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Beitrag vom 25.06.2017

WochenvorschauPost von Kakadu

Ein Flamingo läuft durch das seichte Wasser. (dpa/Karl-Josef Hildenbrand)
Kein Flamingo bei Kakadu (dpa/Karl-Josef Hildenbrand)

Meine lieben Fans, tja, wieder was dazugelernt. Aber andererseits, wie hätte ich da nein sagen können. Ich meine, wann hat man schon mal die Gelegenheit, einen derart seltenen Vogel kennenzulernen. Ein Tier, das bei Wikipedia den Status "besondere Ausnahmeerscheinung" hat. Also wenn so ein Vogel bei einem anklingelt und fragt, ob es bei einem in der Hauptstadt Quartier nehmen kann, da sagt man natürlich ja.

Das war der Hammer! Vor vier Tagen war es. Ich habe keine Ahnung, woher der Kerl meine Telefonnummer hatte, aber es klingelte und mit einer tiefen, sonoren Stimme fragte jemand, ob er für einen Zwischenstopp bei mir zu Gast sein könne.

Ich fragte zurück: Wer denn da spricht.

Und die Stimme antwortete: Es spricht Thalas.

Worauf ich fragte: Der Thalas? Der legendäre Thalas?

Und die Stimme antwortete: Der Thalas.

Ich (eilig und kurz vor dem Herzinfarkt) wiederum: Aber natürlich, es wäre mir eine Ehre.

Die Stimme: Dann bis später. Machen Sie sich aber bitte keine Umstände.

War das nicht der Knaller? Thalas, der sagenumwobene Schwarzbrauenalbatros. Unter uns Vögeln ist er legendär. Fast immer in der Luft, er segelt auf seinen über zwei Meter fünfzig breiten Schwingen normalerweise über dem Südpolarmeer. Seine endlosen Wanderungen sind berühmt und der Stoff für die Geschichten, die man sich abends im Nest erzählt. Doch er ist wie ein Gespenst, niemand kennt ihn näher, es gibt nur Berichte darüber, wann er wieder einmal irgendwo gesehen wurde. Zuletzt im Juni 2014 über Helgoland, soweit mir bekannt ist.

Tja und diese Vogellegende wollte mein Gast sein.

Ich habe natürlich anschließend sofort aufgeräumt, alles geputzt und frischen Tintenfisch (das Lieblingsessen aller Schwarzbrauenalbatrosse) fürs Essen eingekauft und gewartet.

Dann um zehn Uhr am Abend klingelt das Handy, die Stimme sagt: Abendessen bitte auf dem Balkon.

Ich decke draußen den Tisch, schleppe den Tintenfisch raus auf den Balkon und dann … ein Rauschen … ein Schatten … ein kurzes Aufsetzen … zwei große Krallen, die den Tintenfisch packen, lautes Flattern und eine Stimme, die sagt: Guten Abend und auf Wiedersehen, vielen Dank für die Gastfreundschaft.

Und so schnell er gekommen ist, war Thalas auch wieder schon wieder weg.

Tja, was sagt man da. Da war selbst ich sprachlos.

Aber andererseits, er war da, zwar nur kurz, sehr kurz, ein Flügelschlagen lang … aber er war da, bei mir. Mein Gast! Thalas war zu Gast bei Kakadu.

Vor einem Auto überqueren fünf Enten eine Straße (dpa / picture alliance / Patrick Pleul)Je größer das Vogelhirn, desto seltener sterben die Tiere durch Unfälle, sagen Forscher. Thals hatte, so wird kolportiert, noch nie einen Unfall. (dpa / picture alliance / Patrick Pleul)

Kommen wir zum Programm der neuen Woche:

Beginnen wir am Montag (26.6.) mit dem Infotag. Da könnt Ihr den berühmten Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau kennenlernen. Ihm verdanken wir die ersten Fotos von unter Wasser. Um der Allgemeinheit die faszinierende Welt unter Wasser nahezubringen, hat er extra eine Unterwasserkamera erfunden. Dank ihm konnten Millionen Menschen gemütlich auf dem Sofa sitzen und im Fernseher  auf Tauchfahrt gehen.

Philippe (Pierre Niney, links) und Jacques Cousteau (Lambert Wilson) im Film "Jacques - Entdecker der Ozeane" (© Coco van Oppens)Philippe (Pierre Niney, links) und Jacques Cousteau (Lambert Wilson) im Film "Jacques - Entdecker der Ozeane" (© Coco van Oppens)

Dann erinnert ein Kalenderblatt daran, dass vor genau 20 Jahren der erste Band von Harry Potter erschienen ist. Und zum Abschluss stelle ich Euch das Projekt "Bauereignis" vor, in dem Schülerinnen und Schüler zu Planern und Handwerker in ihrer eigenen Schule werden.

Am Dienstag (27.6.) am Medientag habe ich als Kinotipp "Nur ein Tag" vorbereitet, dann hat die Lesecrew neue Kinderbücher gelesen und außerdem habe ich noch eine superneue CD gefunden, auf der die schönsten Geschichten von Elisabeth Shaw erzählt werden.

 Am Mittwoch (28.6.), am Musiktag geht es hauptsächlich um den Musikgeschmack. Nicht jedem gefällt die gleiche Musik, sondern was wir gerne hören ist sehr individuell: Jeder hat seinen eigenen, ganz speziellen Musikgeschmack. Aber warum ist das so? Das hat sich meine Reporterin Felicitas Förster gefragt und natürlich hat sie versucht, auf diese Frage eine Antwort zu finden. Also wenn ich was dazu sagen darf … Ihr wisst ja: Was dem einen sein Uhl, ist dem anderen sein Nachtigall.Nachtigall (T. Dove)Nachtigall (T. Dove)

Am Quasseltag, am Donnerstag (29.6)ist mein Thema: Rette mit, wer kann!
Ihr wollt Eure Welt ein bisschen besser machen und eine tolle Klassenfahrt gewinnen? Dann meldet Eure Klasse beim ZEIT LEO Weltretter Wettbewerb an!

Schaut Euch um – in Eurem Ort, in Eurer Stadt, in Eurer Nachbarschaft. Was nervt? Was geht gar nicht? Was wolltet Ihr schon immer ändern?

Und dann legt los! Überlegt Euch als Klassenteam, wie Ihr mit Mathe, Technik, Computern, Versuchen und Tüftelei Eure Welt verbessern könnt.

Einreichen könnt Ihr dazu alles, was ein Postbote in die Zeitredaktion bringen kann: Das kann die Zeichnung eines Schwebekissen-Transporters sein, der Fußgänger sicher über eine viel befahrene Straße bringt. Oder das Modell eines Mülltonnen-Roboters, der im Park Eurer Stadt selbstständig den Abfall einsammelt. Oder Fotos einer Rettungsaktion, bei der Ihr den hässlichsten Flecken Eurer Gegend in einen zauberhaften Garten verwandelt habt. Oder, oder, oder ... Ruft an und erzählt uns, was Euch dazu einfällt.

Natürlich kostenfrei unter 0800 2254 2254.

IA Freitag am Entdeckertag (30.6) sende ich: "Unterwegs mit dem klügsten Schiff der Welt", ein Kakadufeature von Tom Erhardt.

Das größte Abenteuer für Wissenschaftler ist eine Expedition. Am besten in einen Teil der Welt, in dem es noch viel zu erforschen gibt. Zum Beispiel die Antarktis. Auf dem Kontinent rund um den Südpol tummeln sich Pinguine und Robben. Im Wasser des Eismeeres gibt es Strömungen, die sehr wichtig für unser Klima sind und natürlich auch Wale! All das und noch viel mehr erkunden die jungen Wissenschaftler auf dem Forschungsschiff "Polarstern”. Ein riesiger Eisbrecher, auf dem es so viele Labore gibt und das so gut mit wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet ist, dass manche es sogar "das klügste Schiff der Welt” nennen! Unser Reporter Tom Ehrhardt durfte über Weihnachten und Neujahr sieben Wochen lang bei einer Expedition im ewigen Eis dabei sein!

Pinguin in der Antarktis. (Deutschlandradio/Folkert Lenz)Leben im ewigen Eis. Pinguin in der Antarktis. (Deutschlandradio/Folkert Lenz)

Am Sonntag (2.7.) wird Tim schon früh um 7:30 Uhr für Frühaufsteher im Studio sein. Und er hat eine Geschichte für Euch dabei:  Das Papazeugnis von Thilo Reffert.

Auch dieses Jahr war der Zeugnistag wieder...Auch dieses Jahr war der Zeugnistag wieder der Tiefpunkt in Lillis Leben. Genauer gesagt war es diesmal noch schlimmer als in den Vorjahren. Lillis Papa hatte sich extra freigenommen, um direkt nach der Zeugnisausgabe ihre Noten zu begutachten. Und da sich die Noten seiner Tochter eher verschlechtert als verbessert hatten, musste Lilli sich anschließend einen langen Vortrag voller Vorwürfe anhören. Die Idee von ihrer Freundin Hanna, als Revanche für die volle Packung Gemeckere ihren Papa im Gegenzug auch einmal zu benoten, findet Lilli daher toll. Umso mehr, wenn Lilli die Fächer bestimmen darf, in denen sie ihrem Papa Noten gibt. Fächer wie: mir zuhören, Verständnis haben oder Spaß verstehen.

Schueler rennen mit ihren Zeugnissen aus der Grundschule in Borgsdorf in Brandenburg (Foto vom 05.07.10). (Michael Urban/dapd)Schön, wenn man sich über sein Zeugnis so freuen kann. (Michael Urban/dapd)

Und anschließend um 8:05 Uhr im Kinderhörspiel hört Ihr: "Eine unglaubliche Geschichte" von Gabriele Bigott
Oliver ist elf Jahre alt und sitzt allein mit seinen Eltern in einem Ferienhaus. Draußen regnet es seit Tagen, mit dem Gameboy zu spielen macht längst keinen Spaß mehr. Als sich dann auch noch die Eltern streiten, läuft Oliver davon. Er steigt in den nächsten Zug und macht allein Urlaub. In der Gartenlaube seiner verstorbenen Tante taucht er unter. Mit eingeweckten Birnen und einem dicken Märchenbuch verbringt er die nächsten Tage. Da fährt unverhofft ein Bagger vor und schiebt die Laube zusammen. Oliver kann gerade noch abhauen. Und mit ihm rennen eine Hexe, ein Wolf und ein schwarz bekleckertes Mädchen davon. Das sind Figuren aus dem dicken Märchenbuch. Die alten Geschichten waren ihnen schon lange zu eng. Sie suchen neue und hoffen sehr auf Oliver.

Soweit meine Woche. Und soll ich Euch was sagen, ich höre jetzt auf mit meinem privaten Gästebeherbergen. Denn, wir könnte man das toppen, ich hatte Adler, Pinguine und Thalas. Und - ehrlich gesagt-, ich habe auch einfach keinen Bock mehr für andere Leute deren Zimmer  aufzuräumen. Ich räume ja normalerweise nicht einmal mein eigenes Zimmer auf.

Einen habe ich aber noch

Wenn das ganze Jahr über Urlaub wäre,

wäre das Vergnügen so langweilig wie die Arbeit.

(William Shakespeare)

In diesem Sinne

Euer Kakadu