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Beitrag vom 31.07.2016

WochenvorschauPost von Kakadu

von Thomas Fuchs
Gewitterblitz (imago / Chromorange)
Heiter bis wolkig. Aus Kakadus Wettervorhersage (imago / Chromorange)

Meine lieben Fans, wenn ich so weitermache, dann kann ich mich bald ins Guinness-Buch der Rekorde eintragen lassen. Meine fünfte Woche in der Arbeitswelt und zugleich der fünfte Job. Das muss mir erst mal jemand nachmachen. Ich muss ja die Ferien über leider richtig arbeiten. Also nicht, dass mein Job hier im Funk kein richtiger Job wäre. Ist er natürlich. Jeden Tag versuche ich für Euch das bestmögliche Kakaduprogramm zu senden. Das ist echte Arbeit. Doch verdiene ich damit ja leider kein Geld. Ich arbeite gegen Kost und Logis, für die gute Sache, ehrenvogelhalber.

Doch wie ich ja schon in den letzten Newslettern erwähnt habe, brauche ich nun Geld. Es gibt einige, angeblich von mir verursachte Schäden im Funkhaus, die die Versicherung nicht zahlt und für die ich aufkommen soll.
Deshalb jobbe ich.
Zurzeit, ich mag mich da nach meinen bisherigen Erfahrungen nicht genauer festlegen, arbeite in der Wettervorhersage. Meiner Einschätzung nach ein ungefährlicher Job. Zumindest im Moment. Wenn ich da einfach immer nur sage: Das Wetter bleibt sommerlich, vereinzelt sehr heiß, mitunter aber auch ungewöhnlich kühl und mancherorts kann es zu durchaus heftigen Gewittern kommen, dann kann das nicht falsch sein.
Ist doch so.
Aber was soll ich sagen, das dachte ich auch bei meinem letzten Job. Den in der Ferienbetreuung von Kindern. Da sollte ich einfach nur einen Indianervogel spielen. Und doch haben sie mich gefeuert. Wofür ich aber diesmal wirklich nichts konnte. Die haben mir einfach die vielen Gewitter in der Vergangenheit unter die Flügel geschoben.
Hallo?
Ich habe den Donnervogel gespielt! Das war ich nie wirklich. Ich meine, ich kann ja verstehen, dass die Leute irgendeinen Schuldigen suchen, wenn der Sommer so mies ausfällt.
Aber dieses Schietwetter einem kleinen unschuldigen Vogel anzulasten, geht zu weit.
Ist doch so.
Als ob ich mit meinen Flügelschlägen echte Gewitter auslösen könnte. Lachhaft. Und so was glauben Leute, die im Museum arbeiten.
Genau genommen, war ja daher mein Rauswurf eher ein Kompliment. Offenbar habe ich meine Rolle zu glaubwürdig verkörpert.
Aber gut, mein neuer Job in der Wettervorhersage ist so einfach zu erledigen, dass ich wieder mehr Zeit fürs Radio habe.
Und so kann ich Euch voller Stolz ein wirklich besonderes Radioprogramm für die neue Woche präsentieren. Und ich kann schon verraten, es wird sportlich, was ich mir da vorgenommen habe, fast schon olympiareif!

Die mit Hakenkreuz-Fahnen und -Wimpeln geschmückte Königsstraße in Berlin während der Olympischen Spiele im August 1936. (picture alliance / dpa / Katharina Heyne)Während der Olympischen Spiele im August 1936 waren in ganz Deutschland die Straßen mit Hakenkreuz-Fahnen und -Wimpeln geschmückt. (picture alliance / dpa / Katharina Heyne)

Das beginnt am Infotag am Montag (1.8.) mit einem Beitrag über die Olympischen Spiele. Aber mein Reporter Gerd Michalek berichtet nicht aus Rio von den aktuellen Spielen, sondern über die Olympischen Spiele, die vor fast auf den Tag genau vor 80 Jahren in Berlin begannen. Die sogenannten Propaganda-Spiele von Berlin. Am 2. August 1936 eröffnete Adolf Hitler als deutscher Reichskanzler die Olympischen Spiele in Berlin. Obwohl der Diktator schon 1939 - also nur drei Jahre später - mit deutschen Soldaten den zweiten Weltkrieg begann (und dafür jahrelang plante), versuchte er, in Berlin durch eine hübsche Eröffnungsfeier allen Ländern der Welt zu zeigen, wie friedliebend Deutschland damals doch war. Was für eine große Lüge!
Die meisten der Olympiateilnehmer dachten seinerzeit überhaupt nicht an Krieg. Für sie waren es tolle Spiele und tolle Zuschauer. Ähnlich ist die Erinnerung von zwei Berlin-Teilnehmerinnen am Ende ihres Lebens: Susanne Heinze war gerade 16, als sie 1936 im ausverkauften Schwimmstadion Turmspringen machte. Sprinterin Grete Debus war 18 und als jüngste im Team nur Ersatzläuferin in der 4 x100m-Staffel. Zu ihrer Enttäuschung wurde sie nicht eingesetzt und musste zugucken: Sie erinnert sich noch genau, was sie fühlte, als die deutsche Staffel in Führung lag und plötzlich das Staffelholz beim letzten Wechsel auf den Boden fallen ließ. Grete hat nur gelacht und war sehr schadenfroh!

Blitze schlagen neben Windrädern ein (picture alliance / dpa  / Sven Koopmann / Photoka)Wenn sich so ein Gewitter nähert, hat man gerne eine App, die einen warnt. (picture alliance / dpa / Sven Koopmann / Photoka)

Am Dienstag (2.8.) am Medientag stelle ich Euch eine Gewitter-App vor, wir feiern den 50sten Geburtstag des kleinen Gespensts und unsere Filmkritikerin war im Kino und hat Pets gesehen. Ob sich der Kinobesuch für Euch lohnt, wird sie live berichten.

Der Mittwoch (3.8.) ist unser Medientag. Und passend zu den Olympischen Spielen in Rio machen wir eine Musikreise nach Brasilien. Ich sage nur Samba!

Samba in Rio (picture-alliance / dpa / Foto: MAXPPP)Samba-Tänzerinnen in Rio de Janeiro. (picture-alliance / dpa / Foto: MAXPPP)
Außerdem gibt es von Rüdiger Bischoff wieder was auf (?) die Klangohren.

Kommen wir zum Donnerstag (4.8.) meinem Quasseltag. Da, also, ja, Sekunde … doch, darüber sollte man einfach mal quasseln. Über das Schweigen. Eine halbe Stunde Stille, innigstes Schweigen. Kein Verschweigen, ein Miteinander-Schweigen, ein Innehalten, die Klappe halten …

Ein Studiomikrofon (Deutschlandradio / Ellen Wilke)Ein Studiomikrofon nimmt auch dann auf, wenn es nichts aufzunehmen gibt. (Deutschlandradio / Ellen Wilke)
Ob sich Anrufen lohnt? Eure Entscheidung: 0800 2254 2254.

Und weiter geht es am Freitag (5.9.) mit meinem Entdeckertagsfeature.
"Möge der Beste gewinnen! Die Geschichte der Olympischen Spiele." Ein Radiofeature von Kati Obermann.
Rund 10.000 Athleten aus aller Welt pilgern in diesem Sommer nach Rio de Janeiro - zu den 31sten Olympischen Sommerspielen. Jahrelang haben sie geschwitzt, jede freie Minute trainiert und von nichts anderem geträumt als davon, einmal dabei zu sein. Jetzt endlich werden sie gegeneinander antreten. Zigtausende Fans und Reporter fiebern den Spielen entgegen. Die Wettkämpfe sind das Sportereignis des Jahres. Genau wie vor fast 2800 Jahren als in Griechenland - genauer gesagt in Olympia - alles begann. Und zwar mit nur einer einzigen Disziplin. Dem Stadionlauf! Doch dabei blieb es nicht lange.

Luftbild Olympiapark in Rio de Janeiro (Gabriel Heusi/Brasil2016.gov.br)Der Olympiapark in Rio de Janeiro (Gabriel Heusi/Brasil2016.gov.br)

Kommen wir zum Sonntag (7.8.), an dem Ihr mich ab 07:30 Uhr hören könnt. Ich beginne mit der Geschichte "Bertie und die Sache mit Tarantel" von Mara Schindler.
Auf dem Heimweg von der Schule fällt Bertie ein an einen Zaun angebundener Hund auf. Frau Beyer, die Frau aus dem Imbiss, sagt, der würde schon seit Stunden dort in der heißen Sonne liegen. Der Hund hat Durst und offenbar wurde er ausgesetzt. Natürlich kümmert sich Bertie um das Tier. Sie gibt ihm Wasser, spielt mit ihm und nimmt ihn mit nach Hause. Eigentlich hat Mama ja gesagt, dass sie keinen Hund haben können. Da es schon spät ist, können sie Tarantel, so hat Bertie den Hund getauft, erst am nächsten Tag ins Tierheim bringen. Ob eine Nacht ausreichen wird, Mama davon zu überzeugen, dass sie doch einen Hund brauchen?

Jemand hält einem kleinen Hund ein Eis am Stiel vor die Schnauze und er leckt es ab. (afp/ Luis Robayo)Kein Hotdog, sondern ein Icedog? Egal, bei großer Hitze mag jeder Eis. (afp/ Luis Robayo)

Und weiter geht es nach den Nachrichten um 08:05 Uhr mit dem Kinderhörspiel. Diesmal: "Der kleine Riese" von Gert Prokop.
Minimax haben die Eltern ihren Sohn genannt, von dem sie erwarten, dass er ein berühmter und besonders großer Riese wird. Als sie jedoch merken, dass er fast gar nicht wächst, verstecken sie ihn und geben ihn jahrelang als Baby aus. Aber in Minimax schlägt ein kühnes Herz, in seinem Kopf wachsen kluge Gedanken. Er hat es satt, im Puppenhaus seiner Großmutter zu leben und macht sich auf den Weg, um Freunde zu finden. Er wird oft ausgelacht und weggeschickt, erst im Land der Zwerge findet er sein Glück.

Eine Riesenheuschrecke (Phobaeticus magnus) sitzt auf einem Ast. (imago / blickwinkel)Irgendwie beunruhigend, so eine Riesenheuschrecke. (imago / blickwinkel)

Tja und schon ist wieder eine Woche herum. Kinder, Kinder, wie schnell doch die Zeit vergeht!
Einen habe ich aber noch, bevor ich los fliege und weitere Wetterereignisse verkünden werde:

Anruf beim Wetteramt: "Ihre leichte Bewölkung wird gerade von der Feuerwehr aus meinem Keller gepumpt!"

In diesem Sinne.

Euer Kakadu