Sonntag, 22. Oktober 2017
 
 
Player: Wähle einen Beitrag
 
 
 
Beitrag vom 15.01.2017

WochenvorschauPost von Kakadu

Von Thomas Fuchs
Walross im Wasser (dpa / picture-alliance / Hinrich Bäsemann)
Immer mehr Tiere lernen schwimmen! (dpa / picture-alliance / Hinrich Bäsemann)

Hallo Fans, gestern hatten wir in der Redaktion eine Party. Der Grund für unsere kleine Feier war der, dass Tiger sein Seepferdchen hat. Von uns allen unbemerkt hat Tiger heimlich einen Schwimmkurs besucht. Ich wusste ja gar nicht, dass Tiger nicht schwimmen konnte.

Weil, alle Tiger können schwimmen. Also eigentlich. In meinem Tierbuch steht sogar, dass sie gerne schwimmen. Besonders die sibirischen Tiger, aber auch alle anderen. Die Tiger in den Tropen kühlen sich im Wasser ab, ja da steht, dass die sich sogar im Wasser paaren.

Daher bin ich nie auf die Idee gekommen, dass unser Tiger nicht schwimmen kann. Aber nun, wo ich es weiß, also wo er es endlich kann, weil er es gelernt hat, da ergibt sein Verhalten in der Vergangenheit natürlich plötzlich Sinn.

Tiger wollte immer nur im Urlaub in die Berge, nie ans Meer. Er sagte, ihn nerve der Sand.

Tiger ist nie mitgekommen, wenn Athena und ich ins Freibad gingen. Er sagte immer, sein Fell würde nur so langsam wieder trocknen.

Und Tiger hat damals, als wir unsere große Wanderung durch den Harz gemacht haben, ja unbedingt eine Brücke bauen müssen, weil wir die Wipper überqueren mussten. Ich hatte mich damals noch gewundert, warum wir nicht einfach durchgeschwommen sind. Doch Tiger sagte: Das wäre uncool und viel zu einfach. Die Pioniere damals im Wilden Westen hätten auch Brücken gebaut. Also haben wir eine Brücke gebaut. Und über die Eine noch eine. Ebenso wie über die Rhume, die Söse, die Sieber, die Zorge, die Wieda und die Uffe. Wobei, halt! Ich habe mir in diesem Jahr ja vorgenommen, meist bei der Wahrheit zu bleiben. Über die Uffe konnten wir springen, die war gerade mal anderthalb Meter breit.

Jedenfalls war ich vorgestern bass erstaunt, als uns Tiger stolz verkündete, dass er nun sein Schwimmzeugnis für Erwachsene hätte. Und Athena musste ihm das Emblem auch gleich ans Fell nähen. Was aber etwas gedauert hat, weil … na ja, Athena ist nun mal eine Schildkröte und zudem, Nähen ist nicht so ihr Ding. Aber meins noch weniger. Mit Krallen kann man Nadeln wirklich nur sehr, sehr schlecht festhalten. Zudem pieke ich mich da immer.

Das Emblem sah für mich nach dem Seepferdchen aus, aber Tiger besteht darauf, dass es das Schwimmzeugnis für Erwachsene ist, denn nur Kinder machen das Seepferdchen. Da es aber für mich so aussieht wie ein Seepferdchen und es auch die gleichen Prüfungsanforderungen sind, ist es für mich auch ein Seepferdchen. Doch sollte man das Tiger gegenüber so nicht sagen, da wird er richtig wütend.

Jedenfalls kann Tiger nun schwimmen.

Der rund eineinhalb Jahre junge sibirische Tigernachwuchs Ahimsa schwimmt am 07.01.2013 im Zoo in Duisburg (Nordrhein-Westfalen) durch den Wassergraben des Außengeheges. (picture alliance / dpa / Roland Weihrauch)Tiger kann schwimmen! (picture alliance / dpa / Roland Weihrauch)

Beigebracht hat ihm das übrigens ganz regulär ein Schwimmlehrer. Ich hatte vor einiger Zeit einen Beitrag über Schwimmlehrer im Programm. Und da hat Tiger, wie er mir erzählte, den Mann anschließend einfach angesprochen. Und der hat sich tatsächlich bereit erklärt, Tiger Schwimmunterricht zu geben. Abends, wenn das Schwimmbad eigentlich geschlossen ist. Denn die meisten Kinder oder Erwachsenen, die schwimmen lernen wollen, möchten das nicht mit einer großen Raubkatze neben sich im Becken tun. Tiger hat zwanzig Schwimmstunden gebraucht. Dann hat er die Seepferdchenprüfung geschafft. Da wäre ich zu gerne dabei gewesen. Tigers Sprung vom Beckenrand, wie er die 25 Meter geschwommen ist, sein Tauchen ...

Nun will Tiger weitermachen, sein nächstes Ziel ist das Jugendschwimmabzeichen in Bronze, entschuldige das Schwimmabzeichen (er ist ja groß) in Bronze. 200 Meter schwimmen und Kenntnisse der Baderegeln.

Ich habe ihm angeboten, ihn dafür zu trainieren. Ich kann das gut. Denn ich bin ja Träger des Deutschen Rettungsschwimmabzeichens in Gold (nur leider habe ich den Schwimmpass verloren), außerdem einer der wenigen Träger des inzwischen offiziell untersagten Totenkopfschwimmerabzeichens. Und zwar sogar das in Gold, für 2 Stunden Schwimmen (auch hier sind wegen einer langen und komplizierten Geschichte alle Unterlagen verschwunden). Also einen besseren Schwimmlehrer als mich könnte Tiger gar nicht bekommen.

Zeichnung eines Buckelwals (imago/Sience Photo Library)Kakadu sagt, dass er auch länger als ein Buckelwal Tauchen kann. (imago/Sience Photo Library)

Aber er will mich nicht. Er sagte sogar, lieber ertrinke er, als dass er sich von mir Schwimmunterricht geben ließe. Er könne sich noch zu gut daran erinnern, wie ich ihm damals Fliegen beibringen wollte. Es hat Wochen gedauert, bis er aus der Tierklinik entlassen wurde.

Tja, wer nicht will, der hat schon mal, sagt der Volksmund.

Und da ich mich nicht mit einer nassen Großkatze und ihrem Hundeschwimmstil herumplagen muss, habe ich viel Zeit, für Euch ein ausgezeichnetes Radioprogramm zusammenzustellen.

Kommen wir zum Programm der neuen Woche:

Am Montag (16.1.) am Infotag informiere ich euch über die Spinne des Jahres. Es ist die Spaltenkreuzspinne, was für ein schrecklicher Name. Wenn Die so aussieht dann … naja, zum Glück arbeite ich ja im Radio.

Ein ganz anderes Thema an diesem Montag wird dann der Kyrill-Pfad sein. Vermutlich erinnert Ihr Euch nicht mehr daran, weil Ihr da noch nicht einmal geboren wart, aber vor genau zehn Jahren fegte der Orkan Kyrill  über Europa hinweg. Vom 18. auf den 19. Januar überquerte er Deutschland und legte dort das Leben lahm. Schulen wurden geschlossen, der Zugverkehr eingestellt und viele Menschen blieben zuhause. Mit bis zu 200 Stundenkilometern sauste der Sturm übers Land und richtete viele Schäden an. Allein in Südwestfalen wurden 20 Millionen Bäume  umgerissen. 
Die wurden nicht nur abtransportiert und verarbeitet, sondern an einer Stelle auch liegengelassen. Der Forstbetrieb Schanze im Sauerland hat dort aus einer Sturmholzfläche den Kyrill-Pfad gemacht. An dieser Stelle können die Wanderer erleben was passiert, wenn man die Natur einfach in Ruhe und sich selbst überlässt.
Brigitte Jünger hat zusammen mit Ann-Kathrin, Yasmin und Lars den Kyrill-Pfad besucht und dort den Ranger Norbert Hoffmann getroffen.

Ein vom Deutschen Wetterdienst DWD zur Verfügung gestelltes Bild des Satelliten METEOSAT-8 zeigt die Wetterlage über Europa am 18. Januar 2007 10:00 Uhr MEZ. (AP)Kyrill über Europa. Ein vom Deutschen Wetterdienst DWD zur Verfügung gestelltes Bild des Satelliten METEOSAT-8 zeigt die Wetterlage über Europa am 18. Januar 2007 10:00 Uhr MEZ. (AP)

Am Dienstag am Medientag (17.1.) erfahrt Ihr bei mir, ob es sich lohnt, den Film "Ritter Rost 2" anzusehen. Meine Kinoexpertin Anna Wollner hat ihn schon gesehen und wird darüber berichten. Und dann habe ich noch einen Beitrag über die Zeit. Also nicht die Zeitung Zeit, sondern die richtige Zeit.  Also die, die verstreicht, von der man eigentlich immer viel zu wenig hat, es sei denn man wartet beim Tierarzt darauf, dass man drankommt zum Krallenschneiden. Also Ihr wisst schon, die Tick-Tack-Zeit. Was das ist und so, darum geht es.

Eine Atomuhr CS2 steht im Zeitlabor der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. (picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte)Die Atomuhr CS2 misst in Deutschland die genauste Zeit. Sie steht im Zeitlabor der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. (picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte)

Am Mittwoch (18.1.) am Musiktag stelle ich Euch jemanden vor, der sehr groß ist. Und er ist schwer, man kann ihn bestimmt nicht übersehen und erst recht nicht überhören: Der Kontrabass.

Dieses Instrument ist das Fundament vieler Musikstücke. Aber wenn ein Kind vor ein paar Jahren noch Kontrabass lernen wollte, hatte es ein Problem: Damals hat man noch gesagt, das Instrument wäre zu groß für ein Kind. Mittlerweile gibt es aber besonders kleine Kinder-Kontrabässe, auf denen selbst Vierjährige schon spielen können. Aber einfach ist es trotzdem nicht: Der Kontrabass ist schwerer zu erlernen als Violine oder Cello, warnt der Kontrabass-Lehrer Alexander Göpfert von der Johann-Sebastian Bach-Musikschule in Leipzig. Drei Jungen im Alter von sechs bis acht Jahren lassen sich davon nicht abhalten: Sie nehmen bei ihm Kontrabass-Unterricht.

Ein Straßenmusiker mit seinem Kontrabass in Athen (picture alliance / dpa / Foto: Emily Wabitsch)Etwas sperrig, aber großartig. Der Kontrabass (picture alliance / dpa / Foto: Emily Wabitsch)

Am Donnerstag (19.1.) ist Quasseltag. Diesmal mit folgendem Thema: Bucket-Listen. Falls Ihr nun keien Ahnung habt, was das ist, dann solltet Ihr unbedingt einschalten. Und wer nun aber ruft: Klar, Kenne ich! Mache ich schon seit Monaten! Meine ist schon fast abgearbeitet! Der sollte hier anrufen: 0800 2254 2254.

Am Freitag (20.1.) am Entdeckertag könnt ihr eine echte Abenteuergeschichte bei hören.

Löwen als Nachbarn – Eine Radiofeature aus Tansania von Achim Nuhr.
Ob man Löwen im Zoo hinter Gittern betrachtet oder ob man mit ihnen als Nachbarn auskommen muss, macht einen Riesenunterschied. Das wissen viele Menschen in dem ostafrikanischen Land Tansania: Deren Geschichten klingen wie das Dschungelbuch, aber sie sind wahr. Wir lauschen ihren Erzählungen, wie die Löwen und andere gefährliche Tiere durch Dörfer laufen und warum das für die Familien so gefährlich ist. Warum bleiben die Menschen dann nicht einfach drinnen im Haus? Warum müssen sie stattdessen sogar oft draußen an den Feldern übernachten, obwohl das die Regierung wegen der gefährlichen Tiere verbietet? Und eigentlich sagt man doch immer, dass die Löwen in Afrika gerade alle aussterben?!

Eine Löwen-Familie in der Steppe. (imago)Löwen stehen auf der "Roten Liste" der gefährdeten Tiere. (imago)

Den Sonntag (22.1.) läute ich dann wie gewohnt früh um 7:30 Uhr mit der Geschichte für alle Frühaufsteher ein. Diesmal:

"Matti und das Winterunglück mit Opa Karl" von Mara Schindler.

Opa Karl liegt mit einem Oberschenkelhalsbruch im Krankenhaus. Wäre er doch nur rechtzeitig nach Hause gekommen, wirft Matti sich selbst vor. Dann hätte er Lisbeths Winterdienst übernehmen können, für sie den frisch verschneiten Weg freigeschaufelt, Sand gestreut, und Opa wäre garantiert nicht gestürzt. Aber Matti hat den Zettel seiner Schwester zu spät gelesen. Nun liegt Opa in der Klinik und Matti traut sich nicht, ihn zu besuchen.

Mit einer Schneeschaufel befreit am 11.03.2013 in Berlin eine Anwohnerin den Gehsteig von der frisch gefallenen weißen Pracht. Nach Angaben der Meteorologen wird sich der Wintereinbruch auch in den kommenden Tagen mit weiteren Schneefällen und kalten Temperatuten fortsetzen. (dpa / Wolfgang Kumm)Hätte Matti Schnee geschaufelt, so würde Opa Karl jetzt vermutlich nicht im Krankenhaus liegen. (dpa / Wolfgang Kumm)

Und anschließend um 08.05 Uhr sende ich: "Der Pap@mat", ein Kinderhörspiel von Peter Jacobi

Zufällig gerät Philipp im Internet auf die Seite von Superdad-Solutions, klickt herum, wird nach seinen Wünschen gefragt und schon hat er bestellt. Als er nach der Kreditkartennummer gefragt wird, macht er schnell aus. Doch zwei Tage später bringt der Lieferservice ein großes Paket und heraus steigt der bestellte Pap@mat. Zuerst ist das wunderbar, weil er sich für alles interessiert, was Philipp macht. Er hilft ihm bei den Hausaufgaben und spielt stundenlang mit ihm am Computer. Aber dann entdeckt ihn Mama und es gibt Ärger ohne Ende.

Soweit diese Woche. Und entschuldigt, wenn ich mich jetzt gleich vom Acker mache. Aber aus sicherer Quelle weiß ich, dass Tiger heute wieder Schwimmtraining hat. Und ich glaube sogar zu wissen, in welchem Hallenbad er trainiert. Vielleicht kann ich ihm den einen oder anderen Tipp geben.

Außerdem muss ich ihm erzählen, was ich vorhin gelesen habe. In der Schweiz haben die nämlich auch solche Schwimmprüfungen und Kategorien. Nur viel mehr, als hier in Deutschland. Bei denen beginnt es mit den Motivationsabzeichen im Bereich der Wassergewöhnung: Ente, Schwan, Seehund, Nilpferd, Schildkröte und Biber. Dem folgen die Grundlagentests: Krebs, Seepferd, Frosch, Pinguin, Tintenfisch, Krokodil und Eisbär. Und für Schwimmer und Fortgeschrittene gibt es dann noch: Wal, Hecht, Hai und Delfin.

Ich denke, ich werde auch mal einen Termin mit dem Schweizer Botschafter machen. Denen den Super-Mega-Giganto-Ultimativen-Abschluss-Schwimm-Test vorschlagen.

Den (Trommelwirbel, Steigerung, Feuerwerk und Finale) KAKADU!

Ich wüsste auch schon jemanden, der womöglich für das Emblem bei entsprechender Huldigung sein Konterfei zur Verfügung stellen würde.

Benni (33) aus Dortmund springt am 01.08.2014 in Wacken (Schleswig-Holstein) im Schwimmbad mit einer aufblasbaren Gitarre vom Drei-Meter-Turm ins Wasser. Die Metalfans beim Wacken Open Air trotzen der Hitze. (picture alliance / dpa /  Axel Heimken)Wenn erst wieder der Sommer da ist ... (picture alliance / dpa / Axel Heimken)

Einen habe ich aber noch:

"Wenn ich übers Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker: Nicht mal schwimmen kann der!"

(Berti Vogts)

In  diesem Sinne

Euer Kakadu