Dienstag, 28. März 2017
 
 
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Beitrag vom 26.02.2017

WochenvorschauWird Kakadu gefressen?

Potsdam (Brandenburg): Das betäubte sibirische Tigerweibchen "Dava" schläft am 09.10.2002 in ihren Käfig im Park Babelsberg in Potsdam. Der Tiger war am ersten Potsdamer Gastspieltag des Zirkus "Probst" geflüchtet und hatte sich neben einem Wohngebiet niedergelassen. Die Raubkatze wurde schließlich durch ein Betäubungsgewehr ruhig gestellt. (picture alliance /  ZB / Ralf Hirschberger)
Von wegen gutmötig. diese Zähne können töten! (picture alliance / ZB / Ralf Hirschberger)

Meine lieben Fans, Ihr kennt mich ja nun doch etwas. Denke ich mal. Und wie Ihr daher wisst, bin ich ja nicht gerade auf den Schnabel gefallen, sozusagen. Und doch kann es passieren, dass selbst mir vorübergehend die Worte fehlen.

Gestern aber war es mal wieder so weit. Ich saß am Rechner an der Sendeplanung für das Programm der kommenden Woche und trug fein ordentliches alles in die entsprechenden Computerprogramme ein, mit denen wir dann die Sendung fahren, wie wir Radioleute so sagen.

Ich war mit meiner Woche schon beim Freitag angekommen, wieder einmal sehr stolz, was für tolle Beiträge ich für die Woche zusammengetragen hatte, beispielsweise den über  den Eiffelturm … aber dazu später. Jedenfalls ließ sich da plötzlich Tiger auf den Stuhl neben mir fallen, glotzte auf den Monitor von meinem Rechner und sagte: "Was machst du da?"

"Nach was sieht es denn aus? Ich backe Kuchen!", gab ich knapp zurück, weil ich es nicht abkann, wenn mich jemand von der Seite anquatscht, wenn ich arbeite. Da muss man konzentriert bei der Sache sein, sonst liegt der Beitrag über den Maler Yves Klein und die Farbe Blau plötzlich im Medientag, anstatt im Montag, wo er hingehört.

"Booh! Am Freitag quasselt ihr ja über neue Technik!", brummte Tiger beeindruckt. "Darf ich da ins Studio kommen? Als Fachmann."

Ein Roboter, der Mathe und Yoga kann. (Sven Kästner)Ein Roboter, der Mathe und Yoga kann. (Sven Kästner)

"Du ein Fachmann für Technik?", stichelte ich. "Du schaffst es ja nicht einmal bei deinem Handy den Klingelton zu ändern!"

"Das liegt daran, dass ich so große Tatzen habe!", knurrte Tiger.

"Na und?", widersprach ich. "Ich hab Krallen, was soll ich da sagen?"

"Mit Tatzen ist schwerer."

"Quatsch, Krallen!"

"Tatzen!

"Krallen!"

So ging es eine Weile zwischen uns munter hin und her, bis wir dazu übergingen, uns gegenseitig aufzulisten, was wir bislang alles an großartigen Aktionen gemacht hätten. Trotz der gattungsspezifischen Benachteiligung Kralle/Tatzen.

Tiger erzählte, dass früher sein Hobby gewesen wäre, mit Bügelperlen große Bilder zu gestalten. Und das es höllisch schwer gewesen wäre, die kleinen Bügelperlen mit seinen Tatzen zu stecken. Aber er hätte dank seiner Großartigkeit hinbekommen.

Ich konterte mit meinen sagenhaften Fähigkeiten auf der Querflöte. Trotz Krallen.

Tiger zog nach mit seiner Sammlung selbstgebastelter Flaschenschiffe im Miniaturformat.

Als ich begann, davon zu berichten, wie unfassbar schwierig es gewesen wäre, mir das Tippen im Achtkrallensystem beizubringen, da ich ja, wenn ich mit beiden Vogelfüßen tippe, mich mit Flattern über der Tastatur halten muss, mischte sich Athena ein.

"Ihr habt ja keine Ahnung", sagte sie. "Wisst Ihr, was die einzig wirkliche Herausforderung im Leben ist?"

Tiger und ich zuckten mit den Schultern.

"Ehrlich sein. Nicht herumprotzen mit Dingen, für die man eher dankbar sein sollte, anstatt stolz", begann Athena. "Und wenn man das Glück hat, in einer Sache besonders gut zu sein, dann sollte man dies Geschenk nutzen, um Schwächeren zu helfen, sie zu beschützen. "

"Ja gut, aber …" murmelte Tiger.

"Und aufrichtig sein, Mut haben, sich vor andere zu stellen", fuhr sie fort. "Zu sagen das ist mies, wenn jemand einen Witz über Ausländer erzählt. Nicht wegzuhören, wenn einer deiner Kumpels Bemerkungen macht wie: Der ist ein Opfer! Oder: Das ist doch voll behindert. Und Ihr Deppen streitet ernsthaft über Kralle, Tatzen … ihr habt sie ja nicht mehr alle!"

Dann drehte sich Athena um und kroch langsam hinaus.

Mitarbeiter der Stralsunder Tafel liefern am 23.12.2014 in Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern) Lebensmittelspenden eines Lebensmittelladen an das Ladenlokal der Tafel. Die Tafeln in Mecklenburg-Vorpommern haben immer mehr Zulauf. Sie versorgen heute ein Drittel mehr Menschen als vor einigen Jahren.   (dpa / picture alliance / Stefan Sauer)Eine Form von Mut. Helfen, damit Menschen mit wenig Geld etwas zu essen bekommen. (dpa / picture alliance / Stefan Sauer)

Tiger und ich standen etwas bedröppelt da.

"Und nun", fragte Tiger nach einer Weile.

"Athena hat recht. Und ich bin ehrlich genug, es Dir endlich zu sagen: Du hast Mundgeruch!", sagte ich.

"Ha, ich bin viel aufrichtiger als du denn ich sag dir, dass du eine Stimme hast, die mir Kopfschmerzen macht."

"Pah, das weiß doch jeder! Das ist mein Markenzeichen!", konterte ich. "Aber Tiger, ich sag es ja nur ungern, du bist fett!"

"Und du zerzaust."

"Du sabberst im Schlaf!"

In der Tür drehte sich Athena um und seufzte demonstrativ. Aber Tiger und mir war das egal, wenn man einmal den Weg der Ehrlichkeit und der Aufrichtigkeit eingeschlagen hat, dann muss man ihn auch weitergehen.

Außerdem war Wochenende und wir hatten beide nichts Besseres vor.

Und so komme ich erst jetzt dazu, das neue Programm für die kommende Woche für Euch zu vervollständigen. Doch knapp vor Schluss ist auch noch pünktlich:

Eine Besucherin der Ausstellung mit Werken von "Yves Klein" geht am Donnerstag (16.09.2004) in der Frankfurter Kunsthalle Schirn an dem Bild "Monochrom Blau" vorbei. Die Schau ist vom 17. September 2004 bis 9. Januar 2005 zu sehen. Foto: Frank May dpa | (dpa)Blau, blau, blau ist alles was ich male ... (dpa)

 Am Montag (27.2.) am Infotag könnt ihr  den Maler Yves Klein kennenlernen.  Die Farbe Blau hat es diesem Mann angetan – und sie hat ihn berühmt gemacht. Und wie er sagt, hat diese Farbe ihn aber sehr glücklich gemacht und zu einem Künstler, den man heute überall auf der Welt kennt. Die Kinder-Kunst-Experten Yara, Lea, Jaron und Jona haben sich zusammen mit Ilka Lorenzen all diese blauen Kunstwerke und das Leben von Yves Klein ganz genau angesehen und sich Gedanken darüber gemacht, warum er sich ausgerechnet für Blau entscheiden hat.

Außerdem berichte ich über eine Kinderführung durch das Palais Baberini, ein ganz neu eröffnetes Museum in Potsdam und dann ist natürlich auch der Fastnachtsmontag ein Thema bei mir. Der Tag im Jahr, der auch als blauer Montag oder vor allem als Rosenmontag bekannt ist.
Ach ja, und natürlich am Montag, wie auch an allen anderen Tagen unter der Woche, gibt es unsere aktuellen Kindernachrichten.

Am Dienstag (28.2.) sende ich im Medientag, naja, da wird es dann richtig Karneval, Fastnacht.

Ich hab da diverse Reportagen eingeplant, unter anderen auch darüber,  welche Verkleidungen dieses Jahr so der Hit sind.

Das Karnevalsprinzenpaar Samuel und Jacinta Awasum, Prinz Samuel I.und Prinzessin Jacinta I. von Ratingen (picture alliance / dpa / Horst Ossinger)Karneval bedeutet auch, dass in einigen Städten wieder Prinzen und Prinzessinnen regieren. Wie hier das Karnevalsprinzenpaar Samuel und Jacinta Awasum, Prinz Samuel I.und Prinzessin Jacinta I. von Ratingen (picture alliance / dpa / Horst Ossinger)

Am Mittwoch (1.3.) im Musiktag kommt unsere Klangohr-Kinderjury zu Worte und erzählt Euch, was ihr Klangohren-Test ergeben hat. Daumen hoch oder Daumen runter über neue Kindermusik-CDs. Und wenn sie ihr Urteil gesprochen haben, dann ist Franz Schubert angesagt mit seiner Winterreise.

Zwei Jugendliche, ein Junge und ein Mädchen, lernen sich im Internet kennen und chatten über Wochen miteinander. Ihre Themen: Liebeskummer, Verlust, Angst und Orientierungslosigkeit. Wie der Wanderer in Schuberts Winterreise sehen sie die Welt um sich als seelisch vereiste Landschaft. Nach einem Streit bricht der Chat ab und die Einsamkeit scheint die beiden Jugendlichen zu zerbrechen.
Mehr als 60 Jugendliche, unter ihnen junge Sänger aus dem Jugendchor, setzten sich mit Schuberts Winterreise auseinander. Ihre eigenen Erfahrungen verschmelzen mit der Vorlage und schlagen so eine Brücke über fast 200 Jahre zu dem wohl bekanntesten Liederzyklus der Romantik. Die Winterreise hat inzwischen zahlreiche musikalische Bearbeitungen erfahren, unter anderem für A-cappella-Chor, für Gitarre, aber auch für rein perkussive Begleitung. Die unterschiedlichen Formen der musikalischen Realisierung spiegeln die verschiedenen emotionalen »Echos« wider und werden auch in diesem Projekt aufgegriffen.

Winterlandschaft in Deutschland (dpa / picture alliance / Daniel Friedrichs)Schuberts Winterreise bedeutet nicht, dass ein Herr Schubert im Winter eine Reise unternommen hat. (dpa / picture alliance / Daniel Friedrichs)

Am Donnerstag (2.3.) am Quasseltag wird Tim mit Euch über Peinlichkeiten quasseln. Was ist Euch peinlich, was ist Euch bislang Peinliches passiert und was habt Ihr dann gemacht? Und warum ist etwas Peinliches eigentlich so oft auch gleichzeitig lustig. Also zumindest für die anderen ...  Anrufen und mitquasseln unter: 0800 2254 2254.

Am Freitag (3.3.) stelle ich Euch im Entdeckertag einen total außergewöhnlichen und wirklich einzigartigen Turm vor. Er ist komplett aus Stahl,  342 Meter hoch, seit einer Erbauung waren über 300 Millionen Menschen auf seiner Spitze, es gilt als das meistfotografierte Gebäude der Welt und inzwischen der berühmteste Sehenswürdigkeit einer europäischen Hauptstadt und … ich war natürlich auch schon oben.

Die Rede ist von  dem berühmten Eiffelturm in Paris, oder La Tour, wie die Franzosen sagen.

Als alter Eiffelturmfachmann weiß ich natürlich, dass die Form eine Pyramide abbilden soll und dass die Pyramide ein Symbol der Freimaurer ist und dass der Erbauer Eifel dieses Symbol genommen hat, um ein Zeichen für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu setzen.

Aber ich will nicht zu viel verraten, hört Euch das Feature von Annette Christine Hoch einfach an.

Eiffelturm in Paris (imago stock&people)Einfach wunderschön. Der Eiffelturm in Paris. (imago stock&people)

Am Sonntag (5.3.) bin ich wie üblich wieder gleich zweimal für Euch da. Erst gleich morgens um 7:30 Uhr mit der Geschichte für Frühaufsteher. Diesmal: "Marietta aus dem Supermarkt", von Anna Tollkötter, gelesen von Eva-Maria Meckbach.
Eine kleine Schwester kann nerven. Noch dazu, wenn sie ständig die Sachen der Größeren kaputt macht. Da kann es schon einmal passieren, dass diese aus einem Streit heraus sagt: "In Wahrheit haben Mama und Papa dich im Supermarkt gekauft! Aus dem Tiefkühlfach haben sie dich geholt, aus Mitleid, weil dich sonst niemand wollte!" Muss die ältere Schwester dann wirklich damit rechnen, dass die Jüngere losrennt, um diese Behauptung zu überprüfen? Marietta ist jedenfalls verschwunden und Monja hat ein ziemlich großes Problem.

Tiefkühlnahrung im Supermarkt (picture alliance / dpa)Tiefkühlnahrung im Supermarkt. Da finden sich Pommes, aber keine Babys. (picture alliance / dpa)

Und anschließend um 08:05 Uhr könnt Ihr "Als nicht nur Opas Knie verschwand" hören. Ein Kinderhörspiel von Sabine Ludwig.
Finja liebt ihren Opa heiß und innig. Sie ...

Finja liebt ihren Opa heiß und innig. Sie ist sehr traurig, als er ins Altersheim kommt. Sie besucht ihn oft. Und auch dort kann der ehemalige Chemielehrer es nicht lassen, waghalsige Experimente durchzuführen, was regelmäßig Schwester Renate in Rage versetzt. Die Substanzen für seine Versuche besorgt Finja in der Apotheke von Herrn Höllriegel. Der Apotheker hält sich mit Haarwässerchen und Schlankheitssäften über Wasser und träumt vom großen Geld. Als Finjas Opa eine selbstangerührte Salbe auf sein rheumatisches Knie schmiert, verschwindet mit dem Schmerz auch gleich das Knie! Finja und ihr Freund Murmel sind begeistert. Es müsste doch möglich sein, nicht nur ein Knie, sondern auch einen Menschen unsichtbar werden zu lassen. Das Experiment gelingt, doch als Höllriegel davon Wind bekommt, fasst er einen höllischen Plan.

Kinder-Hörspiel: „Der Elch ist schuld", Produktion Deutschlandradio Kultur 2015. Abgebildet: Elisa Fluch (Sari), Britta Steffenhagen (Habichtin) v.lks.   (Deutschlandradio / Jonas Maron)Hörspiel ist Theater zum Hören. (Deutschlandradio / Jonas Maron)

Was sit Euch peinlich. Warum wird man rot, wenn einam was peinlichers gschiet, wie kommt man aus einer peinlichen Situation wieder raus und warum ist Peinliches eigentlich so lustig. Helft Ihr gerne anderen? Wenn ja, warum? Weil man sich dann selbst besser fühlt? Weil man das einfach macht? Weil Ich Euch das sage?

Ruft an und quasselt mit. 0800 2254 2254.



Das Hörspiel haben meine Kollegen vom RBB gemacht, daher könnt Ihr es auch bei denen nachhören. Ich schmücke mich doch nicht mit fremden Federn.

Tja, soweit diese Woche. Wer da nicht hört, ist selber schuld, aber wirklich.

Ich mache jetzt mal den Abflug,

Ach, ja, einen habe ich noch (Mit Grüßen von Athena):

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.

Dem kann ich mich nur anschließen.

Kakadu