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Beitrag vom 09.01.2019

Sechs Tipps für den entspannten Konzertbesuch Jetzt bloß nicht niesen - Etikette im Konzert

Von Dana Sindermann Beitrag hören
Publikum bei einem Open Air (imago stock&people)
Diese Art, die Musik zu genießen, ist bei Konzerten Klassischer Musik oder in der Oper eher weniger gern gesehen. (imago stock&people)

Was zieh ich an? Was mache ich, wenn ich mal muss? Darf ich, wenn ich das Lied kenne, in der Oper mitsingen? Und wann darf ich endlich klatschen? Ein kleiner Konzert-Knigge für alle.

Sechs Tipps für einen entspannten Konzertbesuch

1. Vorbereitung ist alles.

Eine verbindliche Anweisungen, welche Kleidung erwartet wird, gibt es inzwischen kaum noch. Daher kann der Herr den Smoking und die Dame das Abendkleid beruhigt im Schrank lassen (Außer, sie wollen sich so anziehen). Doch bitte nicht allzu lässig, etwas Eleganz ist schon erwünscht, denn immerhin ist es ein besonderer Anlass. Doch generell gilt inzwischen: Erlaubt ist, was einem gefällt und was - ganz wichtig - bequem ist. Denn bei einem Konzert- oder einem Opernkonzert muss man mitunter ziemlich lange sitzen.
Ach ja, und Duschen oder Baden vor der Veranstaltung kommt auch gut, denn niemand möchte stundenlang neben jemandem sitzen, der riecht.

2. Pünktlichkeit. Ein Konzert wartet nicht.

Ob Theater, Oper oder Konzert. Mit dem Gong schließen sich die Türen und wer zu spät kommt, der muss draußen bleiben. Erst nach geraumer Zeit ist in der Regel ein späterer Einlass wieder möglich. Daher lieber zu früh, als zu spät ankommen. Und das macht auch mehr Spaß, denn so hat man mehr Zeit, die anderen Besucher zu beobachten.

3. Die Garderobe abgeben

In so einer Sitzreihe ist nicht wirklich viel Platz. Daher lieber Mantel, Rucksack, Regenschirm usw. an der Gaderobe abgeben. Drei Stunden lang den dicken, nassen Wintermantel auf dem Schoß zu haben kann ziemlich nerven.

4. Den Platz einnehmen.

Zwar muss man, wenn man, beispielsweise den Platz in der Mitte der Reihe hat, diesen nicht gezwungenermaßen zuerst einnehmen. Aber bereits frühzeitig zu sitzen ist höflicher, als sich erst kurz vor Beginn in die Reihe drängeln, so dass alle anderen aufstehen müssen. Sollte es sich nicht vermeiden lassen, bitte mit dem Gesicht zum Sitzenden vorbeidrängeln, also niemals den anderen den Hintern zeigen.

5. Ruhe während der Veranstaltung

Das Handy ist aus oder stumm geschaltet, bitte keine Knistertüten mit Bonbons aus der Tasche kramen und weder tuscheln noch mitsingen. Und wenn jemand husten oder nießen muss, so tue er dies entweder leise oder aber bleibt, wenn er richtig erkältet ist, besser gleich zu Hause.

6. Applaus tut wohl - Am Ende.

Bei den meisten Konzerten wird zwischen den einzelnen Teilen der Musik, z.B. zwischen den einzelnen Sätzen einer Sinfonie oder eines Solokonzerts, nicht geklatscht. Denn das Klatschen würde den Fluss der Musik stören. Daher lieber die Pause nutzen, um die Sitzposition zu verändern, sich einmal zu strecken oder ein neues Hustenbonbon einzuwerfen. Generell gilt: Mit dem Strom schwimmen, abwarten, wie sich die anderen Besucher verhalten und dann nachmachen.

Doch was den Schlussapplaus angeht ... hier ist jede Zurückhaltung unangebracht.
Es mag wohl so sein, dass der Künstler nicht nur des Applauses wegen auftritt, sondern um der Kunst willen. Doch der Applaus tut ihm wohl.
Daher heißt es, nach der Vorstellung mit  Applaus, Bravo-Rufen, Klatschen, Pfiffen usw.  nicht zu geizen. Die Künstlerinnen und Künstler freut eine lebendige Reaktion ihres Publikums.
Ob das auch für Missfallensbekundungen zutrifft, ist eine andere Frage. Buhrufe und Schmähgesänge tun immer weh. Weniger bis kaum Applaus hat die gleiche Signalwirkung.

Desweiteren zu hören:

Musikskandale von Heidi Mottl