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Beitrag vom 09.04.2017

WochenvorschauVon wegen Vögel singen, das ist lediglich lautes Geplapper!

Von Thomas Fuchs
(picture alliance / dpa / Hinrich Bäsemann)
Mancher Vogel hat, auch wenn er singt, nichts zu sagen. (picture alliance / dpa / Hinrich Bäsemann)

Meine lieben Fans, Als ich die Tage so durch den Stadtpark gesegelt bin, da ist mir aufgefallen, dass endlich wirklich der Frühling da ist. Nicht nur im Kalender, sondern auch in echt. Alles grünt und blüht. Und die meisten Singvögel sind auch schon wieder da. Die Menschen hier in der Redaktion freuen sich darüber. Jeden Tag tönt es: "Endlich! Die Amseln singt morgens wieder." – "Wie schön. Und erst die Nachtigall!" – "Das Rotkehlchen!" – "Ich liebe die Kohlmeisen. Und wie laut die singen!" – "Nein was für ein schönes Singen schon früh morgens." Und so weiter und so weiter. Nur soll ich Euch was verraten?

Die Menschen freuen sich, weil sie einfach keine Ahnung haben. Weil, die verstehen nicht was und warum die Vögel da frühmorgens herumschreien. Das ist alles nämlich keineswegs schön. Ich kann ja mal übersetzen, was eine Berliner Kohlmeise frühmorgens so von sich gibt: O-Ton aus der Birke vor der Redaktion:  "Hallo? Hört mich wer? Seid Ihr da, Haaalllloooo! Ich bin wach! Seid Ihr auch schon wach? Es ist doch schon hell! Hallo, wo seid Ihr! Ich bin da! Hallo! Hallo! Ich bin hier!"

Zwei Gebirgslori in der Ausstellung "Gefiederte Exoten" in Erfurt (dpa / picture alliance / Martin Schutt)Schön und blöd. Kakadu lässt keine gute Federn selbst an niedlichen Gebirgsloris. (dpa / picture alliance / Martin Schutt)

Und das geht so ab vier Uhr früh. Die singt nicht schön, sondern die brüllt dumm herum! Also für die, die sie verstehen.

Aber noch schlimmer wird es dann, wenn alle wach sind. Das ist so wie bei Euch auf dem Schulhof in der ersten großen Pause. Wenn es ringsumher laut ist, dann muss man ja auch brüllen, um einander etwas zu sagen. Und weil alle brüllen, versteht man dennoch einander nicht. So ist es auch in der Stadt unter den Vögeln. Der Verkehr, die Müllabfuhr, die Flugzeuge, all dieser städtische Lärm sorgen für ein bescheuertes Gezwitscher: "Ich verstehe dich nicht?" – "Was hast du gesagt?" – "Rede lauter! Ich verstehe dich nicht!" – "Was hast du gesagt, es ist so laut dass ich dich nicht verstehe." – "Was sagst du. Die sind alle so laut, ich verstehe Dich nicht!" -  "Was? Es ist so laut." Und so weiter und so weiter.

Ja die Stadt verändert durchaus das Leben von uns Tieren. Und wenn ich es auf den Punkt bringen müsste, dann würde ich sagen: Alles nur noch sinnloses Geschwätz.

Aber wie sagt man doch so schön? Was dem einen sein Uhl, ist dem anderen sein Nachtigall. Will sagen: Was in Euren Ohren schöner Vogelgesang ist, ist in meinen Ohren nur nervendes Geplapper.

Kommen wir zum gänzlich unplapperigen Kakadu-Programm der neuen Woche.

Am Montag am Infotag (10.4.) berichte über Osterbräuche in Rumänien, außerdem hat das Disnyeland in Paris Geburtstag und Ihr könnt eine neue Folge meiner kleinen Reihe "Schätze der Demokratie" hören. Diesmal: "Die Gewaltenteilung" - Was das ist und warum sie so wichtig ist.

Der Polizist und Künstler "Anatol" hat dem Adler an der Fassade des Polizeipräsidiums in Düsseldorf ein neues Symbol gegeben. Nun schmückt ein gleichschenkliges Dreieck als Symbol für die Gewaltenteilung in Legislative, Exekutive und Judikative die Fassade, der Text wurde dem Grundgesetz entnommen. Aufnahme vom 28.02.1984. (picture-alliance/ dpa / DB)Das gleichschenklige Dreieck des Künstlers "Anatol" soll die Gewaltenteilung Legislative - Exekutive - Judikative versinnbildlichen. (picture-alliance/ dpa / DB)

Am Dienstag am Medientag (11.4.) geht es weiter mit "Kommunikation: gestern - heute – morgen". Die Milch ist bald alle! – Wenn Dein Kühlschrank mit Dir spricht. Es gibt einen Hörbuchtipp zu "Luzifer Junior", ein – das Wortspiel muss jetzt sein - einfach teuflisch witziges Hörbuch. Und einen Buchgeschenketipp zu Ostern habe ich auch noch: "Allan Say: Unter dem Kirschblütenbaum."

Ein Kühlschrank voll mit Lebensmitteln (dpa/picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand)Ein Kühlschrank sollte nicht zu voll sein. Doch weiß das auch der Kühlschrank, wenn er selbst einkaufen gehen darf? (dpa/picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand)

Am Mittwoch (11.4.) am Musiktag ist mein großes Thema die Hausmusik. Auch wenn der Begriff Hausmusik heute nicht mehr so geläufig ist, so ist doch das gemeinsame Musizieren in der Familie, in der Schule oder sonst wo noch immer die häufigste Art, wie Musik gemacht wird. Meine Reporterin Kristine Dumas ist losgezogen und hat Aufnahmen gemacht. Hausmusik von heute.

Am Donnerstag am Quasseltag (12.4.) wird … vermutlich … ich denke … nein, ich will offen sein. Keine Lügen, kein Geplapper. Ich habe noch keinen Plan, worüber Tim mit Euch quasseln wird. Wir sind im Rundfunk, da entstehen mitunter Themen ganz schnell, oder ein eingeplanter Gesprächspartner wird krank und man muss umplanen. Fest steht nur, es wird am 12.4. gequasselt und Ihr seid eingeladen mitzureden: 0800 2254 2254.

Der Ministerpräsident von Niedersachsen Ernst Albrecht (am Cello) musiziert in seinem Haus in Ilten bei Hannover im Januar 1976 mit seinen Kindern (l-r) Barthold, Lorenz, Ursula und Hans-Holger. (picture alliance / dpa  / Wolfgang Weihs)Hausmusik früher. (picture alliance / dpa / Wolfgang Weihs)

Der  Freitag (13.4.) ist Karfreitag, das heißt, es gibt ein Feiertagsprogramm schon morgens ab 07:30 Uhr. Wir beginnen mit der Geschichte für Frühaufsteher: "Ludwig, Lila Fuchs und die drei L". Eine Erzählung von Jenny Reinhardt, gelesen von Max von Pufendorf.

Ludwig Hasemeister ist acht Jahre alt und einsam. Seine Vorderzähne sind zu lang und er sammelt ausgerechnet Schuhe! In der neuen zweiten Klasse gibt es dreimal mehr Mädchen als Jungen und dazu eine junge Klassenlehrerin: Frau Lieselotte Fuchs, genannt Lila. Die Mädchen bestimmen und wissen alles, sind größer, schöner und schlauer als jeder Junge. Besonders die drei L: Lucie, Lina, Laura. Über Ludwig lachen sie sich krank und wollen ihn in ihrer Arbeitsgemeinschaft nicht haben. Zum Glück zeigt ihm der struppige Rudi Diesel seine vielen Steine. Die besitzen wie Ludwigs Schuhe alle Namen. Als wären sie ein Paar eingelaufene Stiefel, so fühlen sich die beiden Jungen. Zusammen haben sie plötzlich lauter gute Ideen. Endlich werden sie den Mädchen klar machen, was Männer so drauf haben! Aber es kommt alles ganz anders und daran ist Lila Fuchs schuld.

Schauspieler stellen an Karfreitag den Kreuzweg nach (dpa / picture alliance Alfredo Aldai)An Karfreitag stellen Menschen in aller Welt den Kreuzweg Jesus Christus nach. (dpa / picture alliance Alfredo Aldai)

Weiter geht es um 08:05 nach den Nachrichten für Erwachsene mit dem Kinderhörspiel "Schlafen Fische?" von Jens Raschke.

Jette ist zehn geworden, am letzten Sonntag. Zehn, das ist eine Eins mit einer Null dahinter, weiß Jette. Jettes Papa sagt, das nennt man zweistellig. Jettes Bruder Emil ist nur sechs geworden. Das ist bloß einstellig. Jette erzählt uns, wie das so war, als Emil krank wurde und dann plötzlich nicht mehr da war. Sie erinnert sich an die Zeiten davor, an schöne Urlaube mit der Familie, an die üblichen Neckereien zwischen Geschwistern und an all die Fragen, die sie ihren Eltern stellte und auf welche diese nie eine Antwort hatten. Können Blindschleichen niesen? Wieso ist die Sonne so heiß? Schlafen Fische? Und was ist das eigentlich, sterben?

Dann endlich ist Ostern, Ihr wisst schon … Auferstehung … Osterhase und so.

Ein Osterhaeschen (junges Kaninchen) sitzt neben bunten Ostereiern in einem Weidenkorb. (picture alliance / dpa / Andreas Franke)Endlich Ostern! (picture alliance / dpa / Andreas Franke)

Ich beginne am Ostermontag (16.4.) mit der Ursendung "Der Maulwurfshaufen" von Mario Göpfert.

Lorenz ist etwas langsamer als andere Kinder. Das wäre nicht weiter schlimm, hätte er nicht noch zwei Geschwister, die ihm immer alles vor der Nase wegschnappen. Zu Ostern ist das besonders ärgerlich. Großmutter Carola hat einen schönen Garten am Rande der Stadt mit tollen Verstecken für die Osternester, aber bevor Lorenz mit der Suche angefangen hat, haben seine Geschwister bereits die meisten Nester aufgestöbert. Dieses Jahr scheint es wieder genauso abzulaufen. Doch plötzlich flattert ein Schmetterling an Lorenz vorüber und führt ihn zu einem Maulwurfshaufen, neben dem eine Münze liegt. Eine wirklich uralte Münze, wie der herbeitelefonierte Onkel Olaf erklärt. Das Geldstück ist ein Halbtaler aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Ist in Omas Garten vielleicht ein echter Schatz vergraben?

Goldmünzen und Juwelen quellen aus einer Schatztruhe (imago/Ikon Images)Sieht so Lorenz Schatz aus? (imago/Ikon Images)

Nach den Nachrichten für Erwachsene send ich den ersten Teil von "Die unglaublichen Abenteuer des Barnaby Brocket". Die Geschichte beginnt in Sydney, Australien. Barnaby Brocket trotzt dem Gesetz der Schwerkraft und schwebt sofort nach seiner Geburt unter die Decke. Seine ganz normalen Eltern wollen ganz normal bleiben, aber nicht aufzufallen, klappt nun nicht mehr. So treffen sie heimlich die Entscheidung, Barnaby davonschweben zu lassen.

Ein Hörspiel für Kinder von Andrea Leclerque nach dem Buch von John Boyne.

Teil zwei am Ostermontag.

Und bei dem bin ja nun auch schon.

Der Europaeische Feldhase (Lepus europaeus), fressend auf einer Wiese (imago / blickwinkel)Endlich Feierabend. Ein Osterhase genießt den Ostermontag. Nun hat er ein Jahr Pause, bis er wieder loshoppeln muss. (imago / blickwinkel)

Doch zunächst könnt Ihr am Ostermontag (17.4.) um 07:30 Uhr  "Juli und die Raupen" von Anna Luise Böhm hören.

Die Klasse 3A züchtet in diesem Frühling Schmetterlinge. Die schüchterne Juli liebt ihre kleine Raupe, die sie Valentin genannt hat, sehr und beobachtet, wie sie sich verpuppt. Doch dann sind plötzlich alle Kokons verschwunden und die Klasse erhält ein Erpresserschreiben: Die Schmetterlingslarven wurden entführt und nur gegen Zahlung eines hohen Lösegeldes sollen sie zurückgegeben werden. Bis die Schmetterlinge schlüpfen, bleiben nur noch wenige Stunden. Zum Glück hat Juli eine Idee.

Und nach den Nachrichten habe ich dann, wie schon erwähnt, den zweiten Teil von "Die unglaublichen Abenteuer des Barnaby Brocket" im Programm.

Der irische Schriftsteller John Boyne. (picture-alliance / dpa / Beatriz Velardiez)Dieser Mann hat sich "Die unglaublichen Abenteuer des Barnaby Brocket" ausgedacht. Der irische Schriftsteller John Boyne. (picture-alliance / dpa / Beatriz Velardiez)

Wie Ihr inzwischen wisst, ist Barnaby gleich nach seiner Geburt an die Decke geschwebt, und das kann er auch nicht ändern. Wenn er nicht angebunden wird oder einen schweren Rucksack trägt, dann schwebt er. Seine Eltern wollten kein so unnormales Kind und haben ihn davonschweben lassen. Barnaby hatte Glück, zwei Damen in einem Heißluftballon haben ihn mitgenommen. Die Reise ging nach Brasilien und war wunderschön, aber trotzdem wollte Barnaby zurück zu seinen Eltern fahren. Leider schlief er im Zug ein und landete in New York bei einem Fensterputzer, dann wollte ihn ein Zirkusdirektor einfangen, er konnte ins All entwischen. An Bord eines Raumschiffes schließlich kehrt er zurück nach Sydney. Die Eltern freuen sich ihn wiederzusehen, aber immer noch wollen sie aus ihm einen anderen Jungen machen. Barnaby überlegt, ob er das auch will - oder sollte er einfach wieder davonschweben?

Tja, und schon ist auch wieder eine Woche Kakadu, inklusive Ostern, im Deutschlandradio Kultur vorbei.

Als Belohnung werde ich mir einen kleinen Schokoladenosterhasen gönnen (mit den Eiern habe ich ja als Vogel so meine Probleme), und anschließend werde ich noch einen kleinen Rundflug durch die Straßen machen. Wenn die Bäume bald wieder grün sind, dann ist es ja vorbei mit dem in fremde Fenster lugen. Und ich mach das ja so gerne …

Blick auf die Fassade eines Mehrfamilienhauses mit bunten Fensterrahmen. (Deutschlandradio / Daniela Kurz)Kakadu mag bunte Fenster in bunten Häusern, denn da leben meist auch bunte Menschen. Bunt wie er. (Deutschlandradio / Daniela Kurz)

Ach ja, einen habe ich natürlich noch:

Ohne die Kälte des Winters gäbe es die Wärme des Frühlings nicht

(Ho Chi Minh)

In diesem Sinne

Euer

Kakadu