Dienstag, 28. März 2017
 
 
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Beitrag vom 12.02.2017

WochenvorschauWahnsinn - Schildkröte Athena lernt fliegen

Von Thomas Fuchs
Der Gaia-Satellit arbeitet gut, hat aber mit einigen Problemen zu kämpfen (ESA)
Können wir bald Schildkröte Athena als Satellit im Weltraum bewundern? (ESA)

Meine lieben Fans, Ich liebe den Winter. Tiger auch. Er und ich sind auch nur noch draußen. Bei uns im Park ist durch das ständige Tauen und Wiedergefrieren inzwischen eine echt abgeflogene Rodelbahn entstanden. Die ist nicht mehr aus Schnee, die ist inzwischen aus Eis! Die ist der Hammer!

Total steil und unten ist sogar eine Sprungschanze.
Wenn ich und Tiger da erscheinen, ist das immer die absolute Sause.
Wir sind aber auch ein cooles Duo.
Tiger liegt auf dem Schlitten, ich sitze auf seinem Nacken und wenn wir uns dann den Hang runterstürzen, krächze ich "Bahn frei, Kartoffelbrei!" und flattere wie wild.
Und unten an der Schanze, wenn wir dann abheben, nutze ich den Schwung, um so richtig in die Höhe zu steigen. Das ist wie ein Katapultstart. Die Beschleunigung ist irre. Ähnlich einem bunten Blitz schieße ich hinauf in den blauen Winterhimmel, breite meine mächtigen Schwingen aus und alles ringsherum applaudiert. Das ist großartig.

Ein Fischadler kreist am Himmel über Groß Schauen im Naturpark Dahme-Heideseen (Brandenburg). (dpa / picture alliance / Patrick Pleul)Wenn es Kakadu über die Schanze in den Himmel schleudert, dann fühlt er sich wie ein Adler. (dpa / picture alliance / Patrick Pleul)

Und wenn dann Tiger den Schlitten wieder auf den Hügel hochgezogen hat, geht es erneut los.
Also wenn ich könnte, wie ich dürfte, dann wäre ich den ganzen Tag draußen.
Die einzige hier in unserem Team, die so gar nichts mit dem Winter anfangen kann ist Athena.
Was womöglich daran liegen kann, dass sie eine Schildkröte ist. Athena sagt ja, dass Schildkröten normalerweise Winterstarre halten würden. Was ich total langweilig finde. Mal ehrlich, diese schöne Jahreszeit zu verpennen geht doch gar nicht. Doch in meinem Tierlexikon steht, dass Schildkröten das wirklich normalerweise so machen. Und dass die das auch nicht mit Absicht oder Vorsatz machen, nein, das würde ganz einfach passieren, wenn es kalt wird.
Da wir hier im Sender aber Fußbodenheizung haben, ist Athena – wie sie sagt, Dank ihrer Willenskraft – bislang nicht eingeschlafen. Doch gestern, da hätten wir sie fast verloren.
Tiger und ich hatten sie überredet, doch mal mit zum Rodeln zu kommen. Also, wir mussten sie da gar nicht groß überreden, sie wollte das selbst.
Wir haben sie in Decken eingewickelt, darüber viele Kissen und sie dann noch einmal dick zur Isolierung in so Verpackungsfolie eingewickelt. Kennt Ihr sicher, mit diesen kleinen Luftblasen, die man so toll knallen lassen kann. Athena sagte, ihr wäre mollig warm. Und damit das so bleibt, habe ich noch ganz viele von diesen kleinen Wärmepads für die Jackentasche zwischen ihre Umverpackungen geschoben.

Im Park hat Tiger sie auf den Schoß genommen, ich auf seiner Schulter und runter ging es mit dem Schlitten.
Bei der ersten Fahrt war sie noch ganz still, aber sie wollte gleich wieder. Also sind wir gleich erneut runter. Und noch einmal und noch einmal.
Sie hat gelacht. Und gejuchzt, sie fand es definitiv toll. Wir haben aber auch immer vor der Schanze abgebremst.
Bis …
Ja, wir waren wieder oben und irgendwie ist Tiger gestolpert – er behauptet, dass ich ihm zwischen die Beine geflogen wäre, was aber nicht stimmt. Vielmehr wäre er fast auf mich draufgetreten.
Und dann ist der Schlitten umgefallen und Athena auf dem Rücken allein den Berg runter. Ihr runder Panzer war wie so eine Rodelschale, sie wurde immer schneller und schneller. Tiger wollte sie noch einholen, aber sie war fixer. So rasant, dass ich es nicht mal fliegender Weise geschafft habe, zu ihr aufzuschließen.
Das Bild, wie sie dann unten über die Schanze donnerte, werde ich nie vergessen. Wie ein Satellit schoss sie hoch in den Himmel. Hoch, immer höher … Ja, sie hatte sicher zwischendurch auch so ein Erlebnis der Schwerelosigkeit, wie es mein Reporter erlebt hat, der am Dienstag zu hören ist.
Doch da sie anders als ich keine Flügel hatte, galten für sie aber leider die Gesetze der Schwerkraft. Und die sagen, was hoch steigt, wird tief fallen. Ist nix mit dauerhafter Schwerelosigkeit.
Zum Glück ist sie weich im dichten Gebüsch gelandet. Doch wir mussten in den Blättern und alten Ästen richtig graben, um sie zu finden.
Athena war ganz still.
Tiger und ich sind direkt mit ihr in die Tierklinik. Der Tierarzt sagte, alles okay. Ihr wäre nichts passiert. Ihr dicker Schildkrötenpanzer wäre wie ein Protektor gewesen und das sie nun so still wäre, würde daran liegen, dass sie einfach abgekühlt und daher eingeschlafen wäre.
Wenn es ihr wieder warm wäre, würde sie wieder aufwachen.
Also sind wir zurück in den Sender, haben die Heizung auf volle Kraft gedreht und tatsächlich. Nach zwei Stunden war sie wieder da.

Ein brennender Kamin (Foto: Jan-Martin Altgeld)Athena liebt es vor dem Kaminfeuer zu liegen. Dann hat sie es angenehm warm. Tiger passt gut auf, dass sie nicht zu nah ans Feuer kommt. (Foto: Jan-Martin Altgeld)
Tiger und ich waren wirklich erleichtert.
Tja, Winter ist eine tolle Sache, aber mitunter auch nicht ohne Risiko.
Athena hat jedenfalls angekündigt, erst wieder, wenn es über fünfzehn Grad plus hat, das Haus zu verlassen.
Die Zeit bis dahin will sie sich mit Radiohören vertreiben.
Keine schlechte Idee.
Besonders bei meinem Programm in dieser Woche:

Am Montag (13.2.) am Infotag da wird es … klar, hauptsächlich um die Bundespräsidentenwahl vom Sonntag gehen. Passiert ja nicht alle Tage, dass ein Land einen neuen Staatspräsidenten bekommt. Noch dazu, wenn es das eigene Land ist. Wer zum Bundespräsident gewählt worden ist und was das eigentlich für ein Amt ist, dazu mehr an diesem Montag.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier bei einer Ansprache während der 2. kulturellen Veranstaltung der "Nacht der Ideen" im Außenministerium in Paris/Frankreich am 26.01.2017. (AFP / Geoffroy van der Hasselt)Wenn alles läuft wie gedacht, dann wird am Sonntag Frank-Walter Steinmeier zum neuen Bundespräsidenten gewählt. (AFP / Geoffroy van der Hasselt)

Am Dienstag (14.2.) am Medientag stellt Euch Gabriela Grunwald einen wirklich lustigen Film vor. Alleine schon der Titel: Mein Leben als Zucchini. Einfach cool. Dann kommt Tom Feibel vorbei mit seinem neusten Computerspieletipp und Jens Krepela war für uns in der Schwerlosigkeit. Ehrlich ungelogen! Der ist in einem dieser Flugzeuge mitgeflogen, die ganz hoch fliegen, dann steil hinabstürzen und in denen dadurch, in dieser Zeit der Absturzes, innen im Flugzeug Schwerelosigkeit herrscht. Echt abgeflogen. Der Hammer …

Schöner als Fliegen: Schwerelosigkeit im umgebauten Airbus  (DLR)Schöner als Fliegen: Schwerelosigkeit im umgebauten Airbus. Unser Kakadu-Reporter war dabei. (DLR)

Am Mittwoch (15.2.) am Musiktag gratuliere ich dann aus ganzem Herzen und voller Begeisterung zum 10 jährigen Bestehen des Projekts Rhapsody in School.
Viele Kinder spielen ein Instrument - Geige, Klavier oder Querflöte.
Aber es gibt noch viel mehr Kinder, die kommen so gut wie nie mit Klassischer Musik in Berührung. Deshalb schickt die Initiative Rhapsody in School Musiker, die sonst auf den Bühnen dieser Welt stehen, in Schulklassen, um den Kindern ihre Instrumente zu erklären und Musik von Beethoven oder anderen Klassischen Komponisten nahe zu bringen. Das macht Rhapsody in School jetzt schon seit 10 Jahren, deshalb gab es in der Düsseldorfer Tonhalle ein Jubiläumskonzert. Auch da waren wieder Schüler dabei, sie haben das Konzert moderiert und die Musiker interviewt.

Kinder aus der Grundschule an der Stader Straße in Bremen hören in der Aula aufmerksam den Klängen, die die Cellistin Tanja Tetzlaff (l) und der Geiger Florian Donderer ihren Instrumenten entlockt haben. Auch die Cellistin Tanja Tetzlaff und der Geiger Florian Donderer spielen im Rahmen von „Rhapsody in School“ immer wieder vor Kindern, um sie für klassische Musik zu begeistern.

Am Donnerstag (16.2.) am Quasseltag wird über Schulunfälle und über Erste Hilfe gequasselt. Schulunfälle sind an deutschen Schulen an der Tagesordnung. Jedes Jahr verunglücken nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung weit über eine Million Schülerinnen und Schüler. Bei einem Unfall kommt es darauf an, schnell und zielgerichtet zu reagieren. Diese Rolle können Schülerinnen und Schüler selbst übernehmen, als ausgebildete Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter. Dadurch lernen sie, Verantwortung zu übernehmen, für andere zu sorgen und ein Bewusstsein für Gefahren zu entwickeln. Die ASJ Berlin hat sich gemeinsam mit der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli entschlossen, einen Schulsanitätsdienst aufzubauen. In rund 50 Unterrichtsstunden wurden seit Mai 2016 die ersten acht Schulsanitäter/innen von der ASJ ausgebildet und können nun ihren Dienst aufnehmen.
Gemeinsam mit Schulleiterin Cordula Heckmann und den neuen Schulsanitätern möchte die Arbeiter-Samariter-Jugend (ASJ) bei uns im Quasseltag zeigen, was ein Schulsanitätsdienst alles kann.

Eine Schülerin trägt am 18.6.2013 in Lingen eine Tsche für Erste Hilfe. (picture alliance / dpa - Friso Gentsch)Wenn es darauf ankommt, können Schulsanitäter Erste Hilfe leisten. (picture alliance / dpa - Friso Gentsch)

Am Freitag (17.2.) am Entdeckertag geht es um … Bah! Ekelig. Kenn ich nicht, hatte ich auch noch nie … Ehrlich! Die hatte Tiger, nicht ich!
Aber gut, Ruhe bewahren.
Es geht um Läuse … Brr… Sie sind winzig klein und doch so nervig. Läuse! Fast jedes Kind hatte vermutlich schon einmal die kleinen Krabbeltiere auf dem Kopf. Und die Läusesaison ist wieder voll im Gang: Winterzeit - alle hocken eng beieinander - stecken die Köpfe zusammen....... und ‚Hopp’ denkt sich die kleine Laus: "Hüpf ich doch mal auf den Kopf da".
Aber warum eigentlich? Wo kommen Läuse her? Und wieso hüpfen die auf unseren Köpfen herum und saugen Blut? Sind Läuse für irgendetwas gut? Und gibt es heute mehr Läuse als früher?
Wir gehen auf eine kleine Zeitreise, denn die Laus gibt es mindestens so lange auf unseren Köpfen, wie wir Köpfe haben. Bei den großen Auswanderungswellen von Deutschland nach Amerika im 17. und 18. Jahrhundert mussten alle durch die sogenannte Läuse-Dusche. Bei Perückenträgern waren Kopfläuse eine regelrechte Plage. Auch heute kennt jeder die Rundmail aus Schule oder Kindergarten: "Achtung. Wir haben Läuse!"

Ein Kinderarzt untersucht den Kopf eines Kindes nach Läusen. (imago/Westend61)Läusealarm! Ein Kinderarzt untersucht den Kopf eines Kindes nach Läusen. (imago/Westend61)
Wir machen aber auch eine biologische Entdeckungsreise und stellen fest, dass die Laus nicht nur nervig ist und juckt, sondern auch ein faszinierendes Tier ist. Von der Nisse bis zum Kribbel-Krabbeltier auf unserem Kopf, von eklig bis toll, von juckend bis spannend - wir lernen die Laus heute einmal genauer kennen. Und klären dabei auch noch, warum man sagt: "Dir ist wohl eine Laus über die Leber gelaufen" - obwohl die doch über unseren Kopf läuft.

Am Sonntag (19.2.) früh um 7:30 im Kakadu für Frühaufsteher habe ich dann mal wieder eine Ursendung für Euch. Eine echte Radiopremiere. Diese Geschichte "Die schöne Jolie" hat Rusalka Reh extra für mich geschrieben und die hat noch nie wer irgendwo vorher gehört. Die ersten seid Ihr.
Cool oder?
Obwohl das alte Schaf dem Bauern Hintrop gehört, machen die Menschen mit ihm, was sie wollen. Die Jungen aus dem Dorf bewerfen es sogar mit altem Obst. Doch die "schöne Jolie" ist nicht allein. Denn aus der Stadt ist Unterstützung herbeigezogen. Und auch wenn nun sechs Kinder gegen eins stehen, ein mutiges und liebendes Herz gibt nicht klein bei. Eine Geschichte voller Mitgefühl und Gerechtigkeitssinn über eine lebenswichtige Freundschaft von der Schriftstellerin Rusalka Reh.

Ein Schaf schaut über den Deich bei Büsum im Juni 2015 (picture-alliance / dpa / Axel Heimken)Ein Schaf schaut Dich an. Määääähhhh! (picture-alliance / dpa / Axel Heimken)

Und die Woche ist dann ja noch nicht zu Ende. Um 08:05 Uhr im Kinderhörspiel habe ich gleich noch einen Knaller für Euch. "Superflashboy" von Salah Naoura
Mann, Alter! Siehst du cool aus! Total wie Flashboy!" Torben-Henriks Freund Mehmet ist von den Socken. Hat man schon einmal ein so täuschend echtes Faschingskostüm gesehen? Auch Torben-Henrik gefällt sich in der neuen Rolle des Super-Helden. Zu dumm nur, dass auch Nitrowitsch und Petrowitsch, zwei Beamte vom Wachpersonal aus Hero-City, auf das Kostüm reinfallen, den Jungen mitten auf der Straße in ihr Auto zerren und losbrausen - ab durch eine Tunnelschleuse, direkt nach Hero-City. Hier triftt Torben-Hendrik auf den echten Flashboy. Zuerst sind beide sehr erschrocken, denn sie stehen plötzlich ihrem Doppelgänger gegenüber, dann aber beschließen sie einen Tausch. Und das ist ein großer Spaß, aber nicht auf Dauer.

Hulk, Captain, America, Thor (imago stock&people)Superhelden ohne Ende - aber Superflashboy, der coolste von allen - ist nicht mit dabei. (imago stock&people)

Salah Naoura, geboren 1964, studierte Deutsch und Schwedisch in Berlin und Stockholm und arbeitete danach als Lektor in einem Kinderbuchverlag. Seit 1995 ist er freier Übersetzer und Autor. Er übersetzte zahlreiche Kinder-, Jugend- und Sachbücher und veröffentlichte eigene Kinderromane, Erstlesebücher, Gedichte und Geschichten für Kinder. Als Übersetzer wurde er 1992 und 2013 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Sein Kinderroman "Matti, Sami und die drei größten Fehler des Universums" wurde 2011 mit dem Peter-Härtling-Preis und dem Jahres-LUCHS von der ZEIT und Radio Bremen prämiert. "Superflashboy" ist sein erstes Kinderhörspiel, er bekam dafür den Kinderhörspielpreis der Stadt Karlsruhe 2016.

So nun genug gearbeitet, nun geht es noch eine Runde hinaus in den Park. So rasant wie Athena den Hang runtergedüst ist, fand ich schon beeindruckend. Daher werde ich das mit der Luftpolsterfolie als Unterlage nun auch mal ausprobieren. Ich bin ja gespannt, wie hoch es mich rauskatapultiert. Ich war schon lange nicht mehr oben in den Wolken.

Ach, ja, einen habe ich noch

Ein dahinschmelzender Schneemann steht an einem Waldrand auf einer grünen Wiese.  (dpa/ picture-alliance/ Frank Rumpenhorst)Armer Kerl (dpa/ picture-alliance/ Frank Rumpenhorst)

Wie flucht der Schneemann im Frühjahr.
Nicht Sauwetter,
sondern Tauwetter.

In diesem Sinne.
Euer
Kakadu