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Beitrag vom 20.11.2017

InfotagDie Suche nach dem grünen Gold.

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(Hilde Braun)
Grünes Gold aus dem Habachtal in Österreich (Hilde Braun)

Die bedeutenste Fundstelle für Smaragde in Europa ist das Habachtal in Nationalpark Hohe Tauern in Österreich.

Um in das Tal der Smaragde zu gelangen, muss man 4 bis 5 Stunden Wandern einplanen und 550 Höhenmeter überwinden.  Dann hat man das Teil erreicht und kann mit dem Schürfen beginnen.

Insbesondere nach dem großen Murenabgang im Jahr 2007 ist es für jedermann möglich, im Habachtal  Smaragde ohne größere Anstrengung zu finden. Denn damals war eine Schlammlawine vom Berg heruntergekommen, darin versteckt sdie Edelsteine. Um nun diese seltenen grünen Edelsteine zu finden, benötigt der Smaragdschürfer eine Spitzhacke, eine Kralle – das ist eine Art Maurerkelle, einen Eimer und ein feinmaschiges Sieb zum Smaragdewaschen. Doch eine Garantie auf "grünes Gold" gibt es nicht.

Kinder schürfen im Leckbach nach Smaragden (Hilde Braun) (Hilde Braun)"Glück muss man haben. Es ist wie ein Lottoschein", sagt Bergführer Walter.

Angeblich sollen die Menschen bereits  in der Bronzezeit nach dem "grünen Gold" geschürft haben. Das Smaragdvorkommen im Habachtal soll Überlieferungen zufolge auch den Römern bereits wieder bekannt gewesen sein. Der Legende nach besaß Kaiser Nero einen, zu einem Monokel geschliffenen habachtaler Smaragd, um so besser, vor allem aber grün zu sehen.

Inwieweit die Römer aber wirklich gezielten Abbau betrieben, ist nicht bekannt.

Gesichert läßt sich der Smaragdeabbau im Habachtal aber erst ab dem 17. Jahrhundert belegen.

Um 1860 erwarb dann der Wiener Juwelier Samuel Goldschmidt das Vorkommen und begann den systematischen Vortrieb von drei Stollen. Aus dieser Zeit stammt wohl der bisher wertvollste je gefundene Habachtalsmaragd, mit 42 Karat, der im Londoner Tower bei den Kronjuwelen aufbewahrt wird.

Im Jahr 2004 haben die beiden leidenschaftlichen Mineraliensammler Alois und Andreas Steiner aus Bramberg die Rechte am Smaragdabbau (aus dem Stollen) gepachtet.

Aber auch außerhalb des Stollen sind Samragde zu finden. Sie werden durch Auswaschen – ähnlich dem Goldwaschen – gefunden.

Smaragdsucher aus aus aller Welt finden jedes Jahr den Weg ins Habachtal. Außer in den Wintermonaten, da verhindert der Schnee jeden Zugang zu den Fundstellen. (Thomas Fuchs)

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"Ich habe immer Rechte" Zum Tag der Kinderrechte
"Selberblümeln" von Anne Müller.