsöld)Der Waldrapp. Kakadus Ansicht nach der coolste Zugvogel schlechthin. (picture alliance / dpa / Markus Unsöld)

Doch noch ist es nur ein Trend. Von den etwa 400 Vogelarten in Deutschland sind nach meinen Informationen bislang nur etwa 40 Vögel ins Lager der Standvögel gewechselt. Aber darunter durchaus Vogelprominenz: Amseln, Graugänse, Feldlerchen, Hausrotschwänze, Störche und Kraniche.

Soweit die News aus der Vogelszene.

Kommen wir zum Programm der neuen Woche, die auch diesmal wieder mit dem Infotag am Montag beginnt.

Am Montag (20.2.) am Infotag geht es erst einmal zu den deutschen Skispringerinnen. Am 24. Februar ist in dieser Saison der große Tag für deutsche Skispringerinnen: Dann geht’s um 17.30 Uhr zur Entscheidung bei der Ski-WM, dem zweitgrößten Ereignis neben den Olympischen Spielen. Männer springen schon seit über 90 Jahren um die Weltmeisterschaft, Frauen jedoch erst seit acht Jahren - also seit 2009! Bei der letzten WM 2015 gab es eine deutsche Siegerin – Carina Vogt. Auch Katharina Althaus (20), derzeit Deutschlands beste Springerin, freut sich darauf. Kakadu-Reporter Gerd Michalek hat kürzlich mit Katharina und einer Sprungkollegin - sowie dem Bundestrainer - gesprochen. Und ich bleibe an diesem Montag in den Bergen. Dort wird es zur Zeit an manchen Stellen richtig gefährlich. Denn seit die Sonneneinstrahlung langsam wieder stärker wird, steigt in den Bergen das Lawinenrisiko. Wenn Menschen darin verschüttet werden, geht es bei der Rettung um Minuten. Dann kommen Lawinenhunde zum Einsatz, die mit ihren feinen Nasen Verschüttete auch noch unter Metern Schnee wittern können. Kakadu-Reporter Klaus Lockschen hat in den Alpen an einer Übung einer Lawinenhundestaffel teilgenommen.

Die deutsche Skispringerin Katharina Althaus springt am Samstag (14.01.2012) bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in Seefeld, Österreich, im Skisprung-Wettbewerb (picture alliance / dpa)Die deutsche Skispringerin Katharina Althaus ist eine der bekanntesten deutschen Skispringerinnen. Im Kakadu berichtet sie über ihnen Sport. (picture alliance / dpa)

Am Dienstag (21.2.) für den  Medientag habe ich bei Anna Wollner eine Filmkritik zu dem neuen Film "Bibi und Tina Tohuwabohu total" in Auftrag gegeben. Außerdem stelle ich Euch das Spiel Mino und Tauri vor.

Die Schauspielerinnen Lina Larissa Strahl (l) in der Rolle der Bibi und Lisa-Marie Koroll als Tina posieren am 14.08.2015 am Set des Kinofilms "Bibi & Tina - Mädchen gegen Jungs" im Wald bei Harzgerode (Sachsen-Anhalt).  (Picture Alliance /dpa / Jens Wolf)Erneut galoppieren Lina Larissa Strahl (l) und Lisa-Marie Koroll (r) als Bibi und Tina über die Kinoleinwand. (Picture Alliance /dpa / Jens Wolf)

Am Mittwoch (22.2.) am Musiktag erfahrt Ihr alles über meinen Lieblingskomponisten Gioacchino Rossini.

Er ist vielleicht der beste Opern-Beginner aller Zeiten - die Vorspiele, die Ouvertüren, die sich der italienische Komponist Gioacchino Rossini zu seinen Opern ausdachte, die mussten oft gleich mehrfach gespielt werden, so begeistert und mitgerissen waren die Leute von ihrem ganz besonderen Schwung. Zugabe zu Beginn! Die eigentliche Oper fing dann halt ein bisschen später an...Dabei war Rossini immer erst auf den letzten Drücker fertig mit seiner Arbeit, und die Ouvertüre zu seinen Opern schrieb er oft ganz zum Schluss - erstaunlich, dass tatsächlich alle eine abbekommen haben.
Gioacchino Rossini, der geniale Last-Minute-Mann der Musik - und wohl der beste Koch unter allen Komponisten. "...Immer auf die letzte Minute" -  Klassik für Einsteiger von Ulrike Timm.

Gioacchino Rossini (1792-1868) (dpa / picture alliance / Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH)Dass Gioacchino Rossini nicht nur eine großartiger Komponist, sondern auch ein ausgezeichneter Koch war, sieht man ihm irgendwie an. (dpa / picture alliance / Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH)

Im Quasseltag (23.2.) am Donnerstag will ich mit Euch über Vögel sprechen. Die sind ja wieder da, also die ersten, immer mehr. Und das hört man ja auch, frühmorgens ist es schon mitunter ja wieder richtig laut. Und daher fand ich es durchaus angemessen mal wieder über Vögel zu quasseln. Also über mich. Okay, nicht nur über mich, auch über den Vogel des Jahres und so. Über die große Verschwörung im NABU warum ich das immer noch nicht bin und wie man das für 2018 ändern können. Anrufen und mitquasseln unter: 0800 2254 2254.

Ein Dompfaff-Paar sitzt in einem Baum. (dpa/picture alliance/ Ismo Pekkarinen)Auch sehr gute Sänger, die Dompfaffen (dpa/picture alliance/ Ismo Pekkarinen)

Am Freitag (24.2.) am Entdeckertag wird es etwas gespenstisch. Denn mein großes Kakadu-Radio-Kinder-Feature heißt: "Auch des nächtlichen Mondes Gestalt kann niemals die gleiche bleiben" von Stephanie Menge.

Stroh wird zu Gold, ein Mädchen zu Stein, Brüder verwandeln sich in Schwäne. Im Märchen sind solche magischen Veränderungen nahezu alltäglich und so wundert es kaum, dass Verwandlungen für den berühmten Zauberlehrling Harry Potter schon ab der ersten Klasse auf dem Stundenplan stehen. Die größte Verwandlerin aller Dinge, die Natur, benötigt weder Zauberspruch noch Zauberstab: Pflanzen, Tiere und Menschen nehmen im Laufe ihres Lebens ständig neue Erscheinungsformen an, ja sogar Steine und Gestirne wandeln sich. Doch auch wir Menschen sind wahre Verwandlungskünstler - nicht nur zur Faschings- oder Karnevalszeit. Fast jeder von uns ist auch noch (mindestens) ein anderer als der er gerade erscheint. Mein Kakadu- Feature entführt Euch in eine Welt, in der alle Arten von Verwandlungen möglich sind.

Zeichnung eines Mannes mit Maske vor anderem Mann  (imago stock&people)Wer sind wir? Welche Maske tragen wir? In wen wollen wir uns verwandeln? (imago stock&people)

Am Sonntag (26.2.) beginne ich den Tag mit meinem Kakadu für Frühaufsteher um 7:30 Uhr mit der Geschichte "Der lachlose Herr Ohnedies" von Herbert Friedmann.

Herr Ohnedies hat Geburtstag und wartet auf seine Gäste. Aber da er schon so lange nicht mehr lachen kann, kommt niemand mehr gern zu ihm. Herr Ohnedies ist lachlos. Er hat sich selbst ein Geschenk gekauft und feiert mit sich alleine. Da fliegt zum geöffneten Fenster ein Ball herein, aber allein macht auch Ballspielen keinen Spaß. Da taucht ein seltsam buntes Wesen auf, mit einer grünen Jeans, einem gelben T-Shirt und feuerroten Haaren, die nach allen Seiten abstehen. Ihm gehört der Ball, er lacht den ganzen Tag und vielleicht kann er den Herrn Ohnedies wieder fröhlich machen.

Durch ihre sonnenähnliche Blütenform sind Sonnenblumen als Dekoration sehr beliebt (picture-alliance/ dpa / Andreas Lander)Eine "traurige" und eine "fröhliche" Sonnenblume stehen auf einem Feld bei Zielitz unweit von Magdeburg (picture-alliance/ dpa / Andreas Lander)

Und anschließend um 8:05 Uhr begrüßen wir Euch dann noch einmal und dann frage ich "Was träumst du?". Denn ich war mal wieder auf Reisen. Ich war bei der Abschlussveranstaltung des Winterferien-Musiklabors aus der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin.

Zum dritten Mal beteiligen wir uns hier im Kakadu an einem Projekt für Kinder und Jugendliche von der Deutschen Oper Berlin. Eine Woche lang schwärmten 50 Kinder aus, forschten nach Klängen Berlins, trafen Schlaf- und Traumexperten, befragten Sänger, Musiker und Maskenbildner nach ihren Träumen, erzählten sich eigene aus einem Traumtagebuch und träumten sich in die Zukunft. Aus den Fragen und Antworten entstanden kleine Hörspiele, Klanginstallationen, Lautmalereien und Lieder. Alles war möglich! Denn Träume machen unentdeckte Orte sichtbar, lassen uns verschwinden, jagen uns Angst ein, machen Helden aus uns oder bauen eine bessere Welt.
Sind Träume nur in unserem Kopf oder können sie auch Wirklichkeit werden? Eine Hör-Show präsentiert die Ergebnisse ihrer Recherche.

.  (Picture alliance / dpa / Sebastian Kahnert)In diesem schlichten Würfel fanden sowohl der Workshops, als auch die Abschlussveranstaltung d3es Winterferien-Musiklabors der Jungen Deutschen Oper von Berlin statt. (Picture alliance / dpa / Sebastian Kahnert)

So, und fertig ist die Woche. Wieder mal eine. Und ich werde mich jetzt noch etwas rausbegeben, um ein paar der Frühheimkehrer abzugreifen. Mal sehen, was es da so an Klatsch und Tratsch gibt. Wobei, alles darf man natürlich nicht glauben. Ein Singvogel sagte mir, man hätte in Italien auf ihn geschossen. So richtig in echt. Das wäre da Sport. Soll ich das glauben? Oder die Geschichte von dem Wanderfalken, den sie sie mit 389 km/h geblitzt haben? Bei seinem Sturzflug. Angeblich gibt es da sogar ein Video bei Youtube. Pah! 389 km/h, dass ich nicht lache.

Einen habe ich aber noch:

Warum Vögel den Menschen nie verstehen werden?

Körner im Winter – Vogelscheuchen im Sommer.

In diesem Sinne

Euer Kakadu