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Beitrag vom 05.09.2017

MedientagDas Telegramm - Die E-Mail von früher

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A telegraph message from a ship called Olympic reports that it has received word from the Titanic that it has struck an iceberg. The message is one of several similar messages from ships in the vicinity of the Titanic detailing the events leading up to it's sinking which were on display 13 February at Christie's East in New York City and will be auctioned as part of a Maritime auction on 17 February. dpa | (AFP_epa)
Telegramm zum Untergang der Titanic vom 14.4.1912 (AFP_epa)

Lange Zeit war das Telegramm die beste Möglichkeit der Nachrichtenübermittlung. Vor etwas mehr als 150 Jahren wurde es erfunden. Weitere Themen an diesem Medientag: "Musik-App - Bubl-Malen" von Dana Sindermann und "Die Pfefferkörner" ein Kinotipp von Anna Wöllner

Das Telegramm - Die E-Mail von früher.

Früher waren berittene Boten und Postkutschen die einzige Möglichkeit Briefe oder auch kurze Nachrichten von einem Ort zum anderen zu übermittelten.

Bis im Jahr 1871 in Frankreich Claude Chappe den optischen Telegraf erfand. Das war eine Art Holzmarionette mit drei beweglichen Flügelarmen, mit denen man Zeichen und Buchstaben darstellen konnte.  All zehn Kilometer ließ er Holzgerüste errichten, auf denen diese Holzfigur befestigt waren. Über 200 verschiedene Zeichen ließen sich so von einem Turm zum nächsten "winken" und fortan hüpfen, wenn man mit dem Fernrohr genau hinsah, so die Nachrichten von Posten zu Posten.

Einfacher und schneller wurde diese neue Art der Nachrichtenweitergabe als man begann, die Elektrizität zur Übermittlung zu nutzen. 1837 wurde in den USA von Samuel Finley Morse, das sogenannte Morsen erfunden. Sein Apparat übermittelte die Nachricht per Stromsignal in Form eines Punkt-Strich-Codes von einem elektrischen Telegrafen zum nächsten, der sie direkt auf einen Papierstreifen druckte. 1844 wurde die erste Telegrafenleitung der Welt in den USa zwischen Baltimore und Washington gebaut. "What hath God wrought?" ("Was hat Gott bewirkt?") lautete die erste Nachricht, die Samuel Finley Morse am 24. Mai 1844 über die Leitung verschickte.

In den nächsten Jahren verbreitete sich diese neue Form der Nachrichtenübermittlung mit einer unglaublichen Geschwindigkeit. Die ganze Welt wollte miteinander telegrafieren. Überall auf der Erde entstanden Telegrafenämter. Bald schon konnte von den entferntesten Punkten der Erde innerhalb weniger Sekunden Nachrichten an einen anderen transportiert werden. Erst das Internet hat sich ähnlich schnell verbreitet und unsere Art der Kommunikation vergleichbar schnell verändert.

Während das Telegramm für Geschäftsleute und in der Politik viel genutzt wurde, war es für Privatleute immer etwas Besonderes. Ein Telegramm war und ist noch immer teuer, die Kosten werden pro Wort berechnet. Das führte zu einer eigenen, sehr kurzgefassten Ausdrucksweise in einem Telegramm. Den sogenannten Telegrammstil. So schrieb man beispielsweise statt "Ich komme am Freitag um 17:00 Uhr an." kürzer "Ankomme Freitag 17 Uhr." 

Wegen der hohen Kosten wurden  Telegramme  daher auch meist nur bei außergewöhnlichen Anlässen verschickt, etwa um Todesfälle oder Geburten mitzuteilen.

Heute ist das Telegramm kaum noch gefragt. Die Post bietet es zwar noch immer an, doch jede SMS oder E-Mail ist inzwischen schneller und wesentlich billiger.

Weitere Themen an diesem Medientag:

"Musik-App - Bubl-Malen" von Dana Sindermann

"Die Pfefferkörner" ein Kinotipp von Anna Wöllner