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Beitrag vom 08.01.2017

WochenvorschauPost von Kakadu

Von Thomas Fuchs
Nicht am Kältepol der Erde entstand diese Aufnahme, sondern am Leuchtturm von Sassnitz auf der Insel Rügen, aufgenommen am Dienstag (26.01.2010). Seit dem Jahr 1903 ist das Gebäude Endpunkt der 1.400 Meter langen Mole, und nur ganz selten in den vielen Jahren der Existenz des Leuchtturmes war der Winter derart "packend". (dpa-Zentralbild/Stefan Sauer)
Winter ist zwar schön, aber kalt. (dpa-Zentralbild/Stefan Sauer)

Meine lieben Fans, nun ist er ja doch noch einmal gekommen. Doch ehrlich gesagt, ich weiß nicht so richtig, ob ich mich darüber freuen soll. Natürlich ist der Winter eine tolle Sache. Schnee, Kälte und so. Aber wenn ich ganz ehrlich sein soll, dann ist das doch eher eine Jahreszeit für Pelzzträger. Also richtige Pelzträger, von Natur her Pelzträger, sozusagen. Eisbären, Polarfüchse, Pinguine. Gut, letztere haben kein Fell, aber ein besonderes Untergefieder, zudem hat denen die Natur so ein spezielles Kreislaufsystem verpasst, damit sie keine kalten Füße bekommen. Worauf ich hinaus will ist: Nicht jedes Lebewesen ist für den Winter gemacht!

Genau genommen gibt es Lebewesen, die sind gar nicht für den Winter gemacht. Die hat die Natur in die Gegenden der Erde angesiedelt, in denen es nicht so unangenehm warm wird. Athena beispielsweise, wenn sie bei Minusgraden nach draußen geht, dann friert sie ein!

Sie wird winterstarr.

Sie ist ein Kaltblüter, was ja bekanntermaßen so viel bedeutet wie, dass sie ihren Körper nicht alleine erwärmen kann und daher Wärme von außen braucht.

Doch bitte, meine lieben Leser und Leserinnen, Hörer und Hörerinnen …

Geht uns das denn ehrlich gesagt bei diesen Temperaturen denn nicht allen so?

Brauchen wir nicht alle augenblicklich bei diesem grauen Himmel, dem Nebel, dem Nieselregen und nun auch noch der Kälte jede zwischenmenschliche, ja, jede zwischenlebewesende Wärme? Und ich sage es Euch, es wird noch kälter werden!

Es wird noch einmal richtig Schnee geben. Der Winter 2017 ist noch nicht vorbei! Oh nein! Er ist selbst dann noch nicht vorbei, wenn in wenigen Monaten wieder im Park die ersten Singvögel ihr trügerisches Frühlingslied trällern.

Kalter Wind wird durch die vereisten, menschenleeren Gassen pfeifen und es wird so kalt werden, dass selbst die Eisbären, Polarfüchse und Pinguine die öffentlichen Wärmestuben aufsuchen werden. Wo Ihr sie willkommen heißen sollt, Ihr sie in Eure Mitte nehmen und wärmen sollt.

Im Zoo: Erdmännchen haben es sich gemütlich gemacht. (imago/Karina Hessland)Kuschelweltmeister! Erdmännchen (und auch Erdfrauchen) sind geradezu legendär dafür, es sich unglaublich gemütlich zu machen. (imago/Karina Hessland)

Das sagt mir mein Instinkt!

Dann sollt Ihr zusammen ein gutes Buch lesen.

Dann sollt Ihr zusammen einen guten Film sehen.

Und dann sollt Ihr zusammen Radio hören.

Zum Bespiel folgendes Kakadu-Programm der neuen Woche:

Im Infotag am Montag (9.1.) stellen wir Euch den Baum des Jahres vor. Es ist die Fichte!

Anschließend widmen wir uns der Frankfurter Senckenberg-Gesellschaft, beziehungsweise dem Museum, das die vor 200 Jahren gegründet haben. Das Senckenberg-Museum in Frankfurt. Ein echt cooles Museum, ich war da schon öfters, da gibt es das Modell eines Quastenflossers. Ein lebendes Fossil sozusagen. Denn eigentlich dachte man, diese Art Fisch wäre ausgestorben, daher ab ins Museum. Doch inzwischen hat man in den Meeren wieder lebende Exemplare entdeckt. Ja, lauter so Sachen hat dieses Naturkundemuseum zu bieten. Unbedingt mal besuchen, kann ich nur raten.

Das Skelett des Tyrannosaurus Rex namens "Tristan Otto" ist am 16.12.2015 im Naturkundemuseum in Berlin ausgestellt. Mit rund vier Metern Höhe und zwölf Metern Länge dominiert er die neue Schau zum Thema T. rex, die Besuchern von Donnerstag an im Berliner Naturkundemuseum offensteht. Foto: Britta Pedersen/dpa (zu dpa "T. rex zeigt Berlin die Zähne - Schau mit originalem Dino-Skelett" am 16.12.2015) (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)Eine solchen Tyrannosaurus Rex kann man auch im Senckenbergmuseum bewundern. (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)

Am Dienstag (10.1.) am Medientag habe ich den Kinotipp "Ballerina" für Euch und als Spieltipp "Yippie yippieh Yeti" vorbereitet. Außerdem geht es um ein Theaterstück über Aufklärung. Also um Mädchen und Jungs, ums Liebhaben und Lusthaben, um Schamgefühle und darum, wie Kinder in den Bauch und von dort wieder heraus kommen. Das Stück heißt "Darüber spricht man nicht" und macht auch klar, dass man "Nein" sagen darf, wenn einem etwas nicht gefällt oder man anderen seine Grenzen klar machen muss.

Nebeneinander statt miteinander - ein Paar in einem Bett (picture alliance / dpa / Rolf Kremming)Was Menschen im Bett unter der Decke so alles tuen können, "darüber spricht man nicht". Oder doch? (picture alliance / dpa / Rolf Kremming)

Am Mittwoch im Musiktag (11.1.) begegnen wir Odysseus. Einer Oper für Familien und Kinder.

Odysseus. Den Namen dieses Helden aus der griechischen Mythologie haben viele von Euch bestimmt schon einmal gehört. Nach dem Krieg von Troja waren Odysseus und seine Gefährten jahrelang auf dem Meer unterwegs und suchten den Weg zurück in ihre Heimat – die griechische Insel Ithaka. In der Kinderoper "Odysseus" von der Taschenoper Lübeck mit der Lautten Compagney Berlin wurde diese Geschichte etwas verändert. Es sind Flüchtlinge aus der zerstörten Stadt Troja, die nach Ithaka kommen. Aber Odysseus will sie auf seiner Insel nicht haben – und sucht auf einer gefährlichen Reise nach einer neuen Bleibe für die Fremden.

Ein Mosaik am Flughafen der tunesischen Insel Djerba mit einer Darstellung der Irrfahrt des Odysseus (imago / UIG)Die Irrfahrt des Odysseus dargestellt auf einem Mosaik (imago / UIG)

In den kommenden Monaten wird die Kinderoper "Odysseus" in verschiedenen deutschen Städten gespielt. wird. Meine Reporterin Jessica Zeller und Kinder aus Berlin haben sie schon gesehen.

Im Quasseltag am Donnerstag (12.1.) wollte ich mit Euch über Spiele und spielen reden. Ich habe mir als Gast meine Spielefachfrau Christina Valentiner-Branth eingeladen. Das Spiel, das sie nicht kennt, das gibt es nicht, wage ic h mal zu behaupten. Ihr könnt mitquasseln in der Sendung und vor allem: mitspielen! 0800-2254-2254.

Chistine Watty und Christopher Ricke im neunen Studiokomplex (Deutschlandradio / Manfred Hilling)Das neue Sendestudio vom Kakadu. Von hier wird gequasselt. (Deutschlandradio / Manfred Hilling)

Am Entdeckertag am Freitag (13.1.) präsentiere ich Euch eine komplette Kakadu-Sendung lang Buffalo Bill, alias William Frederick Cody.

Er startete als Kutscher bei einem Transportunternehmen, kämpfte im amerikanischen Bürgerkrieg und war, bevor er sich zum Indianerfreund mauserte, an Kriegen gegen Indianerstämme in Kansas beteiligt. Bei einem Rachefeldzug der Armee gegen Indianer tötete er den Unterhäuptling Yellow Hand und skalpierte ihn eigenhändig. Dieses Gefecht wurde später in der Presse zur großen Schlacht aufgebauscht und markiert den Beginn einer übertriebenen und unrealistischen Schilderung des Wilden Westens, von der noch das 20. Jahrhundert lange zehrte. Cody begriff die Zeichen der Zeit, legte sich den Künstlernamen Buffalo Bill zu und gründete eine Künstlertruppe, die Pferde- und Indianershows darbot - ab 1890 auch in Europa. Dabei traten auch echte Indianer wie der Sioux-Häuptling Sitting Bull auf, der das Medieninteresse nutzen wollte, um auf die ungerechte Behandlung der Indianer aufmerksam zu machen. Cody selbst blieb da zwiespältig. Seine Shows haben den Charakter von Völkerschauen und sind alles andere als Protestveranstaltungen. Ob Buffalo Bill jemals ein echter Indianerfreund war, bleibt fraglich. Einige Indianer priesen Cody jedoch bei seinem Tod für sein Engagement. Mit seinen Shows in Europa hat er auch unser Bild vom Wilden Westen entscheidend geprägt und Cowboy und Indianer in den Karneval eingeführt. Nach seinem Auftritt am 16.6.1906 in Trier wählte die dortige Karnevalsgesellschaft für die nächste Session das Thema Wild West Show für ihren Umzug.

William Cody, alias Buffalo Bill  (imago/ZUMA press)William Cody, alias Buffalo Bill, der vermutlich bekannteste Cowboy der Welt. (imago/ZUMA press)

"Bisonjäger, Goldgräber, Kämpfer und Showman - Vor 100 Jahren starb Buffalo Bill"
Ein Feature von Brigitte Jünger.

Im Kakadu für Frühaufsteher am Sonntag (15.1.) präsentiert Euch Tim die Ursendung "Reisefieber" von Hans Zimmer.

Moritz hat Fieber. Daher entscheidet Opa, dass er im Bett bleiben muss. Die geplanten Ausflüge finden daher nur im Kopf statt.
 Dabei wollte er doch eigentlich zu seiner Freundin Mimi an den See.
Ich erzähl Dir was, versucht sein Opa ihn zu trösten. Obwohl Moritz weiß, das ist ein Trick, um ihn abzulenken, hört er zu. Und Opa beginnt zu erzählen, von einem Duell, das vor über 200 Jahren wirklich stattgefunden hat, von aufregenden Entdeckungsfahrten in die Südsee und von gefährlichen Piraten.
Opa ist ein toller Geschichtenerzähler. Da Moritz hohes Fieber hat, gehen die Ausflüge, auch wenn Opa schon längst mit seinen Erzählungen aufgehört hat, in Moritz’ Kopf noch ausgiebig weiter.

(Deutschlandradio / Paul Vorreiter)Wer kann diese nassen Schnauze widerstehen ... (Deutschlandradio / Paul Vorreiter)

Im anschließenden Kinderhörspiel um 08:05 Uhr sende ich "Nass wie Hundeschnauze" von Jenny Reinhardt.

Mara, neun Jahre alt und schüchtern, hat große Angst vor Hunden. Das liegt in der Familie. Trotzdem rettet sie mit Arams Hilfe einen winzigen weißen Welpen aus dem Flakenfließ. Beide nennen ihn Drushok, das bedeutet 'Kleiner Freund'. Aram kommt aus Tiblissi und sagt, er könne alles. Sogar Box-Champion war er schon. Allerdings wohnt er im Ausländerheim und darf Drushok nicht mitnehmen. Also steckt ihn Mara unter die Jacke: Nie mehr wird sie den Hund hergeben! Sie kann die Eltern fast überzeugen, doch der Tierarzt stellt fest: Drushok ist ein Kampfhund. Nun muss Mara um ihn kämpfen. Sie tut das mit allen Tricks und Arams unerschöpflichen Kräften. Aber da gibt es jemanden, der keine guten Absichten hat!

Ja, damit bin ich fertig.

Ich werde jetzt noch mal raus an die frische Luft gehen. Ist doch egal, ob es viel zu kalt dafür ist und selbst die Eisbären im Zoo inzwischen in ihrer Höhle Gruppenkuscheln machen. Nein, nur Langweiler wie Athena bleiben drin und dösen träge vor sich hin. Nur uncoole Tiere sind Stubenhocker. Der kluge Vogel ist draußen und friert.

Und soll ich Euch sagen warum?

Nur wer aus der Kälte kommt kann die Wärme eines Ofens richtig würdigen.

Einen habe ich aber noch:

Es ist sinnlos, über die Kälte um uns zu klagen,

solange wir nicht bereit sind, uns füreinander zu erwärmen.

(Ernst Ferstl)

In diesem Sinne

Euer Kakadu