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Beitrag vom 29.01.2017

WochenvorschauPost von Kakadu

Von Thomas Fuchs
Ein Bengal-Tiger im Tiger-Garten Waldeck in Ingelheim am Rhein, 2012. (picture alliance / dpa / Frederik von Erichsen)
Kakadu in Lebensgefahr! Tiger kurz vor dem Platzen (picture alliance / dpa / Frederik von Erichsen)

Meine lieben Fans, bei uns hier ist momentan dicke Luft. Tiger ist so was von schlecht drauf, wirklich unerträglich. Athena ebenso, wenn nicht noch schlimmer. Und alles nur, weil die beiden dieses Jahr so großartige Vorsätze haben. Athena will mehr Sport machen. Tiger dagegen möchte etwas ruhiger und ausgeglichener werden. Klingt ja alles ganz toll. Aber soll ich Euch verraten, was das in Wahrheit bedeutet?

Die Hölle! Denn Tiger ist nicht ruhig und ausgeglichen. Er ist cholerisch, aufbrausend und impulsiv. Wenn auch nur das Kleinste schief geht, dann reagiert er mit Brüllen, Fauchen, die Zähne blecken und er zerschlägt einen Stuhl oder so. Das ist natürlich, wenn man das zum ersten Mal mitbekommt, schon beängstigend. Aber wenn man es kennt, dann gewöhnt man sich daran.

Doch wie er sich im Moment verhält, das finde ich schon echt krass. Er frisst alles in sich rein, lächelt, tut beherrscht, ist es aber gar nicht wirklich. Gestern ist mir seine Geige - ein Erbstück von so einem Italiener, irgendwie Stradiwaros oder so – kaputt gegangen. Athena und ich wollten Tennis spielen. Ich hatte meinen Schläger nicht gefunden und mir die olle Geige geschnappt. Da Athena ja augenblicklich trainiert wie eine Besessene, spielt sie derzeit wirklich super. Ihr Aufschlag ist echt hart. Der Tennisball hat mir glatt ein Loch in die Geige geschlagen. Kein Wunder, wenn die Geige wirklich 400 Jahre alt ist, wie Tiger nun behauptet, da muss das Holz ja morsch sein.

Kaputte Geige (Stock.XCHNG / Per Hardestam)Geige Kaputt - Kakadu behauptet seine Unschuld! (Stock.XCHNG / Per Hardestam)

Jedenfalls als ich Tiger sagte, dass da ein kleines Missgeschick – für das aber niemand etwas kann – passiert ist, da hat er erst einmal gar nichts gesagt. Dann mit zusammengebissenen Zähnen gezischt: "Nicht schlimm, nein, kann ja mal passieren. Ich bin ganz ruhig …" Dabei hat sein linkes Augenlid gezuckt, dass er mich vermutlich wie unter Stroboskoplicht sah. Mit der rechten Tatze hat er den linken Vorderlauf so fest umklammert, dass sie unter dem Fell ganz weiß wurde.

Ganz klar, Tiger steht kurz vor dem Platzen. Ich bin mir sicher, in Kürze wird irgendetwas vorfallen - was vermutlich mir angekreidet wird - das ihn dann explodieren lässt. Und wenn das passiert, dann möchte ich da nicht in der Nähe sein.

Aber so ist es ja meistens mit den guten Vorsätzen. Kaum einer hält sie durch. Schon gar nicht in dieser Jahreszeit, wo es grau, kalt und matschig ist.

Ich bin da einfach klüger. Den einzigen Vorsatz, den ich habe, ist: Dieses Jahr keine guten Vorsätze!

Das verschiebe ich auf den Sommer. Da keine Schokolade mehr zu essen, fällt mir zumindest leicht, geschmolzene Schokolade bei 30 Grad schmeckt mir nicht.

Ebenso fliege ich lieber im Frühjahr längere Strecken, jetzt im Schneenieselregen ist das einfach ätzend.

Und wenn die Sonne scheint, alles etwas ruhiger läuft und alle wegen des schönen Wetters gute Laune haben, dann würde es auch Tiger sicher leichter fallen, etwas lockerer drauf zu sein.

Also ihr Lieben. Überprüft doch bitte im Interesse Eurer Mitlebewesen, ob Eure Vorsätze irgendwie realistisch sind.

Wenn nicht, dann wäre jetzt der Zeitpunkt, sie an die Realität anzupassen. Ein Nilpferd wird niemals wie eine Gazelle rennen können. Egal, was es versucht. Der Plan dagegen, im Sommer mal wieder öfter längere Unterwasserwanderungen zu unternehmen, hat bei Nilpferden eine echt hohe Erfolgsquote.

Der Tanganyika-See zwischen Burundi und dem Kongo (AP Archiv)Einfach elegant - Nilpferde im Wasser! (AP Archiv)

Ist so.

Ich nehme mir ja auch nicht vor, mein Radioprogramm plötzlich mit kleinen Filmchen zu schmücken. Selbst den Vorsatz, noch besseres Kinderradio zu machen, kann ich mir sparen.

Besser geht es doch gar nicht mehr.

Seht doch selbst, bei so einem Programm:

Am Infotag am Montag (30.1.) da, nun da stell ich Euch eine Pflanze vor, die Ihr alle kennt, aber garantiert nicht wirklich richtig kennt.

Sie ist weit verbreitet, wächst fast überall, wird gesammelt, um Haarkränze zu binden. Sie ist wirklich essbar und sehr gesund. Es gibt viele Rezepte für sie. Als Salat, in einer Suppe, im Quark, gezuckert oder gegrillt. Und diese Pflanze hat zudem hat sogar heilende Wirkung! Denn in ihr sind viele Mineralien, Vitamine, Gerbstoffe und ätherischen Öle. Sie ist gut für Haut und innere Organe. Die Pflanze wirkt schleimlösend und kann als natürliches Medikament gegen Schnupfen und Husten angewendet werden. Außerdem ist sie antibakteriell, lindert Muskelkrämpfe, regt den Stoffwechsel an oder hilft gegen Frühjahrsmüdigkeit. Ein echter Alleskönner also.

Das Pflänzlein, von dem ich rede, hat viele Namen: Marienblümchen, Tausendschön, Mondscheinblume oder Sonnenblümchen.

Kakadu präsentiert: Die Heilpflanze des Jahres 2017 – Das Gänseblümchen!

Ein Gänseblümchen zeichnet sich am 06.05.2016 in Dresden (Sachsen) vor blauem Himmel und der Sonne ab. (dpa / Arno Burgi)Heilpflanze des Jahres 2017 - Das Gänseblümchen (dpa / Arno Burgi)

Am Dienstag (31.1.) am Medientag hole ich mir meine Filmexpertin Anna Wollner ins Studio. Sie soll mir und Euch berichten, ob es sich lohnt, den Film Timm Thaler anzusehen. Außerdem gibt es, wie immer am Dienstag, Interessantes aus der Welt der Bücher, Hörbücher, Computerspiele und so weiter zu hören. Medientag eben.

Am Musiktag am Mittwoch (1.2.) stelle ich Euch den Komponisten Phillip Glass vor. Er ist … naja, ein etwas anderer Musiker. Seine Musik heißt Minimal Music und kommt mit sehr, sehr wenigen Tönen aus. Ein Kritiker schrieb einmal über ihn: "Bei Phil ist es ein bisschen wie bei einer Zugfahrt einmal quer durch Amerika: Wenn Sie aus dem Fenster sehen, scheint sich stundenlang nichts zu verändern, doch wenn Sie genau hinsehen, bemerken Sie, dass sich die Landschaft sehr wohl verändert – langsam, fast unmerklich."

Minimal Music im Musiktag

Am Quasseltag am Donnerstag (2.2.) reden wir über´s Helfen. Und zwar über Erste Hilfe. Zwei Schülerinnen und Schüler vom Arbeiter-Samariter-Bund kommen ins Studio und erzählen zum Beispiel, wie man Menschn, die einen Unfall hatten, am besten helfen kann. Und was die stabile Seitenlage ist. Und wozu man sie braucht. Von euch  wollen wir wissen, ob ihr schon mal schnelle Hilfe brauchtet bzw. ob ihr schon mal jemandem geholfen habt. Das muss ja nicht gleich ein echter Notfall gewesen sein – manchmal reicht es ja auch schon, zu wissen, wo die Pflaster sind. Oder wo das Fieberthermometer liegt.

Medizinstudenten führen eine Notfallversorgung an einem Dummy im Rettungswagen durch.  (dpa / picture-alliance / Britta Pedersen)Erste Hilfe muss geübt werden. Normalerweise am Dummy. (dpa / picture-alliance / Britta Pedersen)

Am Entdeckertag am Freitag (3.2.) stellt Euch Nicole Silbermann ein Tier vor, das vielleicht nicht zu den hübschesten Säugetieren der Erde gehört, aber sicherlich zu den interessantesten. Die Rede ist vom Nacktmull. Diese kleinen Nager mit der faltigen, nackten Haut werden steinalt, empfinden kaum Schmerzen und können sogar zwitschern wie Vögel. Zu Hause sind sie in Afrika, leben in Kolonien unter der Erde und haben sogar eine Königin.

"Der Nacktmull - nicht schön, aber ganz schön besonders" Ein Kakadu-Feature von Nicole Silbermann.

Nacktmulle haben eine ungewöhnliche Physiologie. (Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin)Nacktmulle sind anders (Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin)

Am Sonntag um 07:30 Uhr im Kakadu für Frühaufsteher (5.2.) habe ich die Geschichte "Das Unglückshuhn" von Hans Fallada eingeplant.

Ein Zauberer hat drei Hühner und einen Hahn. Das eine Huhn kann goldene Eier legen, das zweite silberne, das dritte nicht einmal gewöhnliche Hühnereier. Darüber ist es sehr traurig. Aber der Zauberer hat große Dinge mit dem Huhn vor, er will aus ihm eine Suppe kochen, die Tote lebendig macht.

Alle Hühner auf dem Hof des Zauberers legen besondere Eier. Nur eines, das Unglückshuhn, legt gar keine Eier. Nicht mal ein weißes! Daher wird es auf dem Hühnerhof von den fleißigen Eierlegerinnen verachtet. Auch der stolze Hahn bringt kein Mitgefühl auf. So ist dieses Huhn ein rechtes Unglückshuhn und zu allem Übel, glaubt es auch daran. Nichts kann gelingen. Auch der Zauberer Adrian kann das Unglückshuhn nicht trösten, selbst wenn er ihm erzählt, dass es einmal ganz berühmt werden würde. Doch als die Prinzessin des Reiches sterbenskrank wird, zögert das Huhn keinen Moment und rettet sie unter Einsatz seines Lebens vor dem sicheren Tod. Jetzt könnte das Leben schön sein, als preisgekröntes Huhn des königlichen Hofes.

(picture alliance / dpa)Porträt des deutschen Schriftstellers Hans Fallada (1893-1947). (picture alliance / dpa)

Eine fabelhafte Erzählung aus dem Buch "Geschichten aus der Murkelei" von Hans Fallada. Vor auf den Tag genau 70 Jahren ist dieser deutsche Schriftsteller gestorben. Deshalb habe ich gleich eine weitere Erzählung von ihm als Hörspielbearbeitung vorbereitet: "Blanka, eine geraubte Prinzessin" von Mario Göpfert.

 Auf einem Bauernhof wird ein Kalb geboren. Das ist eigentlich nichts Besonderes, aber das Kalb trägt auf der Stirn einen weißen Fleck, der die Form einer Krone hat. Alwert, der Sohn des Bauern, erkennt als Einziger, dass das Kälbchen eine verzauberte Prinzessin ist. Liebevoll hütet er einen Sommer lang die herangewachsene Kuh, ihr erzählt er all seine Geheimnisse und - da ist er sich ganz sicher - sie versteht ihn. Durch eine Entführung rettet er Blanka vor dem Verkauf an den Metzger und versteckt sie an einem See. Mit aller Kraft kämpft Alwert um seine wunderbare Freundin.
So, und damit bin ich für heute auch schon wieder fertig. Ich werde mich jetzt mal rüber zu Tiger machen. Ich habe mich, was ihn betrifft, zu einer nur auf den ersten Blick radikalen Lösung entschieden. In der Physik würde man von einer "kontrollierten Sprengung" sprechen.

Was damit gemeint ist?

Nun, wenn beispielsweise ein Haus droht einzustürzen, dann wartet man nicht, bis es irgendwann passiert, sondern reißt es vorher ein. Kaputt geht es ja sowieso.

Also nicht wundern wenn ihr gleich einen lauten Knall hört,

das war dann Tiger.

Einen habe ich aber noch.

Vorhersagen sind schwierig

vor allem über die Zukunft

(Karl Valentin)

In diesem Sinne,

Euer Kakadu