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Beitrag vom 07.05.2017

WochenvorschauSkandal! Dieses Jahr kein Sommer?

Von Thomas Fuchs
Auf den Galápagos-Inseln haben Biologen eine neue Art der Riesenschildkröten nachgewiesen. Genetische Studien zeigten, dass die Schildkröten auf der Insel Santa Cruz zu zwei verschiedenen Arten gehören. (picture alliance / dpa / Parque Nacional Galapagos)
Athena - Pure Gleichmut (picture alliance / dpa / Parque Nacional Galapagos)

Meine lieben Fans, falls ich an die Wiedergeburt glauben würde, was ich aber nicht mache, dann würde ich mir wünschen, in meinem nächsten Leben als Schildkröte zur Welt zu kommen. Warum? Weil Schildkröten so beneidenswert gleichmütig sind. Tiefenentspannt und langsam, stoisch und ausgeglichen. Was vermutlich daran liegt, dass sie Kaltblüter sind.

Oder aber daran, dass bei Ihnen alles so langsam passiert. Dass sie so lange leben und daher alles so entspannt betrachten können. Passiert es nicht dieses Frühjahr, dann eben nächstes, oder übernächstes und so weiter.

Ich bin da leider anders. Ich will alles, jetzt und sofort, am besten schon gestern.

Als es neulich so warm war, da hatten Tiger und ich bereits den Sommer eingeläutet. So richtig Sommer, wenn Ihr versteht, was ich meine. Pool geflutet, Strandliegen aufgestellt, ausreichend Eiswürfel vorbereitet, Sonnenmilch besorgt, und ein großes Sonnensegel gekauft.

Tja, und dann wurde es wieder kalt. Das wäre normal, sagen meine Kollegen. Nichts ungewöhnliches, nicht umsonst kämen die Eisheiligen, so spezielle Kältefeiertage, erst in der kommenden Woche und bis dahin müsste man hierzulande einfach mit Kälte rechnen, sagen die hier in der Redaktion.

Aber ich will jetzt baden, Sonne tanken, Eis futtern! Aber denkste. Kälte, Winter ist angesagt. Und das geht nicht nur mir so. Tiger hat einmal seine linke hintere Tatze ins Wasser gehalten, dann was von einer verschleppten Nebenhöhlenentzündung erzählt und sich ins Baumhaus verzogen. Dort studiert er nun eifrig die Kataloge von Saunaherstellern und Wärmestrahlern.

Zwei orange-rote Cocktails schwimmen auf einer Unterlage in einem Swimmingpool. (imago/Westend 61)Kakadu verlangt Sommer, damit er endlich all seine neuen Cocktailrezepte (natürlich alkoholfrei) ausprobieren kann. (imago/Westend 61)

Athena und ich saßen derweil in unseren Strandliegen unter dem Sonnensegel, das glücklicherweise auch ein prima Regenschutz ist, sahen trübsinnig auf die im Pool treibenden Eisschollen und haben, um nicht einzufrieren, warmen Tee getrunken.

Und immer wenn ich anfing zu motzen und zu jammern, hat Athena tief durchgeatmet und gesagt: "Es ist, wie es ist, kommt der Sommer nicht jetzt, dann kommt er eben später. Irgendwann kommt er garantiert."

Tja, wie gesagt, durchaus beneidenswert, dieser innere Gleichmut.

Doch ich bin ja klug und lernfähig, und da ich, wie gesagt, nicht an die Wiedergeburt glaube, versuche ich schon in diesem Leben etwas von dieser schildkrötigen Gelassenheit zu übernehmen.

Daher: Es ist, wie es ist, kommt der Sommer nicht jetzt, dann kommt er eben später, soll er sich ruhig noch etwas verstecken. Wir haben ja erst Mai … Es ist kein April mehr, sondern wir befinden uns bereits im Wonnemonat Mai! Hörst du, du blöder Sommer? Es ist MAI! Komm raus und zeige Dich! Hörst du, du bescheuerter Unsommer! Du Quasiwinter! Du, du …!

Ommm, Ommm, ich rege mich nicht auf, ich bin ganz ruhig .Kommen wir zum Programm der neuen Woche:

Am Montag (8.5.) am Infotag widme ich mich aus, wie sagt Athena immer, aus gegebenen Anlass dem Thema Gleichberechtigung.

Papa kocht, Mama ist auf Dienstreise – in vielen Familien ist das heute keine Seltenheit. Dass Mädchen ebenso wie Jungen eine Ausbildung machen oder studieren, kommt uns ganz selbstverständlich vor, und es erscheint auch keineswegs ungewöhnlich, wenn beide Eltern berufstätig sind und abwechselnd am Herd stehen. Doch bis hierher war es ein langer Weg. Noch vor 60 Jahren mussten Frauen ihren Ehemann um Erlaubnis fragen, wenn sie arbeiten gehen wollten.  Erst das Gleichberechtigungsgesetz vom 3. Mai 1957 sorgte endlich für mehr Gerechtigkeit.

Mit Plakaten und in historischen Gewändern erinnern Frauen der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) an die Wahlrechtsdemonstrationen der Suffragetten vor 100 Jahren. (picture alliance / dpa / Ralf Hirschberger)Mit Plakaten und in historischen Gewändern erinnern Frauen der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) an die Wahlrechtsdemonstrationen der Suffragetten vor 100 Jahren. (picture alliance / dpa / Ralf Hirschberger)

Am Dienstag (9.5.) am Medientag gibt es erst einen neuen Kinotipp, denn Anna Wollner hat sich "Überflieger – kleine Vögel, großes Geklapper" angesehen. Außerdem erzählt euch Regine Bruckmann erzählt was zum Buch/Hörbuch "Miles und Niles".

Ein Kind musiziert mit Kuhglocken (Big Bang Festival/ Richard Stoehr)Hauptsache anders. Auf vielen Musik-Festivals könne Kinder ganz andere Musik höre oder selbst neue Töne erfinden. (Big Bang Festival/ Richard Stoehr)

Am Mittwoch (10.5.) am Musiktag stelle ich Euch ein Projekt mit dem abgeflogenen Titel: "Maulaffenfeil" vor.

Dieses Jahr hat das Acht-Brücken Festival für neue Musik in Köln den Titel: "Ton.Satz.Laut." Innerhalb des Festivals gibt es auch dieses Mal wieder ein Schulprojekt – "Maulauffenfeil". Darin werden die Kinder selbst an das Spiel mit Stimme, Sprache, Gebabbel, Musik und Gesums herangeführt – und sie treffen Profi-Musiker aus dem Ensemble Moderne, die ihnen zeigen, was bekannte Komponisten sich zu dem Thema ausgedacht haben: z.B. eine plappernde Klarinette, die Sprech-Kunststücke von Dieter Schnebel oder die "Ancient Voices of Children", in dem ein Junge seine Stimme sucht …

Am Donnerstag (11.5.) am Quasseltag widmen wir uns dem Thema Schülerpaten. Das sind Patenschaften zwischen Schüler*innen mit arabischer Zuwanderungsgeschichte und deutschsprachigen Ehrenamtlichen. Unsere Pat*innen geben mindestens einmal wöchentlich bei den SchülerInnen zuhause Nachhilfe und sind darüber hinaus Ansprechpartner bei Problemen und Fragen im alltäglichen Leben sowie der Berufsfindung. Wir haben eine Schülerpatin und eine Schülerin zu Gast im Studio und wollen von euch wissen, welche Ideen ihr habt, Kindern aus anderen Ländern, die nach Deutschland gekommen sind, zu helfen.

Der Sänger Ben der Berliner Band "Ohrbooten" steht am 02.08.2008 in der Arena im Rahmen des popdeurope in Berlin auf der Bühne. Die Ohrbooten sind Paten des Projekts "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" an der Berliner Archenhold-Oberschule. (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)Ein etwas anderer Schulpate. Ben Pavlidis, Sänger der Berliner Band "Ohrbooten". Alle Musiker dieser Band sind Paten des Projekts "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)

Den Entdeckertag am Freitag (12.5.) widme ich dann meiner Mama. Die ganz allein im fernen Tasmanien sitzt und ihren süßen kleinen Lieblingsvogel vermisst. Dieser freche kleine Kerl, der sie irgendwann so sehr geärgert hat, dass sie in die Kakadu-Seniorenresidenz in der großen Voliere im Zoo von Auckland umgezogen ist.

Rosafarbene Tulpen (Deutschlandradio / Ellen Wilke)Am Muttertag bekommen die meisten Mamas - vor oder nach dem Frühstück im Bett - Blumen geschenkt. (Deutschlandradio / Ellen Wilke)

"Ohne Mama geht gar nichts – Zum Verhältnis von Müttern und Kindern", mein Kakadu-Feature zum Muttertag am Sonntag von Karin Hahn

Mamas sind einfach da, ganz normal. Doch, wie sind die Mütter heutzutage? Umkreisen und behüten sie ihre Kinder rund um die Uhr oder lassen sie auch alles einfach mal laufen? Was machen Mütter anders als Väter? Kann man sich mit seiner Mutter streiten? Haben Mütter immer Zeit oder müssen Kinder auch Dinge allein regeln? Und wir schauen in die Welt der Märchen, aber auch in die aktuelle Kinderliteratur und fragen, welches Bild von der Mutter hier gespiegelt wird. So gibt es ganz klassisch die böse Stiefmutter, aber auch die nervige Mutter in Tomi Ungerers Kinderbuch "Kein Kuss für Mutter", aber auch die Mutter, die immer alles ausdiskutieren und wissen will, wie in Anke Stellings Kinderroman "Erna und die drei Wahrheiten". Mädchen und Jungen kommen zu Wort und erzählen von ihren strengen, interessierten, manchmal hilflosen, überforderten und liebevollen Müttern, von deren Stärken und Schwächen.

Den Sonntag (18.5.) beginne ich um 07:30 Uhr mit der Geschichte für Frühaufsteher. Diesmal: "Sina kommt an" von Sigrid Zeevaert, gelesen von Jana Horstmann.
Tante Katharina hatte kein Recht, einfach Sina für die Ferien einzuladen. Was würden Flo und Jonas dazu sagen? Es war geplant, ein Baumhaus im Wald zu bauen. Dabei wird ein Mädchen ganz sicher stören. Aber was wäre, wenn sie in ihrem Zimmer über einer Pfütze Saft ausrutschen und sich ein Bein brechen würde? Dann hätte sich die ganze Sache gleich wieder erledigt. Oder sie müsste so einen Schrecken kriegen, dass sie es keine Sekunde länger mehr hier aushält und sich auf der Stelle wieder abholen lässt.

Unterwegs im analogen Wald und mit realer Freundin: Szene aus "Offline - Das Leben ist kein Bonuslevel"  (Little Dream Entertainment )Abenteuer im Wald (Little Dream Entertainment )

Und anschließend um 08.05 Uhr nach den Nachrichten für die Erwachsenen habe ich natürlich wieder ein Kinderhörspiel eingeplant, denn der Sonntag ist ja mein Geschichten und Hörspieltag: "Hörspieltag   Wecke niemals einen Schrat  ...Wecke niemals einen Schrat" Von Mario Göpfert nach dem gleichnamigen Buch von Wieland Freund.
Im Elfenwald herrscht große Aufregung. Jannis, ein Elfenkind, hat einen Schrat geweckt. Was für ein Pech, glauben die Elfen doch, dass Schrate Unglück bringen. Deshalb verbannen sie Jannis aus dem Elfenwald. Der Schrat Wendel bleibt immer an Jannis‘ Seite, das ist sein Gesetz, wer ihn geweckt hat, dem folgt er fortan. Und es kommt noch schlimmer. Der Zauberer Holunder lässt einen gewaltigen Sturm durch den Elfenwald fegen. Dabei werden Jannis’ beste Freundin Motte und sogar die Elfenkönigin Titania weit weg geweht. Jannis macht sich mit Wendel auf die Suche, er will den Elfenwald retten.

Wieland Freund, geboren 1969, lebt als freier Autor in Berlin, schreibt Übersetzungen, Romane, Literaturkritiken, und Erzählungen für das Radio.

Buchtitel "Wecke niemals einen Schrat!" von Wieland Freund (Beltz Verlag)Buchtitel "Wecke niemals einen Schrat!" von Wieland Freund (Beltz Verlag)

Ja, das war es auch schon wieder. Schon ist die Woche voll und vorbei. Und eine neue Kakaduwoche beginnt. Und vielleicht wird es ja dann endlich warm. Bis zum Sommer ist es ja noch etwas hin. Und ich habe Zeit. Ich bin entspannt, kommt der Sommer nicht jetzt, dann kommt er eben später.

Ich bin eine Schildkröte, Ommm, ich bin eine Schildkröte …

Einen habe ich aber noch:

Unser Sommer ist nur ein grün angestrichener Winter,

sogar die Sonne muss bei uns eine Jacke aus Flanell tragen,

wenn sie sich nicht erkälten will.

(Heinrich Heine)

In diesem Sinne

Euer Kakadu